TV- und Videoproduktion
Verein zur Förderung von Sport und Kultur im Medienbereich

 

BVB-Pressekonferenzen aus der Bundesliga-Hinrunde der Saison 2020/2021

 

"Wir sind über jeden Spieler im Kader glücklich!"

Es ist immer eine schmale Gratwanderung, ob es Sinn macht, eigene Spieler an andere Vereine auszuleihen, damit diese sich durch regelmäßige Spielpraxis weiterentwickeln können, oder sie zu behalten. Edin Terzic hat dazu eine bestimmte Ansicht.

Dan-Axel Zagadou fällt wegen eines Muskelfaserrisses im hinteren Oberschenkel für die nächsten 2 bis 3 Wochen aus.

Borussia Dortmund hat einen recht großen Kader. Und da macht es durchaus Sinn, einige Spieler an andere Vereine auszuleihen um ihnen mehr Spiel- und Wettkampfpraxis zu ermöglichen. Dazu gehören unter anderem Marius Wolf, der an den 1. FC Köln ausgeliehen wurde, oder Leonardo Balerdi, der als Perspektivspieler zurzeit in seiner Rolle als Innenverteidiger bei Olympique Mareille spielt. 
Doch die Ansprüche sind beim BVB recht hoch. Man möchte in der Liga ganz weit oben mitspielen und sich dabei mindestens für die UEFA Champions League qualifizieren, im DFB-Pokal so erfolgreich wie möglich sein und auch in der UEFA Champions-League selbst wenigstens das Achtelfinale erreichen. Und das bedeutet immer einen recht engen und straffen Zeit- und Terminplan, der durch die von der Coronakrise ausgelösten Rahmenbedingungen noch deutlich verschärft wurde. So bleibt es nicht aus, dass Pflichtspiele sehr oft im 3 bis 4 Tages-Takt stattfinden, die logischerweise eine hohe Belastung für jeden einzelnen Spieler darstellen. Und so passiert es leider oft, dass sich der ein oder andere Spieler verletzt. Neben dem Langzeitverletzten Thorgan Hazard, der sich im Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig eine Muskelverletzung zugezogen hat, fällt zusätzlich im Abwehrzentrum Dan-Axel Zagadou wegen eines Muskelfaserriss im hinter Oberschenkel aus. BVB-Cheftrainer Edin Terzic rechnet damit, dass der gelernte Innenverteidiger nach 2 bis 3 Wochen wieder zur Verfügung stehen wird. 

Emre Can fällt gegen Leverkusen wegen einer Gelbsperre aus.

Die größere Baustelle befindet sich derzeit aber im zentralen Mittelfeld direkt vor der Abwehr, wo Axel Witsel verletzungsbedingt wohl bis zum Saisonende ausfallen wird und man für das Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen auch wegen einer Gelbsperre auf Emre Can verzichten muss. "Irgendjemand von euch (Journalisten, Anmerkung der Redaktion) hatte mich mal gefragt: Wollen wir noch jemanden abgeben? Ist der Kader zu groß? Und da haben wir damals schon gesagt: Wir freuen uns über jeden Spieler in unserem Kader! Jeder Spieler ist wichtig!" sagte BVB-Cheftrainer Edin Terzic zur allgemeinen Personallage und betonte speziell für das zentrale Mittelfeld die Bedeutung der beiden Ausfälle: "Wir haben die ganze Zeit schon erwähnt, wie wichtig Emre und Axel für diese Mannschaft sind (...) Diese Aufgabe, die Emre am letzten Samstag hatte, wird dann morgen jemand anderes übernehmen, aber wir sind dennoch guter Dinge, das komplett kompensieren zu können. (...) Fakt ist, dass wir genug Qualität in der Mannschaft haben, um auf diesen Ausfall reagieren zu können." (BY)




 

"Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden!"

Borussia Dortmund muss sich im Spiel gegen einen "leidenschaftlichen und disziplinierten" Gegner aus Mainz letztlich mit einem Punkt zufrieden geben.

Dabei sah es zunächst für den haushohen Favoriten sehr gut aus: Borussia Dortmund erspielte sich in einer guten 1. Halbzeit viele hochklassige Torchancen heraus, die dann aber letztlich nicht zum Erfolg führten. In der 2. Halbzeit ließen die Westfalen leider ein wenig nach, wirkten teilweise etwas unkonzentriert und bekamen gegen tief stehende Mainzer immer mehr Probleme. Man schaffte es kaum sich Räume zu erspielen und echte Torchancen zu kreieren. Die Gäste wiederum konnten gut umschalten und somit Abspielfehler der Dortmunder in gute Konterchancen umwandeln. Eine dieser Chancen nutze Levin Öztunali in der 57. Minute durch einen platzierten Fernschuss zur bis dato völlig unerwarteten Mainzer Führung zum 0:1. 

Der BVB wirkte dadurch zunächst etwas geschockt und tat sich zwar weiterhin schwer, schaffte es aber dann den Druck auf das Mainzer Tor zu erhöhen. In der 73. Minute erzielte Thomas Meunier, der insgesamt ein gutes Spiel absolvierte, den 1:1 Augleichstreffer. Anschließend wurde das Spiel etwas zerfahren: nur kurze Zeit später vergab BVB-Kapitän Marco Reus die Riesenchance, den BVB durch einen Foulelfmeter in Führung zu bringen und wieder nur ein paar Minuten später traf der Mainzer Latza nach einer turbulenten Szene im Dortmunder Strafraum nur den Pfosten. "Wir haben in der 2. Halbzeit nicht so strukturiert nach vorne gespielt, wir haben häufig nicht die Positionen gehalten und für unsere Verhältnisse ein bisschen wild gespielt" resümierte Marco Reus kurz nach dem Spiel die etwas turbulente 2. Halbzeit. "Wir wussten natürlich, dass Mainz sehr tief stehen und viel auf Konter spielen wird. (...) Im Großen und Ganzen muss man sagen, dass wir natürlich enttäuscht sind, weil wir nach dem Sieg in Leipzig hier und heute nachlegen und uns für die nächsten Spiele eine gute Ausgangsposition schaffen wollten." 

