100-Prozent gute Arbeit ach mit 80 ! !  

Im hohen Alter steht Manfred Simsch immer noch hinter der Kamera – am Donnerstag wird er 80  

Das Licht von drei Bildschirmen flackert auf das Gesicht von Manfred Simsch. Auf einem ist BVB-Trainer Thomas Tuchel bei einer Pressekonferenz abgebildet, auf den anderen Bildschirmen sieht man zahlreiche Schnittprogramme und Bildfetzen. Der Mann hinter der Kamera von Sport-Live ist hier in seinem Element. Am kommenden Donnerstag wird der Rentner 80 Jahre alt. Ans Aufhören denkt er dabei noch lange nicht.

„Manfred Simsch ist ein 100-Prozentiger. Der verteidigt seine Technik wie seine Frau“, sagt Uwe Kisker, Vorsitzender von Sport-Live und langjähriger Gefährte von Simsch. Alles müsse bei Simsch seine Ordnung haben. Das merkt man auch an der Studio-Einrichtung in seinem Zuhause. Geräte und Unterlagen haben einen fest zugewiesenen Platz, die Kabel hängen ordentlich an den Haken. Hier fliegt nichts herum, hier geht nichts verloren. „Vor einem Dreh sehe ich immer noch einmal in die Koffer, ob alles da ist“, sagt Manfred Simsch. Nichts darf fehlen, alles muss effizient sein. „Ich überlasse nichts dem Zufall“, sagt Simsch.

Manfred Simsch im Ü-Wagen bei der Arbeit

Rundum beschäftigt

Seit den ersten Tagen im Jahr 1994 ist Manfred Simsch bei Sport-Live dabei. Der Verein berichtet live über zahlreiche Sportarten wie Handball oder Schwimmen, überträgt aber auch die Pressekonferenz von Borussia Dortmund. Manfred Simsch kümmert sich neben den Finanzen des Vereins auch um Regie und Technik bei den Aufnahmen. Eine Arbeit, die dem Rentner etwa 10 bis 30 Stunden pro Woche abverlangt.

Uwe Kisker,Manfred Simsch,Christian Zaczek

Angefangen hat alles aber erst in der Mitte seines Lebens. Als Fahrer bei der Dortmunder Gesellschaft für Wohnen (Dogewo) hatte er eine Sieben-Tage-Woche. Das war auch der Grund, warum sich Simsch 1982, mit 45 Jahren, eines der ersten Videoaufnahmegeräte kaufte. „Ich wollte mir auch mal ansehen, was im Fernsehen so läuft“, sagt der Rentner. Ansonsten hätte er sich wegen seiner Arbeitszeiten nur das Testbild ansehen können.

Nachdem er einen Fünf-Minuten-Ausschnitt von einem Projekt der Firma aufgezeichnet hatte, wollte die Wohnungsgesellschaft auch eigene Filme drehen. Sie richtete ein Jahr darauf ein Studio für Simsch ein. Darauf drehte Simsch für die Dogewo Imagefilme. Die technischen Kenntnisse brachte sich Simsch zum größten Teil selbst bei. Auch nach seinem Ruhestand im Jahr 1997 griff die Dogewo auf Simsch zurück. Noch bis 2008 drehte er für die Firma. (...) Zwischendurch lernte er Uwe Kisker kennen. Erst arbeiteten sie beim Offenen Kanal in Dortmund zusammen, dann gründeten sie den Verein Sport-Live. Etwa 20 Jahre nach seinem Ruhestand ist Manfred Simsch immer noch aktiv und voll dabei.

Die Fäden in der Hand

Manfred Simsch bei der Arbeit

„Die Arbeit hält mich einfach jung“, sagt er. Einfach vor dem Fernseher zu sitzen, komme für ihn nicht in Frage. Da steht er lieber hinter der Kamera. Er liest Fachzeitschriften und Romane, in seiner Vereinsarbeit arbeitet er häufig mit jüngeren Menschen zusammen. Es ist ihm wichtig, dass er die Fäden in der Hand hält. „Viele junge Menschen verstehen die Logik hinter der Technik nicht so gut. Dann mach ich das lieber“, sagt er. Einen Nachfolger hat er über die Jahre bisher nicht gefunden.

Aufhören wolle er erst, wenn er körperlich oder geistig dazu nicht mehr in der Lage sei. „Wenn ich anfange, dummes Zeug zu reden, dann wäre es für mich vorbei“, sagt er. Hendrik Schulze Zumhülsen

Quelle: RuhrNachrichten Dortmund vom 21.04.17

Der Weg zum eigenen TV-Übertragungswagen 

1985 begann der Westdeutsche Rundfunk ein Kabelpilotprojekt. Der auch normale Bürger unserer Stadt ermöglichte, eigene, Film und Video-Produktionen ins Fernsehen zu bringen.

