Hier lesen Sie Berichte und sehen alle Pressekonferenzen von Borussia Dortmund aus der Spielzeit 2017/2018


 

„Wir haben wieder ein Gegentor kassiert, das etwas mit dem Selbstvertrauen der Spieler zu tun hat. Das darf nicht sein.“ 

Seit einer gefühlten Ewigkeit hat Borussia Dortmund wettbewerbsübergreifend kein Spiel mehr gewinnen können. Die gute Nachricht ist, dass diese Niederlage gegen Tottenham keinen erheblichen Einfluss auf Borussia Dortmunds Zukunft im europäischen Wettbewerb haben dürfte. Die schlechte Nachricht sind jedoch einige erneute Narben, die dieses Spiel hinterlassen hat. 

Es war von vornherein klar, dass der BVB auf das Erreichen des Achtelfinals der UEFA Champions League nur noch theoretische Chancen hatte. Dass diese Theorie sich fern jeglicher Realität abspielte, wusste auch der härtest gesottene Fan. Es ging nur noch darum, den 3. Platz in der Gruppenphase und somit die Qualifikation für die Europa League zu sichern. Dank des hohen 6:0-Sieges von Real Madrid gegen den direkten Konkurrenten APOEL Nikosia sollte die Qualifikation durchaus erreichbar sein. Doch in diesem Champions League Spiel ging es nicht nur um Punkte, es ging vor allem darum, sich durch einen Erfolg gegen Tottenham Hotspur den Frust der vergangenen Wochen von der Seele zu spielen. Sehr zum Leidwesen aller Schwarz-Gelben hat das nicht geklappt. Trotz eines recht guten Beginns und der 1:0-Führung durch Pierre Emerick Aubameyang wurden die Akteure von Peter Bosz zunehmend nervöser und kassierten durch 2 individuelle Fehler die Gegentreffer, die die nächste Niederlage des BVB einläuteten. „Wenn man das Spiel heute wieder gesehen hat, dann hat man auch gesehen, wie wir bei unseren Gegentoren verteidigt haben. Und das ist nicht gut“ fiel die kurze und durchaus selbstkritische Analyse von BVB-Cheftrainer Peter Bosz dazu aus.

Roman Bürki hielt den BVB durch überragende Paraden mehrfach im Spiel, musste aber in der Nachspielzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Er sieht die Gründe weniger im physischen als mehr im psychischem Bereich seiner Spieler: „Da fehlt es uns nicht an Kondition. Wir haben wieder ein Gegentor kassiert, das etwas mit dem Selbstvertrauen der Spieler zu tun hat. Das darf nicht sein. (…) Jedes Mal versucht man die Mannschaft für das nächste Spiel wieder aufzubauen, was uns auch immer wieder gelingt, aber dann ist es enttäuschend, wenn man am Ende des Spiels das Resultat sieht.“  In diesem Zusammenhang betrachtete er das anstehende Spiel gegen den Dauerrivalen FC Schalke 04 als den rettenden Anker für seine Mannschaft. „Ich glaube, dass das Derby am Samstag das Beste ist, das uns passieren kann. Alle Spieler, die schon etwas länger in diesem Verein sind, wissen, wie wichtig das ist – vor allen Dingen auch für unsere Fans. Für mich ist es super, dass das Spiel am Samstag ist.“

Dass diese Niederlagenserie auch Unruhe eben bei jenen Fans erzeugt hat und sein Trainerdasein beim BVB immer mehr in Frage stellt, weiß auch der Niederländer: „Ich weiß, dass es wichtig ist, wenn man bei einem großen wie dem BVB Trainer ist, dann muss man gewinnen. Und wenn na das für eine längere Zeit nicht schafft, dann ist Druck da. Das weiß ich und deshalb ist das Derby auch sehr wichtig.“ (Bijan Yaghoubi) 






Eine harte Belastungsprobe

Die mittlerweile seit mehreren Wochen andauernde Krise bereitet den Verantwortlichen und Fans von Borussia Dortmund großes Kopfzerbrechen. Nur 1 Punkt aus den letzten 5 Bundesligaspielen und das vorzeitige Ausscheiden aus der UEFA Champions League entspricht nicht mal ansatzweise den Zielen und Vorstellungen der Westfalen. Der BVB hat aber auch mit weiteren Problemen zu kämpfen. 

Papa Sokratis zog sich im Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart einen Rippenknorpelbruch zu und wird gegen Tottenham fehlen.

Es ist zurzeit nicht gerade das schönste Gefühl, das man als Fan von Borussia Dortmund verspürt. In den sozialen Netzwerken sind die Enttäuschungen und der Frust vieler über die Krise deutlich zu merken. Zwar gibt es einige, die positiv denken und sagen: „Es kommen auch bald wieder bessere Zeiten. Gemeinsam stehen wir das durch“, doch die Mehrheit sucht nach den Ursachen der Krise. Und genau diese Ursachenforschung fällt sehr vielschichtig aus. Die einen machen BVB-Cheftrainer Peter Bosz für die Misere verantwortlich, andere gehen sogar noch einen Schritt weiter und kritisieren den Vorsitzenden der Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke z.B. dafür, dass er Ex-Trainer Thomas Tuchel vorzeitig von seinem Vertrag beim BVB entbunden hat. Wieder andere sehen die Probleme bei Torhüter Roman Bürki und im Verhalten der Abwehr. Und genau dort sind die Sorgenfalten noch größer geworden. Bei der aus BVB-Sicht sehr enttäuschenden 2:1-Niederlage gegen den VfB Stuttgart zog sich Innenverteidiger Papa Sokratis einen Rippenknorpelbruch zu, sodass er im Champions League Spiel gegen Tottenham Hotspur fehlen wird. Nun muss Cheftrainer Peter Bosz wieder etwas tun, das er eigentlich nicht mag, und zwar erneut in der Abwehr rotieren. Es gilt das Fehlen sowohl von Lukasz Piszczek auf der rechten Abwehrseite als auch das von Papa Sokratis im Abwehrzentrum jeweils zu kompensieren – keine leichte Aufgabe für den Niederländer und sein Trainerteam.

Zusätzlich melden mehrere Medien, wie z.B. das Sportmagazin Kicker, den Wechsel von BVB-Chefscout Sven Mislintat in die Premiere League zum FC Arsensal. Sven Mislintat ist seit 2007 für den BVB tätig, fädelte seitdem viele wichtige Transfers ein und war somit ein wichtiger Bestandteil für die Erfolge von Borussia Dortmund über die letzten Jahre. (Bijan Yaghoubi) 




„Die Herausforderung das wieder zu drehen, ist viel größer und das werden wir schaffen !“

BVB-Cheftrainer Peter Bosz sieht sich in der Pflicht, die Erfolglosigkeit beim BVB zu beenden und spricht dabei auch gewisse Probleme an. 