Auch BVB-Cheftrainer Edin Terzic sieht das Spiel seiner Schwarz-Gelben in der 2. Halbzeit speziell im Offensivbereich ebenfalls kritisch: "Wir hatten damit aufgehört den Gegner zu bewegen und immer wieder die Seiten zu verlagern, hatten dann auch nicht die klaren Torchancen, sind dann durch ein Supertor in Rückstand geraten. (...) Am Ende werden Spiele durch Tore entschieden. Das hat heute nicht gepasst. Deshalb haben wir heute leider nur einen Punkt erzielt." (BY)





 

In der Ruhe liegt die Kraft

Die jüngste sportlich positive Entwicklung beim BVB mit den Siegen gegen Wolfsburg und Leipzig hat ihre Gründe. Cheftrainer Edin Terzic und Sportdirektor Michael Zorc nennen dafür unter anderem einen Grund.

Der letzte Monat Dezember war für Borussia Dortmund mit den vielen sogenanntgen "Englischen Wochen" und den damit verbundenen Pflichtspielen im 3-Tages-Rhythmus nicht gerade von Erfolg gekrönt. Die völlig unerwartete Niederlage gegen den 1. FC Köln, aber vor allem das 1:5-Debakel gegen den Aufsteiger vom VfB Stuttgart hatten beim BVB nicht nur Lucien Favre den Job als Cheftrainer gekostet, sondern die Westfalen in der Tabelle ein ganzes Stück - bis auf Platz 6 - zurück geworfen. Ein Grund dafür mag zum einen die taktische Ausrichtung des Ex-Trainers gewesen sein, aber zum anderen aber auch die Tatsache, dass durch die enge Spieltaktung "die Zeit sehr anstrengend war und die geistige Frische auch ein bisschen drunter gelitten hatte", wie Edin Terzic es bei der Pressekonferenz bestätigte. 

Doch die Aufstiegskurve zeigt zu Beginn des Jahres mit den Siegen gegen den VfL Wolfsburg und vor allem gegen RB Leipzig wieder deutlich nach oben. "Da hatten wir natürlich den Vorteil, dass wir in den letzten 3 Wochen vernünftig trainieren konnten." Auch Sportdirektor Michael Zorc sieht die sportliche Entwicklung beim BVB ähnlich: "Wir hatten ja diesen kleinen Break über Weihnachten und Silvester und bis auf die ersten 15 Minuten gegen Wolfsburg, als ich uns auch zu passiv fand, haben wir deutlich mehr Intensität im Spiel - auch wenn nicht immer alles fußballerisch klappt." Aber genau diese Intensität im Spiel gegen den Ball sei das neue Erfolgsrezept beim BVB.

"Er ist ein herausragender Mensch"

Axel Witsel hat beim BVB auch eine wichtige zwischenmenschliche Aufgabe übernommen.

Doch der wichtige Sieg gegen RB Leipzig hatte auch einen Wehrmutstropfen. Axel Witsel blieb im Bundesliga-Top-Spiel ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen und erlitt dabei einen Riss in der Achillessehne. Der Belgier fällt somit aller Voraussicht nach für den Rest der Saison aus. Doch der belgische Nationalspieler hat beim BVB nicht nur sportliche Aufgaben übernommen. "Er spricht relativ viele Sprachen und ist deshalb auch in der Kabine ein wichtiger Spieler und eine wichtige Persönlichkeit" wie BVB-Keeper Roman Bürki es beim letzten Mediengespräch erklärte. Er sei wegen seiner guten Sprachkenntnisse speziell für die Spieler wichtig, die nicht unbedingt gut Deutsch oder Englisch sprechen, weil er sich mit ihnen auch zwischenmenschlich gut austauschen könne. Die enorme soziale Kompetenz, die der 32-Jährige mit in den Verein einbringt, betonte auch Cheftrainer Edin Terzic: "Axel ist ein unglaublich guter Spieler und unglaublich wichtig für uns als Mannschaft und er ist auch ein herausragener Mensch. Diese Qualitäten hat er ja nicht nur bei uns gezeigt, sondern diese Rolle übernimmt er auch in der belgischen Nationalmannschaft, die in den letzten Jahren auch nicht so unerfolgreich war. Auch wenn er nach außen nicht so als Lautsprecher gilt, hat er ein sehr hohes Standing innerhalb der Mannschaft. Das wird er auch behalten. Jetzt leider ein bisschen aus der Ferne durch die Verletzung, aber er ist extrem wichtig für uns, sowohl im Spiel als auch im täglichen Umgang." 

(Bijan Yaghoubi)



 

"Wir brauchen kleine Schritte"

BVB-Cheftrainer Edin Terzic sieht sich und seine Mannschaft auf einem guten Weg in der Tabelle wieder einen "großen Sprung" nach oben zu machen. Der wichtige 3:1-Sieg seiner Jungs bei RB Leipzig bildet dafür eine gute Grundlage. Jedoch gab es auch dieses Mal wieder Kritik vom Trainer.

"Den Sieg planen wir ein, weil wir mutig genug sind" kündigte Leipzig Cheftrainer Julian Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem wichtigen Spiel gegen Borussia Dortmund an. "Sie spielen eine gefühlt deutlich schlechtere Saison als wir!" war unter anderem eine Begründung für seinen Optimismus und verwies dabei auf die Heimstärke und die gute Abwehrarbeit seiner Mannschaft. Doch treu nach Adi Preislers Devise "Grau ist alle Theorie, entscheidend ist auf`m Platz" stellte sich der Spielverlauf zu Gunsten der Westfalen letztlich doch etwas anders dar als man es sich in Leipzig vorgestellt hatte. Nachdem in der ersten Halbzeit beide Mannschaft durch gute tatktische Disziplin und gute Abwehrarbeit zu überzeugen wussten, ergriffen die Borussen in der 2. Halbzeit immer mehr die Initiative, erspielten sich gute Chancen und gewannen letztlich durch die Tore von Jadon Sancho und Erling Haaland verdient mit 3:1. "Wir wussten, dass wir heute in der Tabelle einen großen Schritt machen konnten" erklärte BVB-Cheftrainer Edin Terzic nach dem Spiel. "Wir wussten aber auch, dass wir dafür auf dem Platz kleine Schritte brauchten." Trotz des Sieges und dem recht disziplinierten Auftreten des BVB kritisierte der gebürtige Mendener dennoch zum Teil das Spiel seiner Mannschaft in der 1. Halbzeit. "Ich habe in einer Statistik gelesen, dass es bei uns 112 Fehlpässe gab. Davon waren gefühlte 110 in der ersten Halbzeit. Wir hatten kaum Ballbesitz, kamen ab der 30. Minute etwas näher an das gegnerische Tor, ohne aber jedoch eine Torchance herauszuspielen."



 

"Die Tabelle schneller beeinflussen"

Bei Borussia Dortmund stehen die berühmten "Wochen der Wahrheit" an. Trotz der etwas durchwachsenen Auftritte in der jüngsten Vergangenheit freuen sich die Verantwortlichen des BVB sehr auf die kommenden Aufgaben. 

