Wenn der FC Schalke 04 auf Borussia Dortmund trifft, dann kochen für gewöhnlich die Emotionen, dann spricht man schon Wochen zuvor von der „Mutter aller Derbys“ und die Fans auf den Tribünen fordern den unbedingten Derbysieg. Dieses Mal ist es etwas anders. Dieses „Sandwich-Derby“ liegt genau zwischen den so wichtigen und auch emotionalen Europa-League-Viertelfinal-Spielen gegen die Mannschaft des Ex-Trainers Jürgen Klopp, dem FC Liverpool. Und daher könnte man meinen, dass der Fokus von Borussia Dortmund in den letzten Tagen nicht gerade auf den Reviernachbarn aus Gelsenkirchen gerichtet sei. Dieses Spiel am letzten Donnerstag war eins der Spiele von Borussia Dortmund, die nicht ganz so rund liefen. Deutliche Probleme im Aufbau und Angriffsspiel waren zu erkennen. Es war ein “emotionales Spiel, das über den sportlichen Vergleich hinaus“ ging. Nun geht es darum es gegen den FC Schalke 04 besser zu machen. „Meine Spieler verspüren große Lust auch das 2. Derby in dieser Saison zu gewinnen.“ sagte ein entspannt wirkender Thomas Tuchel, der von seinem ersten Derby mit Borussia Dortmund schwärmte. Die „Stimmung war im Hinspiel unglaublich, man hat deutlich gemerkt, dass die Luft nochmal anders knistert. Es hat sich von Minute zu Minute immer mehr angefühlt wie ein Pokal-Halbfinale.“

Aber der FC Schalke 04 ist – im Gegensatz zu Borussia Dortmund – angeknockt. Mit 23 Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund stehen die Königsblauen zur Zeit auf Platz 7 in der Tabelle, punktgleich mit dem FSV Mainz 05 und einem Punkt Rückstand auf Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach. Mit einem Sieg gegen den Rivalen aus Dortmund könnte man nicht nur in der Tabellen einen Sprung  nach vorne machen, sondern hätte auch die „große Chance“ die „Situation zu beruhigen und sich mit den Fans zu versöhnen“. Auf André Breitenreiters Forderung „Ich erwarte Schweinehunde auf dem Platz“ reagierte Thomas Tuchel sehr gelassen. Er spricht von einer „Gelassenheit, die wir uns auch in der aktuellen Situation erlauben können.“

  

(geschrieben von Bijan Yaghoubi, Sport-Live e.V.)