Borussia Dortmunds Ergebniskrise hält nach wie vor an. Nur ein einziger Punkt aus den letzten 4 Bundesligapartien entspricht zurzeit nicht ansatzweise den Ansprüchen des derzeitigen Tabellendritten. Und wenn man sich jene Tabelle etwas genauer ansieht, dann stellt man fest, dass der Abstand von 6 Punkten auf den Tabellenführer FC Bayern München genauso groß ist, wie auf den derzeitig Tabellenvierzehnten Hertha BSC. Der 5-Punkte-Vorsprung auf die Bayern verwandelte sich binnen kürzester Zeit in einen 6 Punkte-Rückstand. Die Angst, weiter ins tabellarische Niemandsland abzurutschen, wird immer größer und dementsprechend wachsen die Nervosität und der Druck bei den Verantwortlichen. „Man weiß, wenn man nicht gewinnt, dann wird der Druck da sein“, sagte dazu BVB-Cheftrainer Peter Bosz. „Man hat gesehen, dass sich das in 3 Wochen sehr schnell geändert hat. Es begann nach der Länderspielpause mit dem 1. Heimspiel gegen RB Leipzig. Das spürt man. (…)    Nicht nur die Ergebnisse, sondern auch die Spielweise haben mich nicht sehr froh gemacht!“ Ursachenforschung für die Gründe der momentanen Erfolgslosigkeit wurde in der Öffentlichkeit und bei den Fans betrieben.

Unter anderem steht die Abwehr des BVB in der Kritik. Die Innenverteidiger seien oft zu langsam um das „System Bosz“, welches aus hoher Verteidigung und aggressivem Gegenpressing besteht, richtig umzusetzen. Viel zu leicht sei man durch einen einfachen langen Pass des Gegners in die eigene Schnittstelle auszutricksen, sodass Borussias Abwehrspieler ihren Gegenspielern oft nur hinterherlaufen können. Mannschaftskapitän Marcel Schmelzer nimmt dazu sich und seine Mannschaftskameraden in die Pflicht. „Wir Spieler sollten uns nicht hinter der aufgeregten System- oder Taktik-Diskussion verstecken, die in der Öffentlichkeit geführt wird", sagte er gegenüber dem Sportmagazin Kicker.

Lukasz Piszczek wird dem BVB wegen einer Verletzung des Außenbandes im rechten Knie für längere Zeit fehlen.

BVB-Cheftrainer Peter Bosz sieht vorrangig die vielen Ausfälle und Zwangsrotationen als Hauptproblem in der BVB-Defensive:  „Wir haben (in der Abwehr) schon oft gewechselt. Das ist nicht mein Stil. Normalerweise würde ich gerne mit einer Mannschaft spielen, in der man vielleicht mal einen oder 2 Spieler rotiert, aber nicht so oft, wie wir es leider getan haben.“ Dabei spricht er den derzeitigen Ausfall von Lukasz Piszczek auf der rechten Abwehrseite an, der sich im Oktober beim WM-Qualifikationsspiel der polnischen Nationalmannschaft gegen Montenegro eine Verletzung des Außenbandes im rechten Knie zugezogen hat. Der Außenverteidiger fehlt dem BVB wohl noch für längere Zeit und wird gegenwärtig durch den gelernten Innenverteidiger Marc Barta ersetzt. 

Die steile Karriere des Hannes Wolf

Voller Einsatz in einem Spiel gegen Westfalia Wickede: Hannes Wolf im Trikot des Aplerbecker SC 09 (Foto: ASC 09 Dortmund)

Für Borussia Dortmund geht es in Stuttgart nicht nur um wichtige 3 Punkte, sondern man freut sich auch auf ein Wiedersehen eines alten Bekannten. Der heutige Cheftrainer des VfB Stuttgart Hannes Wolf war nicht nur U17- und U19-Trainer beim BVB, sondern auch bei Dortmunds Fußball-Amateurmannschaften ein bekanntes und gern gesehenes Gesicht. Der gebürtige Bochumer spielte nämlich schon in seiner Jugend beim TuS Eichlinghofen, bei Rot-Weiß Barop und beim TSC Eintracht Dortmund. Nach einigen weiteren Zwischenstationen wechselte er 2006 als Spielertrainer zum heutigen Oberligisten Aplerbecker Sport-Club 09 Dortmund und leistete dort in nur 2 Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Aufstieg von der Bezirksliga bis in die Verbandsliga Westfalen (Westfalenliga).

Hannes Wolf (Mitte) wird von seinen Mitspielern beglückwünscht. (Foto: ASC 09 Dortmund)

Aber auch als Trainer der U17 von Borussia Dortmund verspürte Hannes Wolf nach wie vor eine große Lust neben seiner eigentlichen Tätigkeit die Fußballschuhe nochmals zu schnüren. So spielte er 2014 für den von Kevin Großkreutz unterstützten Kreisligisten VfL Kemminghausen. Im damaligen Relegationsspiel gegen die SG Massen leistete er mit 2 erzielten Treffern einen wichtigen Beitrag zum Aufstieg des Vereins in die Bezirksliga. Nur 2 Jahre später wurde der heute 36-Jährige Cheftrainer des VfB Stuttgart, mit dem ihm auf Anhieb der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse des deutschen Fußballs gelang – der 1. Fußballbundesliga. 









 


Borussia Dortmund - FC Bayern München 1 : 3

Für eine weiter schwächelndes Borussia aus Dortmund gerät das Bundesliga-Topspiel des elften Spieltags zu einer bayrischen Machtdemonstration. Der in allen Belangen überlegene Rekordmeister distanziert seinen ärgsten Verfolger beim 1:3 (0:2) aus Dortmunder Sicht deutlich Hier sehen Sie die PK nach dem Spiel !

 

Es ist neben dem Revierderby schon über die letzten Jahre der größte Bundesligaklassiker mit der größten Anziehungskraft. Obwohl der derzeitige Tabellenzweite auf den Spitzenreiter und amtierende Deutschen Meister trifft, sind die Vorzeichen für dieses Treffen aus Dortmunder Sicht nicht gerade rosig. Dennoch rechnet sich BVB-Cheftrainer Peter Bosz gute Chancen aus und nennt auch den Hauptgrund für die Erfolgslosigkeit in den letzten Spielen des BVB.

Die Ausgangslage könnte für Borussia Dortmund eigentlich nicht schlechter sein: während die Bayern unter ihrem neuen, alten Cheftrainer Jupp Heynckes von Sieg zu Sieg eilen, dümpelt der BVB derzeit in einem Tal der Erfolgslosigkeit rum. In den letzten Pflichtspielen – wenn man mal vom Pokalspiel gegen den 3.Ligisten FC Magdeburg absieht – blieben die Westfalen wettbewerbsübergreifend in den letzten 6 Spielen unter ihren Erwartungen. Dennoch möchte Peter Bosz das Wort mit K wie Krise nicht in den Mund nehmen: „Wenn man in Holland von einem „K-Wort“ spricht, dann meint man etwas Anderes. Das ist etwas sehr Böses !“ sprach er und lächelte dabei verschmitzt. „Es ist alles für ein Spitzenspiel da. (…) Wenn wir das Spiel gewinnen, dann sind wir wieder Tabellenführer und dann kann man auf einmal das Gefühl wieder drehen. (…) Wir werden alles dafür tun, was wir können.“

Wenn man sich allerdings noch einmal das Champions-League-Spiel gegen APOEL Nikosia vor Augen führt, dann konnte man den Eindruck gewinnen, dass der BVB speziell in der 2. Halbzeit sehr verunsichert wirkte und nicht in der Lage war, mit dem Druck – nach dem Ausgleichstreffer der Zyprer unbedingt noch ein Tor schießen zu müssen - umgehen zu können. Es entstand schon mal der Eindruck, als wirkten die Spieler in einigen Situationen etwas verkrampft. Peter Bosz vertritt allerdings die Philosophie, Druck in positive Energie umwandeln zu müssen: „Druck ist bei Borussia Dortmund immer da. Wenn man - so wie wir - die letzten Spiele nicht gewinnt, dann erhöht sich der Druck, das gehört dazu. Und wenn man dazu auch gegen Bayern spielt, dann ist da auch wieder Extradruck, aber da muss man als Spieler oder Trainer von Borussia Dortmund mit umgehen können. (…) Mit Druck muss man besser spielen und nicht verkrampfen und schlechter spielen. Ich glaube, dass der Druck uns nur helfen kann.“

