DFL-Supercup 2016

Einen richtig guten Einstand gab Thomas Tuchel in seinem ersten Jahr als Cheftrainer von Borussia Dortmund ab: der beste Tabellenzweite in der Fußballbundesliga aller Zeiten ist ein Erfolg, der sich durchaus sehen lassen kann. Nicht wenige Fans in Deutschland sehen daher in Borussia Dortmund den einzig ernst zu nehmenden Liga-Konkurrenten des FC Bayern München. Doch seitdem hat es bei der Borussia einige nicht unerhebliche Veränderungen gegeben: mit Mats Hummels, Ilkay Gündogan und nicht zuletzt Henrikh Mkhitaryan haben drei wichtige Spieler den Borussen zur neuen Saison den Rücken gekehrt, die Thomas Tuchel durchaus als absolute Leistungsträger und somit auch tragende Säulen der Mannschaft sah. „Wenn Du Spieler verlierst, dann verlierst du nicht nur Spieler, sondern auch Persönlichkeiten“, sagte er.

Thomas Tuchel mahnt zur Geduld: „Ich weiß nicht wo wir jetzt sind, weil ich auch nicht weiß wo es hin geht !“

Sportdirektor Michael Zorc und auch der Vorsitzende der Geschäftsführung „Aki“ Watzke waren jedoch nicht untätig und konnten 8 Neuzugänge an die Borussia binden. Dabei handelt es sich sowohl um junge, hungrige und talentierte Spieler, als auch um erfahrene Spieler, die schon Titel sammeln konnten und die es nun in die Mannschaft zu integrieren gilt. Und genau diesen Prozess sieht der BVB-Cheftrainer als eine große Herausforderung und noch bei weitem nicht als abgeschlossen: „Wir sind mit diesem Kader unter dem Strich 8-9 Tage zusammen. Und das merkt man uns an !“ und sprach dabei die bisherigen Testspiele gegen Oer-Erkenschwick und auch gegen den Wuppertaler SV an, bei denen der BVB noch nicht die „Ausstrahlung“ hatte, die man sich vielleicht wünscht. Auch das letzte Testspiel gegen Athletic Bilbao, das man mit 0:1 verlor, zeigte nach Meinung vieler, dass es im neuen Kader des BVB gerade im Zusammenspiel noch nicht ganz rund liefe. Aber der Ehrgeiz von Thomas Tuchel ist dagegen hinlänglich bekannt: „Wir haben hohe Ansprüche an uns selbst“, fordert jedoch gleichzeitig Geduld und setzt darauf, dass die Mannschaft sich von Spiel zu Spiel immer weiter finden werde und ihre „Strahlkraft“ verbessern könne.

  

Auch im bevorstehenden Supercup-Spiel sieht er zwar „mehr als nur ein Vorbereitungsspiel“ und ein Spiel gegen „einen besonderen Gegner“, bei dem man gleich zu Beginn „auf höchster Stufe“ geprüft werde, aber auch ein Spiel, bei dem man durch die kurze Zeit der Vorbereitung „nicht auf den Punkt ausgelegt“ sei. Es gilt also Geduld zu bewahren und der Mannschaft die nötige Zeit zum Reifen geben – trotz des schnelllebigen Geschäfts im Profifußball.

(Bijan Yaghoubi)