Mit dem letzten Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg hat der BVB wieder ein wenig Auftrieb bekommen, den er auch gerne dafür nutzen möchte, um bei den künftigen Spielen gegen die direkten Ligakonkurrenten den Abstand zur Tabellenspitze der Bundesliga zu verkleinern. BVB-Sportdirektor Michael Zorc sprach dabei von der Rolle des BVB als "Jäger" und betonte, dass er - genauso wie Cheftrainer Edin Terzic - sich sehr auf den kommenden Aufgaben gegen RB Leipzig, Bayer 04 Leverkusen und Borussia Mönchengladbach, die aufgrund der momentanen Tabellenkonstellation als sogenannte "6-Punkte-Spiele" gelten, freut. Sollte man allerdings bei den kommenden Partien einen ähnlichen Auftritt hinlegen wie bei den letzten Partien im Dezember, dann besteht natürlich schnell die Gefahr, dass die Westfalen in die Bedeutungslosigkeit abrutschen. "Wir können sehr viel gewinnen!" sagte dazu Sebastian Kehl beim Mediengespräch am Mittwoch in Brackel. "Ich glaube, mit dieser Orientierung sollten wir in die Spiele gehen. Wir haben mit Leipzig, dem Heimspiel gegen Leverkusen, Gladbach und Mainz haben wir alle Möglichkeiten, können einen deutlichen Schritt nach vorne machen und würde gerne mit dieser positiven Orientierung rangehen!" Auch Cheftrainer Edin Terzic betont, dass man bei Spielen gegen die direkten Tabellennachbarn in der Liga "die Tabelle schneller beeinflussen" kann. Die Ausgangsvoraussetzungen dafür sind nicht so schlecht. Bis auf Thorgan Hazard und Jude Bellingham stehen ihm nahezu alle Spieler wieder zur Verfügung. Und der Spielplan ist momentan nicht ganz so dicht getaktet wie noch im Dezember, sodass man noch genug Zeit hat, diverse Trainingseinheiten zu absolvieren und Automatismen zu verfeinern.




"Wir sind rundherum zufrieden!"

Es war das erwartungsgemäß schwere Spiel gegen den VfL Wolfsburg, das der BVB am Ende glücklich, aber nicht unverdient mit 2:0 für sich entscheiden konnte. BVB-Cheftrainer Edin Terzic war mit der Leistung seiner Mannschaft weitestgehend zufrieden, bis auf ein paar Ausnahmen.

Die wichtigen 3 Punkte konnte der BVB im Sonntagsspiel gegen den direkten Ligakonkurrenten und Nachbarn in der Bundesligatabelle für sich entscheiden und somit zumindest erstmal wieder auf Platz 4, der für die direkte Teilnahme an der UEFA Champions League berechtigt, klettern. Allerdings hatten die Wölfe zunächst den deutlich besseren Start in die Partie, in der sie mehr und bessere Torchancen heraus spielen konnten. Sie pressten sehr hoch und störten den BVB somit schon früh im Spielaufbau. "In der Anfangsphase - also die ersten 7 bis 8 Minuten - haben wir uns das Leben auch selber schwer gemacht. Es passte noch noch von der Passqualität, haben den ein oder anderen Fehlpass gespielt und dann hatten wir auch noch nicht die Aggressivität, die es gegen so einen Gegner braucht" kritisierte auch BVB-Cheftrainer Edin Terzic die Leistung seiner Mannschaft in der Anfangsphase. Doch dann kam der BVB besser in Fluss und erspielte sich viele gute Torchancen und gewann letztlich durch einen Kopfballtreffer durch Manuel Akanji nach einem Eckball und Jadon Sancho nach einem Konter in der Nachspielzeit mit 2:0, sodass man beim BVB mit dem Spiel speziell in der 2. Halbzeit insgesamt "rundherum zufrieden" sein konnte. (BY)





"Er ist auf einem guten Weg."

Sportdirektor Michael Zorc machte seine Unzufriedenheit über das bisherige Abschneiden von Borussia Dortmund in der Liga beim BVB-Spieltagsmagazin deutlich. Platz 5 entspricht nicht seinen Wünschen und Anforderungen, was viele auch auf Leistungsschwankungen einiger Spieler im offensiven Mittelfeld zurückführen. Doch gerade dort könnte sich in naher Zukunft jemand profilieren, der bislang noch nicht im Fokus stand.

Reinier gibt auf dem Trainingsgelände weiter "Gas" (Foto: Bijan Yaghoubi, Sport-Live e.V.)

Reinier, oder mit vollständigem Namen: Reinier Jesus Carvalho, wird am 19. Januar dieses Jahres - also in 2 Wochen - 19 Jahre alt, ist ein brasilianischer Mittelfeldspieler, der als klassischer "Zehner" gilt und seit August 2020 als Leihspieler von Real Madrid bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht. Man erhoffte sich wie bei Achraf Hakimi, der vor 2 Jahren als Leihspieler der Königlichen bei den Westfalen einen Riesensprung auf seiner Karriereleiter machen konnte, eine Win-Win-Situation für beide Klubs. Doch die Realität sah dann leider etwas anders aus: seit August 2020 schaffte es der brasilianische Nachwuchsspieler, dessen großes Vorbild der ehemalige brasilianische Spieler Kaka ist, unter Cheftrainer Lucien Favre gerade einmal auf 7 Kurzeinsätze mit insgesamt 105 Pflichtspielminuten - zu wenig um sich richtig etablieren zu können. Ein Grund mag auch seine Coronainfektion und die damit verbundene 2-wöchige-Quarantäne Ende November/Anfang Dezember gewesen sein. Entsprechend unzufrieden ist man demzufolge auch bei Real Madrid, wie die spanische Zeitung "AS" bereits Anfang November berichtete. 

"Es ist kein leichtes Jahr für ihn gewesen" resümierte auch BVB-Cheftrainer Edin Terzic seine Situation. "Es ist natürlich auch durch Corona nicht leicht für ihn gewesen. Er hatte innerhalb von 12 Monaten 2 mal den Verein gewechselt (am 20. Januar 2020 von Flamengo Rio de Janeiro zu Real Madrid und seit August 2020 auf Leihbasis bei Borussia Dortmund, Anmerkung der Redaktion) und dabei auch 2 mal das Land gewechselt. Das ist auch von der Kultur etwas anderes." Er bräuchte etwas Zeit um sich zu aklimatisieren,  sei aber auf einem "guten Weg", wie Edin Terzic bei der Pressekonferenz fortführte. "Er gibt Gas, er ist sehr fleißig im Training, damit sind wir sehr zufrieden. Auch er ist jemand, dem wir sehr viel Input geben, damit er die Dinge auch versteht." Er müsse die Zeit mitbringen, um seine Entwicklung "auf die nächste Stufe zu schieben" und dann würde es sich das auch in seiner Leistung wiederspiegeln.