Nichtsdestotrotz sieht der BVB-Cheftrainer die Ursache für die Erfolgslosigkeit in den letzten Spielen weder in seinem Spielsystem, noch in der Abwehr, noch in der Moral der Mannschaft. „Wenn wir unsere Chancen, die wir uns herausspielen, besser nutzen, dann wird es schon viel einfacher. Wenn man sich das letzte Spiel (gegen APOEL Nikosia, Anmerkung der Redaktion) 90 Minuten lang angeschaut hat, dann kann man sagen, dass wir uns einige richtig gute Torchancen herausgespielt haben. Die müssen wir nutzen. Das hilft der Mannschaft und auch jedem einzelnen Spieler. Um es ganz einfach zu sagen: den Ball reinhauen !“

Es gilt also den Frust der vergangenen Spiele aus den Köpfen der Spieler zu bekommen und sich auf die positiven Aspekte der Mannschaft zu fokussieren. „Wir waren zu Beginn der Saison sehr dominant, wir haben sehr guten Fußball gespielt und sehr viele Tore geschossen. Wir sind in der Bundesliga immer noch die Mannschaft, die die meisten Tore geschossen hat. Das war wichtig. Jetzt sieht man, dass es etwas schwieriger wird, diese vielen Chancen, die wir immer noch bekommen, zu nutzen. (…) Ich glaube nicht, dass wir ein Mentalitätsproblem haben. Ich glaube schon, dass das Ausnutzen der Torchancen das Wichtigste ist.“ (Bijan Yaghoubi)



 

 

Borussia Dortmund – APOEL Nikosia 

„Wir hätten zuhause gegen Nikosia gewinnen müssen !“ 

Es war eine enttäuschende Leistung des BVB, die sie im Champions League-Spiel gegen APOEL Nikosia zeigte und bei weitem nicht ihren Ansprüchen entsprach. Der Knoten will beim BVB einfach nicht platzen. 

Peter Bosz wirkte durchaus geknickt als er den Presseraum betrat um sich den Fragen der Journalisten zu stellen. Es ist sicher, dass er dabei in dieser Saison zum vorletzten Mal eine dunkelblaue Sponsorenwand im Hintergrund und ein dunkelblaues Pappschild mit der Aufschrift „UEFA Champions League“ vor sich wiederfinden wird.

Dabei schien es zu Beginn des Spiels nur eine Geduldfrage zu sein, wann der BVB es schaffen sollte, den tiefstehenden 5-4-1 Defensiverbund der Zyprer zu überwinden, so groß schien die Überlegenheit der Schwarz-Gelben. Und dann war es soweit: nach einem schönen Pass von Shinji Kagawa in den Laufweg von Raphael Guerreiro im Strafraum des Gegners hatte dieser keine Mühe das wohlverdiente 1:0 für die Borussia zu erzielen. Der Knoten schien geplatzt zu sein, der Frust aus den vergangenen Spieltagen schienen sich die Borussen nun von der Seele zu spielen.

Peter Bosz: „Wenn wir einen Sieg erlangen, wird alles viel einfacher !“

Doch daraus wurde nichts. Nachdem man unmittelbar nach dem Führungstor noch einige gute Chancen nicht nutzen konnte, wirkten die Borussen immer unsicherer. Je länger das Spiel andauerte, desto schwerfälliger tat sich die Borussia. Die Unsicherheit war den Spielern ins Gesicht geschrieben. Es gab im fortlaufenden Spiel immer weniger Ideen um Räume zu kreieren, nur äußerst selten schaffte man es, den entscheidenden Pass in die Tiefe zu spielen und wenn, dann erreichte er nur viel zu selten seinen Adressaten. Also spielte man in den meisten Fällen immer wieder nach hinten, sodass die Innenverteidiger Papa Sokratis und Ömer Toprak, aber auch Keeper Roman Bürki sich immer mehr zu den Hauptakteuren des BVB entwickelten. Kaum jemand hatte noch den Mut den öffnenden Pass in die Tiefe zu spielen. Das Spiel der Borussia wirkte immer schwerfälliger und lethargischer und man nahm immer mehr das Tempo heraus. 

Peter Bosz: „Kopf hoch und weitermachen! Das ist das Einzige, das wir tun müssen.“

Und kurz nach Beginn der 2. Halbzeit kam das was kommen musste. Nach einem Fehler von Marc Bartra auf der rechten Seite schalteten die Spieler von APOEL Nikosia schnell um und leiteten den Konter ein, den Pote zum 1:1-Ausgleichstreffer vollenden konnte. Der BVB versuchte nun mit der Brechstange den wichtigen Führungstreffer zu erzielen, doch je länger das Spiel andauerte, desto schwieriger tat sich die Mannschaft von Peter Bosz, sodass es beim für die Ansprüche des BVB absolut unzureichenden Unentschieden blieb. „Wir hätten zuhause gegen Nikosia gewinnen müssen“, sagte dazu Borussia Dortmunds Cheftrainer nach dem Spiel.“Wenn man dann auch die letzten Spiele nicht gewonnen hat, dann nagt das auch am Selbstvertrauen der Spieler. Die Enttäuschung der Spieler hat man auch nach dem Gegentor sehr genau gesehen. Das kann ich verstehen, aber es muss weitergehen.“

Die BVB-Fans müssen sich weiter in Geduld üben, bis der Knoten endlich platzt. Es bleibt nach dem Auftritt gegen Nikosia mittlerweile sehr fraglich, ob Peter Bosz bei zukünftigen Pressekonferenzen hinter sich eine dunkelgrüne Sponsorenwand und vor sich ein Pappschild mit der Aufschrift „UEFA Euro League“ wiederfinden wird. 

(Bijan Yaghoubi)














Borussia Dortmund - APOEL Nikosia

Es wird Zeit, den Schalter wieder umzulegen 

Seit der 2. Halbzeit im Bundesligaauswärtsspiel gegen den FC Augsburg am 7. Spieltag tut sich der BVB mit seinen Gegnern recht schwer. Man befindet sich nicht nur in der Bundesliga in einer Ergebniskrise, sondern erfüllte bislang auch nicht die Erwartungen in der UEFA-Champions-League. Im Spiel gegen APOEL Nikosia in Zypern enttäuschte man mit einem mageren 1:1 und vergab somit quasi die letzte Chance sich doch noch für das Achtelfinale zu qualifizieren.

