Wer erinnert sich nicht gerne an den 30.04.2016, als der BVB im heimischen Westfalenstadion bzw. Signal-Iduna-Park klar und ungefährdet mit 5:1 gegen den VfL Wolfsburg gewinnen konnte ? Die Borussia war derzeit die einzige Mannschaft in der Bundesliga, die den übermächtigen Bayern die Spitzenposition wenigstens ansatzweise streitig machen konnte während die „Wölfe“ zu der Zeit fernab von Gut und Böse sich auf dem 9. Tabellenplatz der Liga fanden. Nun erwartet Thomas Tuchel allerdings im Gegensatz zu den Darmstädtern eine sehr offensiv agierende Wolfsburger Mannschaft, die oftmals über die Flügel angreifen wird und betont dabei die Heimstärke der Wolfsburger: „Ich finde alle Spiele, die ich bislang in Wolfsburg bestritten habe, extrem schwer ! (…) Wolfsburg strahlt in ihren Heimspielen immer eine große Offensivstärke aus. (…) Wir werden dort auf einem komplett neuen Level abgeprüft. Wir rechnen mit einer Wolfsburger Mannschaft, die uns unbedingt schlagen will und so auch auftreten wird.“ 

Thomas Tuchel: „Ich würde die Messlatte (von 78 Punkten aus der Vorsaison; Anmerkung der Redaktion) überhaupt nicht heranziehen.“

Dass Thomas Tuchel in der Mannschaftsaufstellung gerne und viel rotiert ist hinlänglich bekannt. Nun konnte man wettbewerbsübergreifend zweimal nacheinander in einem Pflichtspiel den Gegner jeweils klar und deutlich mit jeweils 6:0 schlagen, obwohl oder vielleicht auch gerade weil der Cheftrainer die Mannschaft nach dem Champions-League-Spiel in Warschau auf mehreren Positionen veränderte. Ob er nun den Eindruck hätte durch die „starke Bank“ in der Hinterhand mehr Punkte holen zu können als in der letzten Saison wurde Thomas Tuchel gefragt. Zur Erinnerung: Der BVB hatte es in der letzten Saison 78 Punkte erzielen können, und somit seinen eigenen Punkterekord aus der Meistersaison 2011/2012 um gerade mal 10 Punkte verpasst. „Das wäre aber eine einfache Rechnung“ sagte BVB-Cheftrainer Thomas Tuchel verschmitzt: „Mehr Rotation und mehr Bank gleich mehr Punkte ? Noch mehr Punkte würde ich da mal sagen“ und trat dabei ein wenig auf die Euphoriebremse: „Ich habe ja mal eingangs gesagt, bei soviel neuen Spielern und so vielen unterschiedlichen Charakteren müssen wir uns davon lösen, wie wir letztes Jahr gespielt haben und nicht dem hinterher hecheln. Das gilt auch für die Punktezahl.(…) Die nächsten 4 Spiele geben uns dann mit Sicherheit auch nochmal ein klareres Bild über unsere Wettbewerbsfähigkeit und Durchsetzungsfähigkeit.“

(Bijan Yaghoubi)