 

"Ich trau ihm sehr viel zu!"

"Neue Besen kehren gut" ist ein altes deutsches Sprichwort. In Dortmund hofft man mit der neuen Philosophie von Cheftrainer Edin Terzic den BVB in die Erfolgsspur zurückführen zu können. Fakt ist, dass zuletzt - wohl auch durch die Verletzungsmisere bedingt - einige Spieler Einsatzzeiten bekommen haben, die bislang nicht im Fokus der Öffentlichkeit standen.

Mateu Morey, der zuletzt den verletzten Thomas Meunier auf der rechten Abwehrseite ersetzte, erntet viel Lob von Edin Terzic.

Der auf der rechten Abwehrseite unter Lucien Favre gesetzte Thomas Meunier fällt seit Anfang Dezember wegen einer Muskelverletzung aus, sodass Mateu Morey seitdem weitestgehend diese Lücke füllt. Der gerade einmal 20-Jährige gebürtige Mallorquiner, der im Sommer 2019 von der Jugend des FC Barcelona zu Borussia Dortmund wechselte, gilt als Perspektivspieler und kam bislang eher nur sporadisch zu Einsatzzeiten, was sich nun unter Edin Terzic allerdings ändern könnte. "Wir sind unglaublich glücklich, dass Mateu bei uns ist. Er gehört auch zu den jungen Spielern, die ihr Heimatland verlassen hat um bei uns Fußball zu spielen. Wir sind glücklich, dass wir ihn als Menschen hier haben" sagte der neue Cheftrainer über den spanischen Abwehrspieler und lobte dessen spielerischen Qualitäten: "Er ist sehr wach, sehr aufnahmebereit und will sich stetig verbessern. Jetzt zuletzt hat er sich damit belohnt, dass er auch die ein oder andere Einsatzminute bekommen hat. Ich finde, er hat das sehr, sehr gut gemacht. Seine Qualitäten sind deutlich im spielerischen Bereich: in engen Räumen, unter Druck bleibt er technisch sauber, sowohl mit dem rechten als auch mit dem linken Fuß, ist sehr mutig. In der letzten Saison spielte er in Leipzig zum ersten mal auf dieser Position und machte ein herausragendes Spiel, total mutig, total befreit und ich trau ihm in Zukunft sehr viel zu und freu mich, dass er ein Teil unserer Mannschaft ist."



 

Die neue Philosophie des Edin Terzic

Nach der doch recht plötzlichen Entlassung von Cheftrainer Lucien Favre hat nun der bisherige Co-Trainer Edin Terzic die schwierige aber auch reizvolle Aufgabe, die Mannschaft in seiner neuen Funktion als Cheftrainer durch die Saison zu führen. Er stellt sich bei der Pressekonferenz vor und vermittelt dabei seine neue Philosophie.

2,5 Jahre trainierte Lucien Favre das Team von Borussia Dortmund. Obwohl er mit dem BVB in der Bundesliga immer ganz weit oben mitspielte und einen recht beachtlichen Punktedurchschnitt (2,08 Punkte pro Spiel) erzielen konnte, war sein Dasein als Cheftrainer hier in Dortmund nie unumstritten. Zum einen kreideten ihm viele Fans an, trotz eines guten Kaders nie wirklich in der Lage gewesen zu sein, mit dem BVB um einen Titel mitzuspielen  (vom Gewinn des Supercups 2018 mal abgesehen) und zum anderen hatten viele BVB-Fans Probleme mit seiner äußerst ruhigen und entschleunigenden Mentalität. Seine stets mahnenden Worte, man müsse mit mehr Geduld spielen, sind allen noch in Erinnerung, nur nicht immer in guter. Doch nach dem 1:5-Debakel gegen den VfB Stuttgart zogen die Verantwortlichen des BVB die Reissleine und erkorten Edin Terzic als neuen Cheftrainer, der bis dato als Co-Trainer neben Lucien Favre und Manfred Stefes fungierte. "Die Niederlage am Samstag tut weh und da ich auch ein Teil des Trainerteams war, muss ich mir auch den Schuh anziehen." erklärte er auf der Pressekonferenz. "Es geht darum, dass wir am Dienstag gegen Bremen eine Reaktion zeigen. Ich habe mit der Mannschaft gesprochen und gesagt, dass das nicht Borussia Dortmund war, was wir am Samstag gesehen haben." Gegen den SV Werder Bremen fordert er "eine ganz andere Mannschaft" ein.

"Ich bin auch ein Produkt von Borussia Dortmund"

Edin Terzic wurde am 30. Oktober 1982 in Menden im Sauerland, also unweit von Dortmund, geboren. An der Ruhr-Universität in Bochum studierte er Sportwissenschaften und als aktiver Spieler absolvierte er zwischen 2004 und 2013 ganze 188 Partien bei Teams aus der Ober- und Regionalliga. Bereits in seiner aktiven Zeit als Spieler von Borussia Dröschede startete er 2010 seine Laufbahn als Trainer von Borussia Dortmund, zunächst noch als Co-Trainer der U19 des BVB. Nachdem er zwischen 2013 und 2017 bei Beşiktaş Istanbul und West Ham United einige Auslandserfahrungen sammeln konnte, kehrte er 2018 nach Dortmund zurück und wurde 2. Co-Trainer im Team von Lucien Favre. Da er sich auch als ein Dortmunder Junge sieht, ist es für ihn auch eine Herzensangelegenheit diese Mannschaft zu trainieren. Nun gilt es, die neuen Philosophien möglichst schnell auf dem Fußballplatz umzusetzen. Eine davon ist eine offensiv ausgerichtete Spielweise: "Es gibt 2 Arten, wie man ein Fußballspiel gewinnen kann: das ist zum einen, dass man versucht ein Tor weniger zu kassieren als der Gegner. Ich bin aber eher dafür, dass wir dazu bereit sind, ein Tor mehr zu schießen als der Gegner!"  