Wenn man noch zu Beginn der Bundesligasaison gesagt hätte, dass die Borussia nach dem 10. Spieltag mit lediglich 3 Punkten Rückstand auf die Bayern den 2. Tabellenplatz belegen sollte, dann wäre jeder BVB-Fan in Anbetracht dessen vollends zufrieden gewesen. Doch die Tatsache, dass man in der Liga aus den letzten 3 Spielen lediglich einen Punkt geholt hat und in der UEFA Champions-League weit hinter den Erwartungen herhinkt, lässt eine gewisse Unruhe einkehren. Die Ursachen für die Erfolgslosigkeit in den letzten Spielen – bis auf die Ausnahme im Pokalspiel gegen den FC Magdeburg – hat in der öffentlichen Wahrnehmung viele Gründe :

Peter Bosz sieht mangelnde Aggressivität im Gegenpressing und einfache Ballverluste seiner Mannschaft als Ursache für die Niederlage gegen Hannover 96: „Wir haben heute schlecht gespielt und Hannover hat zurecht gewonnen.“

Man sieht zum Beispiel das „System Bosz“ als Ursache für die Misere, da die Abwehr viel zu hoch verteidige und jeder Pass des Gegners hinter die Linie der Abwehr immer sofort für immense Gefahr sorgen würde. Diese Spielweise des BVB sei viel zu anfällig für schnelle Konter der Gegner und oftmals Ursache für die schlechten Resultate. Man spricht davon, dass der „Code des Systems Bosz“ leicht zu knacken sei und stellt die Arbeit des Trainers in Frage.

Andere sehen deutliche Schwächen im Offensivspiel der Borussia. Pierre Emerick Aubameyang, der in der Torschützenliste nach wie vor ganz weit oben steht, hätte in den letzten Partien sehr unauffällig gewirkt. Gegen Hannover 96 vergab unter anderem  Andrij Yarmolenko eine Riesentorchance, die die 2:1-Führung für den BVB bedeutet hätte und somit das Spiel möglicherweise in eine andere Richtung gelenkt hätte.

Ebenso habe sich die Borussia gegen Hannover im Aufbauspiel nach vorne sehr schwer getan. Man sei nicht in der Lage gewesen gegen die 96er den eigenen Stempel aufzudrücken und verursachte im Mittelfeld sehr viele Fehlpässe. Den Borussen hätte es unter anderem an der nötigen Aggressivität gefehlt sich gegen die sehr eng stehenden und körperbetont spielenden Hannoveraner durchzusetzen.

Auch in der UEFA-Champions-League dürfte das gesetzte Ziel, die Runde der besten 16 Teams in Europa zu erreichen, nahezu ausgeschlossen sein. Es gilt also im kommenden Champions-League-Spiel gegen APOEL Nikosia einiges wiedergutzumachen. Ein Sieg gegen die Zyprer wäre nicht nur extrem wichtig um sich die Chancen zur Qualifikation für die Europa-League zu wahren, sondern auch um sich das nötige Selbstvertrauen im darauffolgenden Bundesligaspiel gegen den FC Bayern München zu holen. Denn das Spiel gegen die wiedererstarkten Bayern dürfte mehr als schwierig werden. (Bijan Yaghoubi)





Hannover 96 - Borussia Dortmund


„Er ist zwar erst 18 Jahre alt, aber ein sehr, sehr talentierter Spieler.“ 


Der letztlich deutliche 5:0-Sieg im DFB-Pokalspiel gegen den FC Magdeburg war nicht nur wichtig für das Selbstvertrauen der Borussen, sondern überraschte auch mit einem Newcomer, der sowohl ein Tor vorbereitete als auch eins selber schoss.

Alexander Isak gilt als ein sehr talentierter Perspektivspieler beim BVB.

Alexander Isak wechselte im Januar 2017 als Perspektivspieler vom schwedischen AIK Solna zu Borussia Dortmund. Zu der Zeit zählte er allerdings nicht unbedingt zu den Wunschkandidaten des damaligen BVB-Cheftrainers Thomas Tuchel. Bis auf die letzten 15 Minuten im Pokalspiel gegen die Sportfreunde Lotte in der letzten Saison konnte der schwedische Fußballspieler mit eritreischen Wurzeln noch keine Pflichtspieleinsätze für Borussia Dortmund verbuchen. Er gilt als Perspektivspieler bis er beim 5:0-Sieg im Pokalspiel gegen den FC Magdeburg mit einer Torvorlage und einem Treffer zum ersten Mal richtig auf sich aufmerksam machte. Trotz der guten Leistung von Alex Isak in Magdeburg stellt BVB-Cheftrainer Peter Bosz ihn jedoch nicht auf eine Stufe mit Sturmstar Pierre Emerick Aubameyang: „Aubas Schatten (auf Alexander Isak) ist sehr groß, da Auba schon seit Jahren ein sehr wichtiger Spieler für Borussia Dortmund ist. Isak ist sehr jung, gerade 18 jahre alt und noch nicht eine komplette Saison beim BVB. Er muss noch sehr viel lernen, aber er ist ein sehr talentierter Spieler. Das sieht man, das hat er auch gegen Magdeburg gezeigt. Jede Minute, die er spielen kann, ist für ihn und seine Entwicklung sehr wichtig. Ich habe in den 3 bis 4 Monaten, in denen ich jetzt hier bin, eine Entwicklung bei ihm feststellen können wie er mit seinem Körper arbeitet. Zu Beginn der Saison war es noch ein bisschen weich, er wird jetzt stärker - das ist auch normal – und bekommt ein bisschen mehr Erfahrung. Jedes Training, das er gegen unsere Innenverteidiger absolviert, sorgt dafür, dass er ein besserer Spieler wird. Wir müssen mit solchen Spielern Geduld haben. Die Spieler haben selbst einen großen Drang, aber das braucht Zeit, vor allen Dingen in der Bundesliga. Er ist zwar erst 18 Jahre alt, aber ein sehr, sehr talentierter Spieler.“ (Bijan Yaghoubi)



 







1. FC Magdeburg - Borussia Dortmund

"Auba ist immer noch da und fit !"

Die abrupte Erfolgslosigkeit der Borussia in den letzten Spielen offenbarte einige Probleme. Hauptkritikpunkt ist zurzeit die Abwehr des BVB, die wegen vieler verletzter Spieler nach wie vor dezimiert ist. Darüber hinaus geriet auch ein anderer Spieler in letzter Zeit immer mehr in die Kritik.

Pierre Emerick Aubameyang genießt nach wie vor das volle Vertrauen von Peter Bosz.

Er ist Torschützenkönig der letzten Saison und führt mit bislang 10 Treffern auch in dieser Saison die Torschützenliste knapp vor Robert Lewandowski an. Seine besondere Eigenschaft ist seine Schnelligkeit, die nahezu jedem Abwehrspieler Schwierigkeiten bereitet. Pierre Emerick Aubameyang ist das Aushängeschild von Borussia Dortmund und für gewöhnlich der Garant für viele Tore und auch die Erfolge von Borussia Dortmund. Doch geriet auch er nach den letzten erfolglosen Spielen des BVB in die Kritik. „Nicht nur die Abwehr mit ihren vielen verletzten Spielern stellt zurzeit ein Problem dar, auch Auba dürfte vorne ruhig mal wieder öfter treffen !“ ist eine Aussage, die zurzeit häufiger zu hören ist. BVB-Cheftrainer Peter Bosz sagte mal, dass er froh darüber sei, über einen großen und breit aufgestellten Kader zu verfügen, da es nicht möglich sei, den hohen Belastungen der Englischen Wochen mit nur 11 Spielern gerecht zu werden. Dennoch kommt für ihn eine Pause für den Sturmstar gegenwärtig nicht in Frage. „Also, momentan versuchen wir vielen Spielern auch Pausen zu ermöglichen. Man muss schauen, welche Positionen neu besetzt werden müssen und man muss schauen, wer diese jeweiligen Positionen ausfüllen könnte. Die Frage ist aber auch: Braucht er eine Pause ?  Wäre es sinnvoll ihm eine Pause zu geben, nur weil er einige Chancen nicht nutzen konnte ? Ich glaube nicht, denn andererseits ist er ja überhaupt dazu gekommen, derartige Chancen zu kreieren. Außerdem sehe ich auch seine Werte, die belegen, dass er absolut fit ist. Er hilft der Mannschaft, wenn es darum geht, den Gegner unter Druck zu setzen und mit seinen Laufwegen zum gegnerischen Tor sorgt er immer noch für sehr viel Gefahr. Das einzige Problem ist, dass er die Chancen nicht immer nutzt. Aber er ist immer noch da, er ist fit, sodass ich meine, dass sich diese Frage zurzeit nicht stellt.“  (BY)






Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund

„Wenn man gewinnt ist alles einfach ! Aber jetzt kommt es darauf an !“

 Die letzte zwei Spiele des BVB enttäuschten die Fans und warfen einen Schatten auf den sonst so guten Saisonstart der Borussia. Peter Bosz sieht sich dadurch jetzt in einer Phase der Herausforderung als Cheftrainer.

Peter Bosz sieht sich in der Herausforderung, die Mannschaft wieder auf ein besseres Niveau zu bringen.

Pierre Emerick Aubameyang hatte in der letzten Aktion der Nachspielzeit im Championsleague-Spiel gegen APOEL Nikosia die Chance, doch noch den so immens wichtigen 2:1-Siegtreffer zu erzielen um somit eine Chance zum Erreichen des Achtelfinals zu wahren. Doch sein Kopfball konnte Nikosias Keeper Jordi Codina abwehren. Schluss ! Aus ! Vorbei ! Die Championsleague ist in dieser Saison für den BVB quasi Geschichte. Dementsprechend groß war auch die Enttäuschung sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern. „Wenn die Resultate nicht so gut sind wie noch zu Beginn der Saison, dann sind die Spieler auch enttäuscht, das ist logisch“ gab auch BVB-Cheftrainer Peter Bosz zu. „Wichtig ist, dass wir den Schalter wieder umlegen und somit die Stimmung auch wieder gut wird. Und das schaffen wir mit guten Resultaten. Deshalb müssen wir versuchen in Frankfurt zu gewinnen.“ Rein statistisch gesehen dürfte es der BVB in Frankfurt jedenfalls sehr schwer haben, denn man schaffte es in den letzten 3 Jahren dort nicht zu gewinnen. Peter Bosz nahm diesen Umstand mit Humor: „Also, wir können es nicht schlechter machen als in den letzten 3 Jahren und das ist schon gut !“

Nichtsdestotrotz gab er zu, dass das Niveau der Mannschaft insgesamt nicht mehr dem Niveau zu Beginn der Saison entspräche und nannte dafür auch eine mögliche Ursache: „Ich habe die meisten Spieler 2 Wochen lang nicht gesehen. Das war die Zeit, in der sie mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. Unmittelbar danach fanden die Spiele gegen Leipzig und Nikosia statt. Durch die enge Tacktung der Spiele hat man nicht so viel Zeit zu trainieren.“ Er sieht sich nun als Cheftrainer in der Herausforderung: „Wir wissen, dass wir das können, weil wir es schon gezeigt haben. Es ist wichtig, dass wir so schnell wie möglich dieses Niveau wieder erreichen.“  (BY)





Borussia Dortmund - RB Leipzig 2 : 3

 

„Aber wir werden das schaffen !“ 

Einsam zieht Borussia Dortmund in der Liga an der Tabellenspitze seine Kreise. 5 Punkte Vorsprung nach 7 Spieltagen ist ein Polster, das bislang nur dem Branchenprimus aus München bekannt sein dürfte. Dass aber auch der BVB zurzeit mit Problemen zu kämpfen hat, kann man nicht verschweigen. 

Lukasz Piszczek fällt wegen einer Knieverletzung für mehrere Wochen aus.

Alle Jahre wieder haben die Vereinstrainer mit den gleichen Problemen zu kämpfen: Die Terminkalender sind voll und die Belastungen für die Spieler, Physiotherapeuten und Trainer sind hoch. Man muss nicht nur die vielen Wettbewerbe mit Champions-League, DFB-Pokal und Bundesliga absolvieren, nein, man muss auch einen Großteil des Kaders für die jeweiligen Nationalmannschaften zur Verfügung stellen. In welchem Zustand die Spieler dann allerdings wieder zurückkehren, bleibt dann immer eine Überraschung. Auch Peter Bosz weiß davon ein Liedchen zu singen: „Es sind jedes Mal zwei Wochen, in denen man darum bangt, dass die Spieler wieder gesund zurückkehren.“ Und sein Bangen ist nicht ganz unbegründet, so wie man es z.B. bei Lukasz Piszczek sehen kann: durch eine Knieverletzung fällt der polnische Nationalspieler mindestens für mehrere Wochen oder gar Monate aus. Die Hinrunde dürfte für den Rechtsverteidiger somit gelaufen sein. Und gerade auf den Außenverteidigerpositionen ist der BVB zurzeit arg dezimiert. Neben Lukasz Piszczek fallen auch weiterhin Erik Durm, Marcel Schmelzer und auch Raphael Guerreiro aus. „Das ist nicht einfach. Dann überlegt man sich, wie man das machen will. Ändert man das System ? Das wäre möglich, weil es nicht mehr viele Spieler gibt, die die Außenverteidigerpositionen besetzen können. Aber wir werden das schaffen.“ Es bleibt Peter Bosz nur wenig Zeit um die richtige Lösung zu finden. (BY)





FC Augsburg - Borussia Dortmund

Borussias neue Kraft

Trotz der Niederlage im Champions League-Spiel gegen Real Madrid ist der BVB in der Bundesliga nach wie vor sehr erfolgreich. Sechs Spieltage wurden in der laufenden Saison gespielt und man steht mit bislang 5 Siegen und einem Remis an der Tabellenspitze. Großen Anteil am Erfolg haben unter anderem auch viele Neuzugänge des BVB, von denen einer ganz besonders in Erscheinung tritt.

Er ist 23 Jahre alt, 183 cm groß und 77 kg schwer und erlebt direkt in seinem ersten Jahr beim BVB einen Höhenflug. Die Rede ist von Maximilian Philipp, auch „Milli“ genannt, der neben Pierre Emerick Aubameyang beim BVB bislang erfolgreichster Torschütze ist. Im perfekten Zusammenspiel mit „Auba“ gelangen ihm sowohl gegen den 1. FC Köln als auch gegen Borussia Mönchengladbach jeweils 2 Tore. Daniel Carvajal, der es als Außenverteidiger von Real Madrid im Champions League-Spiel mit „Milli“ zu tun bekam, lobte den gebürtigen Berliner: „Er ist ein sehr guter Spieler mit tollen Leistungen.“

Auch Borussia Dortmunds Cheftrainer Peter Bosz ist sehr froh darüber, Maximilian Philipp zu seinem Kader zählen zu dürfen: „Ich bin mit Milli sehr zufrieden. In den ersten Bundesligaspielen arbeitete er sehr gut für die Mannschaft, hatte aber leider nicht getroffen. Dann kam das Spiel gegen Köln, in dem er 2 mal traf, ebenso später gegen Borussia Mönchengladbach. Da sieht man auch die Qualitäten von Milli. Er schießt viele Tore und spielt dabei gleichzeitig sehr mannschaftsdienlich. Er ist ein guter Spieler, von denen wir hier in Dortmund sehr viele haben.“





Trotz einer guten Leistung allen voran von Keeper Roman Bürki, der mehrmals überragend gehalten hat und mehrere Großchancen der Madrilenen zu Nichte machte, musste sich der BVB letztlich gegen einen technisch und spielerisch überlegeneren Gegner geschlagen geben.  












