Die BVB-Pressekonferenz vom 06.05.2016 mit Thomas Tuchel ist online !



In letzter Zeit beschäftigt rund um Borussia Dortmund nur ein Thema alle sozialen Netzwerke: Es handelt sich dabei um den geäußerten Wechselwunsch von Mats Hummels zum FC Bayern München und seine Folgen.

Lesen Sie hierzu einen Sport-Live-Kommentar von Bijan Yaghoubi:

Borussia Dortmund hat in dieser Saison Großes geleistet. Direkt zu Beginn seiner Amtszeit beim BVB landete das Trainerteam um Thomas Tuchel mit Videoanalyst Benjamin Weber, Arno Michels und Athletikcoach Rainer Schrey auf dem 2. Tabellenplatz in der Fußballbundesliga, und das mit gerade mal 5 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter ! Somit ist unsere Borussia die bislang einzige Mannschaft, die es geschafft hat, dem allzu übermächtigen FC Bayern einigermaßen Paroli zu bieten. Durch variable Spielsysteme und ständigen Rotationen ist man für die Gegner absolut unberechenbar geworden. Man darf also kurz vor dem Saisonende von einem absolut gelungenem Einstand des Trainerteams um Thomas Tuchel sprechen, vor dem man einfach den Hut ziehen muss ! Allein die Tatsache, dass der übermächtige Branchenprimus aus dem Süden der Republik 3 Spieltage vor dem Saisonende noch nicht endgültig als Deutscher Meister feststeht, ist einzig und allein der Leistung von Borussia Dortmund zu verdanken.

Nun hätten kurz vor Saisonende alle BVB-Fans eigentlich Grund zur Freude, wenn, ja wenn nicht diese eine Hiobsbotschaft die Runde machte: Mats Hummels äußerte seinen Wunsch, zum FC Bayern wechseln zu wollen. Diese Nachricht kam wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht eines jeden BVB-Fans. „Schon wieder müssen uns die Bayern die besten Spieler wegkaufen, und zwar immer genau dann, wenn der BVB es schafft, mit dem Rekordmeister einigermaßen auf Tuchfühlung zu sein“, wird sich so manch einer denken. Und tatsächlich ist es so, dass der FC Bayern vor nur knapp 3 Jahren mit Mario Götze und Robert Lewandowski zwei ehemalige Leistungsträger von Borussia Dortmund an die Isar gelockt hat. Wir alle erinnern uns noch zu gut an das monatelange Tauziehen um Robert Lewandowski, das nahezu täglich alle Schlagzeilen füllte. Bei Mario Götze verlief der Wechsel etwas anders: Das größte Boulevard-Blatt Deutschlands mit den 4 Buchstaben vermeldete für alle völlig überraschend und unerwartet den Wechsel von Mario Götze vom BVB zum FC Bayern. Und das rein zufällig genau einen Tag vor dem für die Borussia so immens wichtigen Champions-League-Halbfinalspiel gegen Real Madrid. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ! Böse Zungen vermuten ja, dass diese Meldung von langer Hand geplant gewesen sei, um beim BVB gezielt für Unruhe zu sorgen. Doch da hatte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht, und der hieß damals Jürgen Klopp! Eindringlich forderte der damalige Chefcoach von Borussia Dortmund seine Fans vor dem Spiel dazu auf „alle negativen Gedanken bei Seite zu legen“ und sich komplett auf das Spiel gegen Real Madrid einzulassen und ein Fußballfest daraus zu machen. Das Resultat ist ja bekannt: unsere Borussia brannte ein Feuerwerk ab und gewann durch 4 Tore von Robert Lewandowski gegen Real Madrid mit 4:1. Nichtsdestotrotz hat Mario Götze seitdem sehr schlechte Karten bei den eingefleischten Fans, allen voran bei den Ultras !

Und Mats Hummels droht ein ähnliches Schicksal: beim letzten Heimspiel musste er nicht nur Pfiffe über sich ergehen lassen, sondern wurde auch wüst beschimpft und beleidigt ! Man kann natürlich Verständnis für das Verhalten einiger Ultras haben. Schließlich fühlt man sich von Mats Hummels, der ursprünglich schon mehrfach seine Verbundenheit zum Ballspielverein zum Ausdruck brachte, verraten und verkauft. Und wenn man Frust hat – und Fußball ist nun mal ein sehr emotionaler Sport – dann lässt man ihn einfach raus, dabei fallen auch schon mal derbe Worte. Viele Ultras beziehen sich dabei auch auf den Liedtext von „Am Borsigplatz geboren“, in dem es unter anderem heißt: „Wer uns in unserem Stolz verletzt, der macht das nur einmal !“

Seit der Bekanntgabe seines Wechselwunsches zum FC Bayern München geriet Mats Hummels in die Schusslinie vieler Ultras !

Aber wenn man mal den ersten Frust und die erste Verbitterung einmal verdaut hat, dann drängt sich doch einem die Frage auf, warum Mats Hummels nach 8,5 Jahren erfolgreicher Zeit bei Borussia Dortmund auf einmal wieder seine Liebe zu seinem alten Verein FC Bayern München entdeckt hat, obwohl er bislang immer beteuerte: „Ich bin und bleibe Borusse !“ ? Der FC Bayern buhlt ja nicht erst seit gestern um seine Gunst. Was läuft bei Mats Hummels anders als damals bei Mario Götze oder Robert Lewandowski ?  Meiner Meinung nach – und das ist zwar nur eine reine Vermutung, aber die für mich plausibelste Erklärung – steckt seine Frau Cathy Hummels dahinter, die er ja vor nicht allzu langer Zeit geheiratet hat. Cathy Hummels wird vermutlich lieber in ihrer angetrauten Umgebung sein und vermutlich auch lieber in den Münchner Edelboutiquen shoppen gehen als auf dem Dortmunder Westenhellweg, und das ist irgendwo auch nachvollziehbar und verständlich. Hinzu kommt noch ein üppiges Gehalt und natürlich auch deutlich größere Erfolgschancen auf große Titel als mit Borussia Dortmund. Also ist doch alles genau passend gemacht für Mats, der von seinem „letzten großen Vertrag zum Ende seiner Karriere“ spricht und noch „Titel gewinnen“ möchte. Und dennoch zögert und zaudert Mats, spricht unter anderem von „schlaflosen Nächten“. Warum eigentlich ? Und genau das spricht doch für ihn. „Es ist noch nichts entschieden !“ sagte er jüngst einigen Fans, die sich mit Autogrammwünschen an ihn richteten.

Es wäre doch schön, wenn die Ultras ihren Frust und ihre Verbitterung, die einerseits natürlich nachvollziehbar und verständlich ist, andererseits in meinen Augen absolut kontraproduktiv ist, deutlich zurückschrauben und ihren Ton gegenüber Mats Hummels, der zweifelsfrei sich um Borussia Dortmund verdient gemacht hat, um einige Gänge herunterschalten könnten. Drohgebärden und Beschimpfungen jeglicher Art, allen voran den eigenen Spielern gegenüber, finde ich nicht nur äußerst respektlos, sondern auch absolut unangemessen. Außerdem darf man davon ausgehen, dass Michael Zorc zur Zeit um potenzielle Neuzugänge bemüht ist, sodass derartige Misstöne in der Öffentlichkeit nicht gerade als Willkommensgruß für neue Spieler gedeutet werden können.

Wie heißt es doch so schön ?

 „Spieler kommen und gehen - Borussia Dortmund bleibt bestehen“