Schon ein Jahr später produzierte Uwe Kisker die Sendung „Sport und Spiel im Offenen Kanal“. Dabei fand er reichlich Unterstützung durch die ersten Nutzer des OK.  Zur damaligen Zeit konnte man alle technischen Geräte im OK ausleihen. Doch die Zahl der verschiedenen Produktionen stieg sprunghaft an, so dass man nicht immer Zugriff auf Kameras, Mischer Rekorder und Ton hatte.

Mit kleinen Schritten besorgte man sich privat Kameras und Zusatzgeräte, um weiter produzieren zu können.

Hilfe bekam Uwe durch Helmut Budde und Manfred Simsch.

Der Produktionsname „Sport-Live“ wurde damals schon verwendet.

Die Zahl der Produktionen stieg überraschend schnell an. Wir zeigten Fußball, Handball, Theater, Schlagerpartys, Boxen, Event Veranstaltungen Kleingartenfeste und vieles mehr im OK.                      Unser Eifer war kaum zu bremsen. Aber langsam stiegen auch unsere Kosten in Höhen die man sich privat nicht mehr leisten konnte.

 

Wir überlegten lange und kamen zu dem Entschluss, einen Verein zu gründen. In Vorgesprächen mit interessierten Nutzern fanden sich sieben Personen, die einer Vereinsgründung zustimmten. Am 26. April 1994 versammelten sich die Gründungsväter, um die Gründung des Sport-Live Vereines zu beraten und  die Vereinssatzung zu genehmigen.

Am 25. Mai 1994 bekamen wir von unserem Notar die Urkunde überreicht, das der Verein „Sport-Live e.V. in das Vereinsregister unter der Nr.: 4479 des Amtsgerichtes Dortmund eingetragen ist.

 

Innerhalb kurzer Zeit hatten wir schon fast 100 Mitglieder, die sich als aktive bzw. als fördernde Mitglieder am Vereinsleben beteiligten.

 

Mit Sport-Live ging es steil bergauf, unsere neue Technik wurde immer umfangreicher und schwerer. Jedem viel es schwer, die Kisten mit der Technik zu befördern.

Nach vielem hin und her kamen wir einstimmig zu dem Entschluss, einen kleinen Lieferwagen anzuschaffen und als Ü-Wagen einzusetzen.

Im Jahre 2000 konnten wir einen Fiat Dukato preiswert erwerben und mit unermüdlichem Einsatz unseres Gründungsmitglieds Rolf Andrä, der den Um- und Einbau der Technik in rekordverdächtiger Zeit fertigstellte. Bei einer Musikveranstaltung in Herne konnten wir die eingebaute Videotechnik testen.

Nachdem wir jetzt mit einem Ü-Wagen zu den Aufnahmeorten fahren konnten, nahmen die Produktionen ständig zu. Unsere Aufnahmen machten wir in Berlin, Hamburg, Kassel, Düsseldorf, Essen, Hannover, Köln, Oberhausen, Olpe, Hanau, Offenbach, Frankfurt, Düren, Bonn, Solingen und vielen anderen Städten.  Bis zum heutigen Tag hat sich der Bau des Ü-Wagens gelohnt aber der

Gerätepark wurde immer umfangreicher, so dass wir im Jahre 2011 ein größeres Fahrzeug anschafften. Auch den Ausbau des neuen Dukato übernahm Rolf Andrä, obwohl er kein aktives Mitglied mehr war. Dafür sind wir sehr dankbar. Der technische Wandel ist bis heute nicht aufzuhalten. Wir fingen an mit VHS, S-VHS, Betacam,- dann begann das digitale Zeitalter mit DV,- SD, und heute produzieren wir in HD SDI. Für unsere Auftraggeber sind wir bestens ausgerüstet. 

Zum Abschluss möchte ich mich  bei den Sponsoren, Gönnern und Auftraggebern für das entgegengebrachte Vertrauen herzlich bedanken.

 

 

 

 

Manfred Simsch

1. Kassierer/Technischer-Leiter

 

Hier gibt es Bilder !

Alte Produktionen und der erste Ü-Wagen von Sport-Live e.V. Dortmund 

(Hier gibt es alle Infos zum neuen Ü-Wagen HD-Technik)

 (Mach mit bei Sport-Live e.V. Dortmund)