Borussia Dortmund - Real Madrid

Der BVB steht unter Zugzwang 

In der Liga läuft es wie am Schnürchen. Das „System Bosz“ bereitet der Borussia bislang einen furiosen Saisonstart, gewann bis auf das Remis in Freiburg alle Spiele und kassierte als einzige Bundesligamannschaft bislang nur ein Gegentor. Die unangefochtene Tabellenführung ist die logische Konsequenz. Es stellt sich nun die Frage, inwieweit der BVB auch in der UEFA Champions League gegen den amtierenden Sieger sein System durchsetzen kann.

Der vermeintlich ärgste Konkurrent in der Gruppenphase der UEFA Championsleague - Tottenham Hotspur - bezwang die Borussen im Londoner Wembley-Stadion deutlich mit 3:1, sodass der BVB nun unter Zugzwang steht. Wenn man als nächstes zuhause nicht punktet, dann droht das vorzeitige Aus im Wettbewerb und das gesetzte Ziel, das Achtelfinale zu erreichen, rückt in ferne Weiten. Und ausgerechnet jetzt muss der BVB gegen den amtierenden Championsleague-Sieger antreten – und das ist kein geringere als Real Madrid ! Rein statistisch gesehen kann sich die Bilanz des BVB gegen Real sehen lassen, denn die Spanier konnten bislang noch nie in Dortmund gewinnen. „Es waren immer sowohl zuhause als auch auswärts großartige und gute Spiele gegen Real Madrid“ sagte Mario Götze und fügte hinzu: „Champions-League ist aber keine Selbstverständlichkeit und auch kein Alltag. (…) Wir stellen uns auf ein sehr gutes und hartes Spiel ein. (…) Wir sind in einer sehr guten Verfassung und werden sehr selbstbewusst auftreten.“

Zwar dominierten die spanischen Teams wie Real Madrid, der FC Barcelona und auch Atletico Madrid  in den letzten Jahren die Champions-League, doch sieht Peter Bosz mittlerweile auch die Zeit reif für deutsche Teams: „Ich glaube schon, dass sich das dieses Jahr ändern kann. Bayern war in diesem Wettbewerb schon immer ein guter Vertreter und ich glaube, dass wir das auch sein können.“

Ein besonderes von Peter Bosz praktiziertes Stilmittel ist das extrem hohes Gegenpressing seiner Mannschaft, das die Gegner immer wieder zu Fehlern zwingt. Der 1. FC Köln und auch Borussia Mönchengladbach können jeweils ein Lied davon singen. Nichtsdestotrotz zeigten die letzten beiden Bundesligapartien, dass der BVB trotz der deutlichen Siege anfällig gegen Konter war, die aber nur die Gladbacher bislang einmal für sich nutzen konnten. Trotz der Räume, die im Rücken der Spieler durch aggressives Pressing entstehen, sieht Peter Bosz in seiner Spielweise auch gegen Real Madrid seine Möglichkeiten: „Das ist möglich, aber wir müssen es gut machen ! Und wenn wir es gut machen, dann ist es möglich. Und wenn wir es schlecht machen, dann sieht es auch schlecht aus, dann wird es ganz schwer.“ 







 

Drei Tage vor dem Duell mit Real Madrid hat Borussia Dortmund dem nächsten Bundesliga-Kontrahenten die Grenzen aufgezeigt. Im Borussen-Duell schickte der BVB Mönchengladbach mit einem empfindlichen 6:1 (3:0) nach Hause und spielte über lange Passagen spektakulären Offensivfußball

Es geht Schlag auf Schlag bei Borussia Dortmund. Nur 70 Stunden nach dem 3:0 beim Hamburger SV ist der Tabellenführer gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr) erneut gefordert. Peter Bosz ist optimistisch: "Die Mannschaft hat Vertrauen, wir spielen guten Fußball und funktionieren als Team", sagte der BVB-Trainer auf der Pressekonferenz am Freitagmittag


Hamburger SV - Borussia Dortmund

Peter Bosz sieht noch Luft nach oben

Das Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln ist gerade erst vorbei, schon muss Borussia Dortmund zum nächsten Gegner - und der heißt Hamburger SV ! Die Hanseaten starteten zwar gut in die Saison, mussten sich aber zuletzt gegen Hannover und Leipzig jeweils mit 0:2 geschlagen geben. Der BVB dagegen steht ohne bislang einen Gegentreffer kassiert zu haben an der Spitze der Tabelle. Dennoch sieht Peter Bosz noch größeres Potenzial in seiner Mannschaft.

"Wir werden hier heute nicht mehr über den Videobeweis und den Protest nach dem Spiel gegen den 1. FC Köln sprechen !" Mit diesen Worten eröffnete Sascha Fligge, Pressesprecher von Borussia Dortmund, die Pressekonferenz, wohl wissend, dass es zur zeit nur ein großes Thema gibt, über das in ganz Fußballdeutschland gesprochen wird. Trotz der Tumulte, die es um das von "Papa" Sokratis erzielte 2:0 gegen den 1. FC Köln gab und es auch noch geben wird, war der BVB in dem Spiel die klar bessere Mannschaft und steht daher zur zeit verdient an der Tabellenspitze der Liga. "Ja, wir haben gute Spieler, wir haben intelligente Spieler, die es auch sehr gut machen", sagte Cheftrainer peter Bosz. "Trotzdem bin ich noch nicht zu 100 Prozent zufrieden, das muss auch noch besser werden. Aber wir machen das schon gut !" Das verlorene Spiel gegen Tottenham Hotspur schloss er dabei ausdrücklich mit ein: "Ich muss sagen, dass wir das in der Champions-League auch sehr gut gemacht haben, nur das Resultat war nicht sehr gut. Aber es ist nicht einfach - das weiß ich auch aus meiner Erfahrung - dass, wenn man so offensiv spielen möchte und hoch in der gegnerischen Hälfte steht, dann auch Räume im Rücken entstehen und dass man dann alles gut machen muss und Fehler schnell gefährlich werden."











Borussia Dortmund – 1. FC Köln

5 : 0 


Sieg des BVB mit Beigeschmack 

Wenn Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln gewinnt, dann fallen die Siege sehr deutlich aus ! Der letzte Sieg gegen die Rheinländer vom Dom ereignete sich am 25.03.2012 deutlich mit 6:1. Auch heute dominierte die Borussia gegen zunächst sehr kompakt auftretende Domstädter. Dennoch hatte das Spiel einen merkwürdigen Beigeschmack.