"Er ist bereit"

Youssoufa Moukoko soll in Zukunft mehr Einsatzzeiten bekommen. (Foto: Bijan Yaghoubi)

Die nächste neue Philosophie ist es, Spieler zu pushen anstatt auszubremsen. Lucien Favre betonte einst mehrfach, dass es unmöglich sei, dass ein Spieler in den Englischen Wochen, in denen im 3-Tages-Rhythmus ein Pflichtspiel stattfindet, stets an allen Spielen teilnehmen könne. Ebenso müssen junge Spieler langsam aufgebaut und an den Ligaalltag herangeführt werden. Doch seit der Verletzung von Erling Haaland, der beim BVB im Sturmzentrum bislang immer sehr erfolgreich agiert hat, tuen sich die Borussen sehr schwer damit, seinen Ausfall zu kompensieren. Lucien Favre setzte zuletzt darauf, Marco Reus und Julian Brandt im Sturm bzw. als "falsche Neun" einzusetzen, doch geschah dies bei weitem nicht mit dem durchschlagenden Erfolg wie bei Erling Haaland. 
Youssoufa Moukoko, der im Teenageralter von gerade einmal 16 Jahren spielerisch sehr weit entwickelt und für diese Position ausgebildet ist, wollte Lucien Favre bis dato schonen. "Er ist noch sehr jung und hat sehr viel Zeit" waren seine Aussagen zu Youssoufa. Nun aber widersprach ihm desbezüglich Sportdirektor Michael Zorc, der eine neue Philosophie vermittelte: "Wir wollen Youssoufa schon auch aufbauen und ihm nicht jemanden vor die Nase stellen" sagte er auf die Frage, ob man mit dem Gedanken spiele, den BVB im Winter mit einem zusätzlichen Stürmer zu verstärken. "Ich hoffe schon, dass er in den kommenden Wochen und Monaten seine Einsatzzeiten beim BVB bekommen wird, weil er zumindest im Training schon gezeigt hat, dass er bereit sein kann." (BY)



 "Es war eine Katastrophe"

Nach einer völlig desolaten Leistung und einer historischen Niederlage gegen den VfB Stuttgart bemüht sich BVB-Cheftrainer Lucien Favre um einer Erklärung.

Man ist es mittlerweile gewohnt, dass der BVB momentan auf dem Fußballplatz kein Feuerwerk abbrennt. Es ist auch bekannt, dass Lucien Favre mit dem Personal, das ihm zur Verfügung steht, die Belastungen in den vielen "Englischen Wochen" steuern muss und dementsprechend rotieren muss. Viele Fans wussten im Vorfeld, dass es gegen den sehr gut aufspielenden Aufsteiger aus Stuttgart kein Spaziergang wird. Aber dass man das Spiel letztlich so klar und deutlich und vor allem völlig verdient verlieren würde, hätte wohl im Vorfeld keiner erwartet. Die Fans in den sozialen Netzwerken kochen vor Wut und auch die Journalisten sind in Anbetracht der gegenwärtigen Leistung des BVB auf dem Platz zum Teil "geschockt".
"Es war für Stuttgart zu einfach!" gab auch BVB-Cheftrainer Lucien Favre zu, der auf der Pressekonferenz völlig resigniert wirkte und um eine Erklärung bemüht war. "Wir waren in den Zweikämpfen und bei der Balleroberung überhaupt nicht gut" war der größte Kritikpunkt an seine eigene Mannschaft. Der Ausgleichstreffer von Gio Reyna in der 39. Spielminute war schon recht schmeichelhaft, da der VfB Stuttgart bis dato das Spiel vollständig kontrollierte und diktierte.
Nun hat sich in der jüngsten Vergangenheit oft gezeigt, dass der BVB durchaus das Potenzial hatte, in der 2. Halbzeit durch eine gesteigerte Leistung das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen. Doch dieses mal wurde genau anderherum ein Schuh draus. Der VfB verstand es in der 2. Halbzeit gegen völlig desolate Borussen den Sack zuzumachen und das Spiel ungewöhnlich klar und deutlich für sich zu entscheiden. Schnell wurden Erinnerungen wach, denn man verlor gegen den FC Augsburg und erst vor 2 Wochen gegen den 1. FC Köln völlig unerwartet und vergab somit wichtige Punkte im Kampf um einen Champions League Platz. "Ich würde den VfB Stuttgart nicht mit dem FC Augsburg oder den 1. FC Köln vergleichen" sagte Lucien Favre dazu. "Es war überhaupt nicht gut, man muss schon sagen: eine Katastrophe. Wir kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe und kamen nicht zur Balleroberung. (...) Wir haben ungeduldig gespielt und haben uns dann auskontern lassen."




 

 

"Wir sind auf einem guten Weg"

 

Die nicht immer ganz so erfolgreichen Spiele des BVB in der jüngsten Vergangenheit lassen bei dem ein oder anderen Fan Unmut und Unzufriedenheit aufkommen. Sportdirektor Michael Zorc hat dazu seine eigene Meinung.

Trotz des Gruppensieges in der UEFA Champions League und der damit verbundenen Qualifikation für das Achtelfinale sind viele BVB-Fans derzeit mit der Leistung ihrer Mannschaft unzufrieden. Der Grund dazu sind drei sieglose Spiele hintereinander, in denen die Mannschaft nicht den Tempofußball und Kombinationsfußball mit Zug zum gegnerischen Tor spielte, den die Fans sonst von ihrer Mannschaft gewohnt sind. Ein Grund mögen die vielen verletzungsbedingten Ausfälle sein, wie zum Beispiel das Fehlen von Raphaël Guerreiro, der viele Akzente im Spiel nach vorne setzt, und natürlich Stürmer Erling Haaland, der dem BVB wegen eines Muskelfaserriss noch bis Januar fehlen wird. Marco Reus, Julian Brandt und auch Thorgan Hazard, die Erling Haaland bislang ersetzten, sind "keine richtigen Stürmer", wie Cheftrainer Lucien Favre es bei der Pressekonferenz erläuterte. Wer nun gegen den VfB Stuttgart die Offensive des BVB gestalten wird, lässt der Schweizer erwartungsgemäß noch offen. "Wir werden sehen, wer gegen Stuttgart spielen wird." Möglicherweise bekommt Youssoufa Moukoko nun eine Chance auf seinen ersten Einsatz in der Startelf. 
Sportdirektor Michael Zorc sieht die sportliche Situation beim BVB nicht so kritisch wie viele Fans in den sozialen Netzwerken. Die Ergebnisse stimmen weitestgehend, man ist in allen Wettbewerben noch gut vertreten. "Wir sind mit dem bisherigen Abschneiden sehr zufrieden". Die restlichen 4 Spiele bis Weihnachten wolle man idealerweise gewinnen. "Das ist unser Anspruch. Das ist immer so! Wir haben insgesamt eine gute Stimmung und sind auf einem guten Weg!"

