Mit jeder Menge Herz und Leidenschaft und zwischendurch auch ein wenig Glück hat Borussia Dortmund den deutschen Klassiker gegen den Meister aus München am Samstagabend für sich entschieden. Das 1:0 (1:0) macht die Bundesliga wieder richtig spannend, war am Ende hart erarbeitet, aber nicht unverdient Hier gibt es die Pressekonferenz nach dem Spiel:




Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München ist mit einer der größten deutschen Fußballklassiker schlechthin, der traditionell rassige und spannende Spiele verspricht. Der BVB wurde schon alleine wegen der erfolgreichen letzten Saison von allen Bundesligamannschaften als diejenige gehandelt, die dem Branchenprimus aus dem Süden der Republik einigermaßen das Wasser reichen könne. Und das sicherlich nicht ohne Grund: Alle BVB-Fans erinnern sich nur zu gerne an die beiden Meisterjahre 2010/2011 und 2011/2012, als die „jungen Wilden“ des BVB den großen Meister regelrecht „verkloppten“, wie das Boulevardblatt mit den 4 großen Buchstaben mal so schön titelte. Der deutliche 5:2-Sieg der Borussia 2012 im DFB-Pokalfinale war der große Höhepunkt der BVB-Erfolgswelle, denn darauf folgten empfindliche Niederlagen gegen die Bayern, die jedem BVB-Fan wehtaten. Jeder erinnert sich an das Champions-League-Finale 2013, als ein gewisser Arjen Robben kurz vor Schluss das entscheidende 2:1 für die Bayern erzielte oder das DFB-Pokal-Finale am 18. Mai 2014, als einem klaren und spielentscheidenden Tor von Mats Hummels aus unerfindlichen Gründen die Anerkennung verwehrt wurde.

Es folgte eine lange Zeit mit vielen Niederlagen, obwohl der BVB spielerisch oft gut mithalten konnte. Ein Sieg gegen die Truppe des jetzigen Bayerntrainers Carlo Ancelotti würde nicht nur wichtige Punkte in der Bundesligatabelle bedeuten, sondern wäre auch sicherlich Balsam für die zuletzt etwas geschundene BVB-Seele. Zwar verläuft die Saison nicht gerade schlecht, da man in allen 3 Wettbewerben noch gut vertreten ist, trotz der harten Konkurrenz gute Chancen auf den Gruppensieg in der Champions-League hat, aber die letzten Pflichtspiele trotz der wichtigen Siege gegen Sporting Lissabon und den HSV nicht in allen Bereichen ganz optimal verliefen. Der Mannschaft von Thomas Tuchel fehle zum Teil die Durchschlagskraft, der letzte Biss und Galligkeit, das Umschaltspiel sei oft zu langsam, es werden zu wenig sogenannte "tödliche" Pässe in die Schnittstellen des Gegners gespielt und oftmals fehle die Feinabstimmung und einige Automatismen innerhalb der Mannschaft. Rotationskünstler Thomas Tuchel stand ziemlich in der Kritik, da schon alleine wegen der vielen Verletzten in den letzten Wochen zwangsläufig viel rotiert werden musste, das sicherlich nicht immer zur Verbesserung des Spielflusses und des Spielverständnisses innerhalb der Mannschaft diente.

(Bijan Yaghoubi)