Mit 81.000 Zuschauern war das Westfalenstadion / der Signal-Iduna-Park zwar nicht ganz ausverkauft, aber die Zuschauer brauchten sich nicht über zu wenige Highlights bzw. Tore zu beschweren. Der Schlüsselmoment des Spiels ereignete sich kurz vor der Halbzeit, als „Papa“ Sokratis nach einem Eckball im gegnerischen Strafraum zum Kopfball hoch stieg und dabei vermeintlich eine Berührung mit Kölns Torhüter Timo Horn hatte. Das darauf gefallene Tor von „Papa“ wurde zwar zunächst aberkannt, dann aber nach Überstimmung durch den Videoassistenten doch gegeben. Diese Entscheidung sorgte für heftige Diskussionen. 


 

Borussia Dortmund - 1. FC Köln

„Wir müssen zuhause gegen Köln gewinnen !“ 

Nach der für ihre Ansprüche eher enttäuschenden Woche mit dem Remis in Freiburg und der doch sehr bitteren Niederlage gegen Tottenham Hotspur steht Borussia Dortmund ein wenig unter Druck seinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Gerade im Spiel gegen Tottenham stand die Abwehr des BVB in der Kritik. Dennoch sieht Peter Bosz das Spiel gegen die Spurs auch positiv. 


Roman Bürki sah bei einigen Gegentreffern gegen Tottenham etwas unglücklich aus

Wenn der Tabellenführer der Fußballbundesliga auf das Schlusslicht der Tabelle trifft, dann sollte im Normalfall klar sein, wer der Favorit ist. Auf das kommende Bundesligaspiel gegen den 1. FC Köln mag dieser Umstand eher bedingt zutreffen, da zum einen die Bundesligasaison gerade mal erst 3 Spieltage alt ist, mit Marc Bartra, Marcel Schmelzer und wahrscheinlich auch Mario Götze auf Seiten des BVB 3 wichtige Spieler ausfallen und nicht zuletzt weil sich die Borussen in den letzten Jahren gegen die Truppe von Peter Stöger sehr schwer getan hat. Der letzte Sieg gegen die Rheinländer liegt schon über 5 Jahre zurück und fand am 25. März 2012 statt: damals gewann man glamourös mit 6:1 ! Seitdem verloren die Schwarz-Gelben 2 mal gegen die Domstädter und trennten sich 4 mal unentschieden. Doch eines einigt beide Teams: Im internationalen Wettbewerb verlor man zuletzt jeweils mit 1:3 gegen eine englische Mannschaft.

Ein gewohnter sicherer Rückhalt in der Innenverteidigung aber auch gegen Tottenham Hotspur etwas in die Kritik geraten: "Papa" Sokratis

Trotz der Kritiken der Abwehr sieht Peter Bosz auch positive Aspekte im Spiel seiner Mannschaft gegen Tottenham: „Es stimmt, dass wir in der 1. Halbzeit 2 Tore bekommen haben und das haben wir nicht gut verteidigt. Da gab es Duelle (Zweikämpfe), die wir deutlich hätten gewinnen müssen. Aber verteidigen bedeutet auch das, was davor passiert. Und das haben wir sehr gut gemacht. Bis auf die 2 Gegentore (…) haben die nicht einmal auf unser Tor geschossen. Das ist auch verteidigen und das haben wir sehr gut gemacht. Am Anfang der Saison war das noch nicht gut, da hatten wir Probleme gegen Rot-Weiss Essen oder den VfL Bochum, die da noch viel gefährlicher waren als Tottenham.“ (Bijan Yaghoubi)



SC Freiburg - Borussia Dortmund
Die Qual der Wahl
Der immer größer werdende Kader von Borussia Dortmund bedeutet zwar einerseits eine gewissen Sicherheit bei Verletzungsproblemen, stellt aber andererseits den BVB-Cheftrainer Peter Bosz vor neue Herausforderungen.
Eine Reihe guter Spieler stehen Peter Bosz für die kommenden Aufgaben zur Verfügung.
Der etwas spektakuläre Abgang von Ousmane Dembele wurde zwar sehr heiß diskutiert und bedeutete nach Aussagen von Hans-Joachim „Aki“ Watzke "einen schweren sportlichen Verlust" für die Borussia, dennoch verstand man es den dreistelligen Millionenbetrag, den man für Ous kassierte, sinnvoll in neue Spieler zu investieren. Andrij Yarmolenko von Dynamo Kiew, aber auch Jadon Sancho aus der Jugend von Manchester City und Jeremy Toljan von der TSG 1899 Hoffenheim als Perspektivspieler, sollen nun den Kader des BVB verstärken. Die Rückkehr der bis dato angeschlagenen Spieler Marcel Schmelzer für die linke Abwehrseite aber auch Julian Weigl im zentralen Mittelfeld stellt BVB-Cheftrainer Peter Bosz vor sogenannte „Luxusprobleme“. Einerseits gilt es den hohen Belastungen durch 7 Pflichtspiele in nur 3 Wochen gerecht zu werden und somit den hohen Belastungen gerecht zu werden und auf möglichst viele Spieler zu verteilen, aber andererseits nicht Gefahr zu laufen, gewisse Automatismen im Spielverlauf durch zuviel Rotationen zu verlieren. Peter Bosz hat dazu seine eigene Meinung: „Wir können nicht 7 Spiele in 3 Wochen mit nur 11 Spielern absolvieren. Dazu brauchen wir mehrere Spieler. Und wie ich gesagt habe: wir haben sehr gute Spieler in einem sehr großen Kader. Uns werden die vielen Spieler auf jeden Fall nützen.“
(Bijan Yaghoubi) 

 

Die Weste bleibt auch nach dem zweiten Spieltag weiß, Borussia Dortmund geht als Tabellenführer in die erste Länderspielpause der Saison. Im ersten Heimspiel schickte der BVB eine chancenlose Berliner Hertha am Samstagabend mit 2:0 (1:0) nach Hause. Wie in Wolfsburg dominierte der BVB die 90 Minuten, ließ defensiv wenig zu und setzte dank der individuellen Qualität der Einzelspieler die entscheidenden Nadelstiche.

 

Borussia Dortmund - Hertha BSC

Er war mit einer der besten und wichtigsten Spieler bei Borussia Dortmund – bis zu seinem Wechsel zu den Bayern im Jahr 2013 ! Mario Götze kam auch nach seiner Rückkehr zu Borussia Dortmund noch nicht so richtig in Tritt, spielte unter Thomas Tuchel nicht die bedeutende Rolle. Borussia Dortmunds neuer Cheftrainer Peter Bosz sieht in Mario Götzes sportlicher Zukunft durchaus Perspektiven.

Es war ein Tag vor dem so wichtigen Champions-League Halbfinale gegen Real Madrid, als Deutschlands größtes Boulevardblatt den Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern München bekannt gab. Diese Nachricht traf damals jeden BVB-Fan tief ins Mark, denn Mario Götze war der Publikumsliebling schlechthin.

Mario Götze beim Training in Brackel

Nachdem er in München nicht so richtig Fuß fassen konnte, wechselte er wieder zurück an die Westfalenmetropole, was nicht unumstritten war. Denn gerade bei den hartgesottenen Fans und speziell bei den Ultras war seine Rückkehr sehr verpöhnt. Seitdem ist der 25-jährige Mittelfeldspieler sehr darum bemüht hier in Dortmund wieder Fuß zu fassen, aber eine Stoffwechselerkrankung warf ihn für ein halbes Jahr aus der Bahn.

Es sind noch Tickets für das Spiel verfügbar, sodass die Tageskassen noch öffnen werden.