 



 "Er hat noch Zeit!"

Ein Intagrampost von Erling Haaland nährte bei vielen BVB-Fans die Hoffnung auf seine baldige Rückkehr. Doch Lucien Favre dementierte diese Meldung, sodass schnell jemand anderes ins mediale Blickfeld rückte.

Es sind nach wie vor die vielen Verletzten, die BVB-Cheftrainer Lucien Favre großes Kopfzerbrechen bereiten. In der Abwehr sind die Einsäze von Mats Hummels, der beim letzten UCL-Spiel eine Fußverletzung erlitten hatte, und Emre Can, der an einer Blessur am Fußgelenk leidet, noch sehr fraglich und können erst kurzfristig entschieden werden. Thomas Delaney wird im zentralen Mittelfeld wegen einer Rückenblessur definitiv ausfallen genauso wie Erling Haaland im Sturm, der einen Muskelfaserriss auskurieren muss. Gerüchte, dass der Norweger dem BVB wieder zur Verfügung stünde, dementierte Lucien Favre direkt und bestätigte seinen Ausfall bis Januar.
Dadurch rückt das Interesse des erst 16-Jahre alten Youssoufa Moukoko in den Fokus der Medien. "Wir dürfen nicht vergessen, dass er erst 16 ist" entgegente Lucien Favre den Journalisten. "Natürlich, er ist gut. Man hat das sehr schnell gesehen, aber wir haben auch andere Möglichkeiten vorne ohne Erling Haaland spielen zu lassen." Moukoko habe seine besonderen Qualitäten im Sturm oder als hängende Spitze und weniger auf den Flügelpositionen im offensiven Mittelfeld. "Ich sehe ihn mehr im Zentrum als 2. Stürmer oder als 9 1/2."
Wie gut die Einsatzchancen des gebürtigen Kameruners sind, ließ Favre allerdings offen: "Man muss sehen, wer definitiv spielen kann oder definitv nicht spielen kann um den Kader aufzubauen. Eventuell könnte er von Anfang an spielen, aber wir haben auch andere Möglichkeiten. Er ist erst 16 und er hat noch Zeit."



 

                            "Das ist schwer zu akzeptieren!"

Nach der sehr enttäuschenen Niederlage gegen den 1. FC Köln werden beim BVB wieder altbekannte Probleme aufgedeckt.

Man war vor der Partie in Anbetracht der vielen guten Ergebnisse in jüngster Zeit sehr gut und optimistisch gestimmt. Sportdirektor Michael Zorc lobte "die Gier" und den Siegeswillen der Mannschaft. Auch in der Abwehr lief es in Anbetracht der vielen Spiele ohne Gegentore wieder ganz gut und man glaubte, dass die Schwarz-Gelben in ihrer Entwicklung - im Vergleich zur Vorsaison - einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht hätten. 

Doch dann kommen wieder diese Ausreißer und bitteren Niederlagen, mit denen eigentlich niemand im Vorfeld gerechnet hat. Wie schon gegen den FC Augsburg schafften die Westfalen es nicht, ihre spieleriche Überlegenheit auszuspielen und kassierten stattdessen unnötige Gegentore.
Dieses mal waren es zwei nahezu identische Tore des Gegners jeweils nach einer Standardsituation, die dem BVB seine Schwächen offenbarten. Für Cheftrainer Lucien Favre ist das "schwer zu akzeptieren". Das Zustandekommen der Gegentore war aber nicht seine einzige Kritik. Man habe einerseits zu schnell die Ruhe verloren und zu überhastete Fehlpässe gespielt, andererseits habe man die Pässe mit zuwenig Tempo gespielt und sich "nicht richtig bewegt". Dadurch hatte man sich zuwenig "konkrete Torchancen" erspielen können.
Erst die Einwechslungen von Thorgan Hazard, Gio Reyna und Youssoufa Moukoko brachten wieder neuen Schwung ins Offensivspiel der Borussia. Aber der FC verstand es "gut organisiert" zu verteidigen, sodass die Borussen erst am Ende des Spiels sich gute Torchancen herausspielen konnte und noch den Anschlusstreffer schaffte. "Wir hatten Zeit noch zurückzukommen" hoffte bis dato Lucien Favre, doch es war zu spät.

Man könnte schnell vermuten, der BVB habe das Spiel im Vorfeld zu sehr auf die leichte Schulter genommen und sei nicht mit der nötigen Konzentration in die Partie gegangen. Doch der Schweizer dementierte diese These: "Absolut nicht, denn wir haben gesagt: Es wird ein schweres Spiel, denn es war für alle Mannschaften schwer gegen Köln zu spielen." Nichtsdestotrotz bleibt es für den BVB ein enttäuschender Auftritt, mit dem zuvor niemand gerechnet hat.





"Die Gier ist da!"

"Gier ist eigentlich ein negativ besetzter Begriff" erklärte Sportdirektor Michael Zorc bei der Pressekonferenz. Anschließend nannte er Gründe, warum die laufende Saison bei Borussia Dortmund bislang deutlich besser verlief als die letzte.

6 Siege, 2 Niederlagen - dazu gehört auch eine knappe 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München - und ein positives Torverhältnis von 13 Toren nach nur 8 Spieltagen ist eine Bilanz, mit der man sich in der Bundesliga durchaus sehen lassen kann. Borussia Dortmund hat momentan lediglich nur 1 Punkt Rückstand auf den Rekjordmeister aus München. BVB-Sportdirektor zeigt sich aus gutem Grund mit dem bishierigen Saisonverlauf zufrieden: "Ich habe das Gefühl, dass wir insgesamt durch die Veränderung, die wir vorgenommen haben, eine bessere Balance zwischen Offensive und Defensive haben." Ebenso sprach er in dem Zusammenhang von "Künstlern", die nun ihre "Hausaufgaben" besser erledigten. "Das passt ganz gut zusammen!" Mittlerweile verstünde man es besser sich auf verschiedene Systeme einzustellen und von Spiel zu Spiel oder auch sogar innerhalb eines Spiels mit verschiedenen Spielsystemen zu variieren. "Was mir am meisten gefällt, ist, dass wir innerhalb der Mannschaft einen Spirit haben. Die Gier ist bei der Truppe da!" Und im Gegensatz zur letzten Saison, bei der man deutlich die Konstanz vermissen lies, sei jetzt auch der Fokus wieder da. "Das hat uns in den letzten Jahren immer wieder mal Punkte gekostet und da haben wir uns auch entwickelt!"
Aber das sei erstmal nur eine Momentaufnahme. Man müsse "beweisen", dass das auch in Zukunft weiter so sein wird.