Nun befindet er sich auf dem Weg der Besserung, erntete beim Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg durchaus positive Kritik, doch Cheftrainer Peter Bosz mahnt zur Geduld: „90 Minuten werden nicht möglich sein, das wollen wir auch nicht, selbst wenn er das vielleicht durchhalten könnte. Wir müssen da vorsichtig sein. Es geht gut, auch die 60 Minuten (in Wolfsburg) hat er gut überstanden.“ Ebenso sieht er es sinnvoll, dass Mario Götze auch nicht für die anstehenden Länderspiele nominiert wurde: „Ich glaube, dass es für ihn besser ist. Wenn er noch keine 90 Minuten bei Borussia Dortmund durchhalten kann, dann glaube ich, dass es zu früh ist für die A-Nationalmannschaft zu spielen.“ 



 

VfL Wolfsburg - Borussia Dortmund

Mehr Ehrlichkeit in der Bundesliga 

Alle Jahre wieder freuen sich Millionen fußballbegeisterte Fans auf den Start der neuen Bundesligasaison. Auch in Dortmund steigt die Vorfreude auf den Kick der Borussia mit ihrem neuen Cheftrainer Peter Bosz. Neben den Querelen um Ousmane Dembélé, den ständigen Wechselgerüchten um Pierre-Emerick Aubameyang und diversen Verletzungsproblemen im Kader des BVB gibt es in der kommenden Bundesligasaison eine Neuerung, auf dessen Entwicklung man gespannt sein darf. 

Zum ersten Mal in der 54-jährigen Geschichte der Fußballbundesliga wird der seit vielen Jahren heiß diskutierte und von vielen langersehnte Videobeweis im Profifußball eingeführt. Bei strittigen Situationen sollen sogenannte Videoschiedsrichter eingreifen und die Entscheidungen der Schieds- und Linienrichter im Bedarfsfall korrigieren. Borussia Dortmunds ehemaliger Cheftrainer Thomas Tuchel begrüßte einst diese Neuerung. „Im Profifußball fallen für gewöhnlich so wenig Tore, dass es absolut richtig und sinnvoll ist, jedes einzelne Tor auf dessen Korrektheit zu überprüfen“. Auch Peter Bosz sieht diese Neuerung durchaus positiv: „Ich glaube, dass es gut ist, wenn das Spiel ehrlich ist. Wenn man das (die Technik) gut nutzt, dann glaube ich, dass das gut für den Fußball ist. Wenn also dadurch deutlich wird: Ist es eine rote Karte ? Ja oder Nein. Ist es ein Tor ? ja oder Nein !“

Nichtsdestotrotz ist dieser Videobeweis heiß umstritten. 




Sport-Live Kommentar zum Thema Videobeweis von Bijan Yaghoubi:

Wer kennt das nicht ? Der Schiedsrichter pfeift, trifft eine umstrittene Entscheidung und es wird im Fußballstadion automatisch um einiges lauter. Die Fans der einen Mannschaft begrüßen die Entscheidung des Schiedsrichters, applaudieren und jubeln, während die Anhänger des Gegners sich über die Entscheidung des Schiedsrichters tierisch aufregen, lautstark pfeifen und den Unparteiischen wüst beschimpfen. Es nützt nichts, die Entscheidung - die sogenannte „Tatsachenentscheidung“ - des Referees steht fest und es kehrt automatisch wieder Ruhe ein.

Wenn man sich die Szene später zuhause im Fernsehen in einer Zusammenfassung ansieht, dann weiß man nach der Ansicht von mindestens 3 Zeitlupenwiederholungen aus 3 verschiedenen Kameraperspektiven, ob der Schiedsrichter richtig lag oder nicht. Nichtsdestotrotz gab es in der Vergangenheit mehr als genug umstrittene Entscheidungen: Stand der Spieler im Moment der Ballabgabe im Abseits oder war es doch „gleiche Höhe“ ? Hat der Abwehrspieler den Stürmer tatsächlich zu Fall gebracht, hat er ihn berührt und wenn ja, hat er ihn dann so getroffen, dass dieser fallen musste ??? Fragen über Fragen, die in der Vergangenheit immer wieder für Gesprächsstoff sorgten und nie ganz eindeutig zu klären waren. 

Die berühmteste Schiedsrichterfehlentscheidung gab es im WM-Finale 1966 im Wembley-Stadion in London, als der russische Linienrichter Tofiq Bəhramov den Aufprall von Geoff Hursts Schuss von der Latte hinter der Linie sah und auf Tor entscheid – eine Fehlentscheidung, wie wir heute – über 50 Jahre später – nun wissen. Dennoch wollen die meisten Englischen Fußballfans davon nichts wissen und sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass der Ball hinter der Linie war. Das Gute an dieser Fehlentscheidung ist dennoch die Tatsache, dass die Engländer damals den besseren Fußball spielten und verdient Weltmeister wurden.

Meiner Meinung nach muss man unterscheiden zwischen objektiven und subjektiven Entscheidungen. Die objektive Frage ist: War der Ball hinter der Linie oder nicht ? Dazu gibt es keine 2 Meinungen, sondern nur die Frage, ob man es richtig gesehen hat oder nicht. Dank der neu eingeführten Torlinientechnik, die ähnlich wie das „Hawk Eye“ im Tennis funktioniert, gehört diese Frage der Vergangenheit an. Die Einführung der Torlinientechnik ist daher zu begrüßen.

Aber es bleiben die subjektiven Entscheidungen zum Thema Abseits, Foulspiel und Handspiel, die nicht immer zu 100 Prozent zu klären sind. Man stelle sich bitte folgendes Szenario vor: Es ist der 09. April 2013, Borussia Dortmund steht im Viertelfinale der UEFA Champions-League. Es laufen die letzten Minuten der Nachspielzeit und nachdem Marco Reus es tatsächlich geschafft hat kurz vor Schluss doch noch den Ausgleich zu erzielen, braucht der BVB noch ein Tor um doch noch ins Halbfinale einzuziehen. In der 3. Minute der Nachspielzeit passiert das Unfassbare: Nach einer Hereingabe von links grätscht Julian Schieber zum Ball, trifft ihn und der Ball taumelt in Richtung Tor. Felipe Santana befand sich unmittelbar daneben und schob den Ball über die Torlinie. 3:2 ! Der BVB hat das fast Unmögliche geschafft und binnen 4 Minuten 2 Tore geschaffen. Das Stadion bebt, die Fans, die Spieler, Trainer und Betreuer flippen restlos aus, so groß ist die Freude….

Und dann erklärt 3 Minuten später ein Videoschiedsrichter, der sich über 100 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt befindet, dass das Tor nicht gegeben werden kann, weil zuvor eine Abseitssituation vor lag ! Vermutlich könnte dann niemand für irgendetwas garantieren….

Es gibt 2 klare Probleme beim Thema Videobeweis:

1.   Viele Entscheidungen sind subjektiv und lassen sich nie zu 100 Prozent klären – auch nicht nach der 10. Wiederholung !

2.   Die mit dem Videobeweis verbundene Zeitverzögerung zerstört jegliche Stimmung und jegliche Emotion im Fußballstadion ! Das gesamte Spiel würde noch steriler werden und das sollte das Letzte sein, das im Interesse der Verantwortlichen sein sollte. 


Pressekonferenz zum DFB Pokal am Samstag gegen 1. FC Rielasingen

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