 

"Das geht mir zu weit!"

Youssoufa Moukoko sorgt trotz oder vielleicht gerade wegen seines jugendlichen Alters seit Jahren für große Schlagzeilen, denn seine Erfolgsquote für die U19 des BVB spricht eine klare Sprache. Sportdirektor Michael Zorc hat dennoch ein Problem. 

Youssoufa Moukoko feiert heute seinen 16. Geburtstag.

Es ist heute ein ganz besonderer Tag für Youssoufa Moukoko, der seit geraumer Zeit die Schlagzeilen aller Gazetten füllt. Der gebürtige Kameruner, der auch die Deutsche Staatsangehörigkeit hat, feiert heute seinen 16. Geburtstag und ist somit nun auch für die 1. Bundesliga spielberechtigt. Völlig ungeduldig wartet die Öffentlichkeit auf seinen ersten Auftritt bei den Profis des BVB, denn sein außergewöhnliches Talent hat er schon bei unzähligen Spielen der U19 unter Beweis gestellt. Auch Sportdirektor Michael Zorc sieht zwar in Youssoufa eine "erfrischende" Bereicherung für den BVB, jedoch sind ihm die extreme mediale Präsenz und die vielen Vorschusslorbeeren für Youssoufa deutlich zu viel und mahnt die Medienschaffenden: 
"Ich möchte einräumen, dass das, was da gerade medial rund um den Jungen abgeht, mir ein Stück zu weit geht. Der Junge ist gerade 16 geworden und sicherlich ein wichtiger Teil der Zukunft von Borussia Dortmund, nur was ich da tagtäglich erlebe und lese, gefällt mir nicht. Das geht mir zu weit, das ist mir auch zuviel Druck in der ganzen Geschichte und da sollten wir alle mal ein bisschen den Fuß vom Gaspedal nehmen, ein bisschen ruhiger werden und die Dinge sich entwickeln lassen." 




Nach einem spannenden und hochklassigen Spiel und einer - aus Dortmunder Sicht - enttäuschenden 2:3-Niederlage für den BVB sprechen Lucien Favre und Hansi Flick über die Partie.




 

"Wir wollen die Bayern jetzt auch mal schlagen!"

Der letzte Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München scheint eine gefühlte Ewigkeit zurückzuliegen. Tatsächlich gewannen die Westfalen am 3. August 2019, also vor gut 15 Monaten, im DFL-Supercup-Finale zum letzten Mal gegen die Mannschaft von der Isaar. Danach prasselte es an - zum Teil auch sehr schmerzlichen - Niederlagen. Die Tatsache, dass die Bayern bei den letzten 2 Aufeinandertreffen nicht mehr ganz so dominant waren, ist unter anderem ein Grund für eine dieses mal recht optimistische Haltung bei den Westfalen.

Allen voran wird die neue Stabilität bei Borussia Dortmund in der Öffentlichkeit sehr gelobt. Das Zusammenspiel der einzelnen Mannschaftsteile funktioniert deutlich besser als in der letzten Saison und so kassierte man nach 6 Spieltagen in der Bundesliga erst 2 Gegentore (beide gegen den FC Augsburg). Die Bayern kassierten in derselben Zeit bereits 9 Gegentore. Aus diesem Grund wird die Abwehrarbeit beim BVB trotz der jüngsten Ausfälle von Mats Hummels, dessen Einsatz gegen die Bayern nach seiner Oberschenkelverletzung noch sehr fraglich ist, und Emre Can, der mittlerweile zwar mit leichtem Training begonnen hat, aber eher geringe Einsatzchancen gegen die Bayern haben dürfte, in der Öffentlichkeit sehr gelobt. Dabei legt BVB-Cheftrainer Lucien Favre den Fokus gar nicht mal so explizit auf die Abwehr ansich. "Dass alle verteidigen ist das Wichtigste!" lautet sein Kredo. "Eine Mannschaft muss zusammen verteidigen." Das gelte sowohl für die Rückwärtsbewegung der Stürmer beim Gegenpressing in des Gegners Hälfte als auch für das Zweikampfverhalten der Mittelfeldspieler. Wenn das alles im Verbund nicht richtig funktioniere, dann habe es die Abwehr auch sehr schwer. "Es ist die ganze Mannschaft, die verteidigen muss!" waren die Worte des Cheftrainers bei der Pressekonferenz.

Die Frage nach der Favoritenrolle bei dem Spiel ließen sowohl Lucien Favre als auch Sportdirektor Michael Zorc ansich unbeantwortet. Man wolle sich mehr auf sich selbst als auf die Bayern konzentrieren, war die Antwort. Doch Michael Zorc war in Anberacht der positiven Ergebnisse aus der jüngsten Vergangenheit sehr optimistisch, dass nach langer Durststrecke mal wieder ein Sieg des BVB möglich sein sollte: "Ich sehe, dass wir in einer guten Verfassung sind, dass wir in den letzten Spielen die richtige Herangehensweise hatten und natürlich wollen wir die Bayern jetzt auch mal schlagen." (BY)




"Deshalb bin ich ein wenig emotionaler"

Dass die Bewältigung der seit Monaten bestehende Coronakrise für viele Menschen und Unternehmen eine gewaltige Herausforderung darstellt, ist allgemein bekannt. Die daraus resultierenden "Geisterspiele" in den Ligen stellen gerade für den BVB, der es gewohnt ist vor 80 Tausend Zuschauern zu spielen, eine gewaltige Umstellung dar. Das Fehlen der Zuschauer hat allerdings auch einen Vorteil.

BVB-Cheftrainer Lucien Favre gehört bekanntermaßen zu den etwas ruhigeren Vertretern seiner Branche, der für gewöhnlich keine großen Reden schwingt. Im Gegensatz zu vielen anderen Trainern ist er auch nicht als Temperamentsbolzen bekannt, der oft aus sich heraus kommt. Geduld und Ruhe sind die für ihn bedeutenden Tugenden. 

Im letzten ChampionsLeague-Spiel gegen Zenit St. Petersburg konnte man ihn allerdings desöfteren von der Seitenlinie hören. Und das hat auch seinen Grund: "Normalerweise spielen wir vor 80.000 Zuschauern", erklärte Lucien Favre dazu. "Das habe ich natürlich lieber. Aber ich profitiere davon, dass die Spieler mich hören können. Sonst könnte man nur ein wenig mit dem Flügelspieler oder Außenverteidiger sprechen. Ansonsten hören sie dich nicht. Und deshalb bin ich ein wenig emotionaler..." erklärte er weiter mit einem Lächeln. "Natürlich ist der Trainer motiviert, wenn er weiß, dass er auch gehört wird" ist die Aussage von Sportdirektor Michael Zorc. "Ich find das gut und das hilft der Mannschaft auch." 



 

Nach dem verdienten 3:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 sprachen die Cheftrainer Lucien Favre und Manuel Baum in den Pressekonferenzen über die Partie.




"Wir wollen eine Reaktion sehen"

Die seit eh und je bestehende Konstante beim BVB ist mangelnde Konstanz. Nach dem überzeugenden Auftreten und langersehnten Sieg nach 7 Jahren in Hoffenheim, enttäuschten die Westfalen im ersten Champions League Spiel der Saison gegen Lazio Rom auf der gesamten Linie. Sportdirektor Michael Zorc findet dazu die paasenden Worte.

Die größte öffentliche Kritik nach dem Spiel in Rom konzentriert sich auf Thomas Meunier, der nach einem gravierenden Fehlpass den ersten Treffer für Lazio einleitete und auch sonst nicht zu überzeugenn wusste. Der belgische Nationalspieler, der zu Saisonbeginn ablösefrei von Paris Saint-Germain zu den Westfalen wechselte, steht aber nicht als Einziger in der öffentlichen Kritik. Die gesamte Mannschaft von Borussia Dortmund - bis auf ein paar Ausnahmen, wie zum Beispiel Erling Haaland - hat auf gesamter Linie den Zug zum Tor und den Siegeswillen vermissen lassen. "Wir haben die Abstandsregeln vorbildlich eingehalten" war der etwas sarkastische Kommentar von Sportdirektor Michael Zorc zu dem Spiel. Kritiken gab es natürlich auch zuhauf in den sozialen Netzwerken: "Es war eine blutleere Partie seitens des BVB" war oft zu hören. Die Fans sind allesamt bitterentäuscht.
Und ausgerechnet jetzt kommt Schalke 04 nach Dortmund. Der ewige Rivale aus der Nachbarschaft. Ein Team, gegen das man unvergessene Duelle erlebt hat. Ein Team, das aber derzeit schwer mit sich selbst zu kämpfen hat. Es sollte eigentlich ein Spiel werden, bei dem die Vorzeichen klar gesetzt sind. Eigentlich! Denn zum einen gelten im Derby bekanntlich eigene Gesetze, da nicht zu selten der eigentliche Favorit am Ende mit leeren Händen da stand, und zum anderen ist der BVB bekannt dafür, gerade in Spielen, in denen sie als klarer Favorit gelten, oft nicht wirklich überzeugen können. Trotz der klaren Dominanz des Kaders des BVB, könnte es durchaus sein, dass man ein spannenderes Derby erleben wird, als es so manchem BVB-Fan lieb ist. "Wir wissen, welche Bedeutung dieses Spiel für uns und unsere Fans hat", erklärte Sportdirektor Michael zorc bei der Pressekonferenz. "Wir wissen auch, wie Schalke 04 das Spiel angehen wird. Sie sind in der Tabelle ziemlich weit unten und werden mit Kampf und Leidenschaft, Disziplin und Einsatz herangehen. Sie wollen unser Spiel verhindern und kaputt machen. Darauf muss jeder Spieler vorbereitet sein, um immer eine Antwort zu haben." 

Es dürfte ein Spiel werden, bei dem man Vieles wieder gut machen kann... oder eben auch noch schlimmer!


 


"Das ist eine ganz schwierige Situation! Wir müssen sie so annehmen, wie sie ist!"

Die Zeit der englischen Wochen steht an. Der BVB nimmt an mehreren Wettbewerben teil und das Thema Belastungssteuerung genießt gnießt dieses mal dabei gar nicht mal die oberste Priorität.

Letzte Woche teilte der BVB offiziell mit, dass Innenverteidiger Manuel Akanji in der Schweiz positiv auf COVID-19 getestet wurde. Auch wenn es ihm gut geht und er keinerlei Symptome aufweist, begab sich der schweizer Nationalspieler umgehend in Isolation. Alle nach dem Bundesligaspiel gegen den SC Freiburg durchgeführten Tests an den BVB-Spielern verliefen allesamt negativ.
Das Kernproblem ist und bleibt natürlich dieser Virus, der auf das gesamte öffentliche Leben extrem starken Einfluss nimmt - so wie auch im Fußball. Die vielen unterschiedlichen Wettbewerbe fordern natürlich auch viele Reisen - zum großen Teil auch in Risikogebiete! Damit richtig umzugehen ist eine große Herausforderung. In der Kritik stehen dabei zum Beispiel Wettbewerbe der Nationalmannschaften, wie zum Beispiel die UEFA Nations League. "Grundsätzlich möchte ich sagen, dass wir alle gerade - nicht nur im normalen Alltagsleben, sondern auch im Berufsfußball - eine sehr schwierige Zeit vor uns haben werden" prophezeite Sportdirektor Michael Zorc. "Ich glaube, es bringt nichts, wenn wir mit dem Finger auf die Verbände zeigen und die dann sagen: Ihr fliegt aber auch nächste Woche! (...) Wir müssen es so anehmen, wie es ist. Es ist eine ganz schwierige Situation." Und gerade für die Spieler und das Trainerteam sei es besonders schwierig, da hier große Improvisationskunst gefragt sei, weil man nie genau wisse, welche Spieler einem zur Verfügung stehen. 



 "Wir sollten mehr Geduld haben"

Trotz der etwas unglücklichen 2:3-Niederlage gegen den FC Bayern München im DFL-Supercupfinale wusste der BVB in München zu überzeugen und konnte sich durch eine ansprechende Leistung vor allem in der 2. Halbzeit teuer verkaufen. Doch das Kernproblem bei Borussia Dortmund liegt woanders.

Julian Brandt machte es im Interview mit dem ZDF unmittelbar nach dem Spiel in München deutlich: Die Niederlage gegen den FC Augsburg zuvor schmerzt deutlich mehr als das verlorene Supercupfinale gegen den FC Bayern. "Es sind schon am 2. Spieltag 3 verlorene Punkte, die uns hinten raus einfach fehlen werden" sagte Mannschaftskapitän Marco Reus dazu im Mediengespräch am Dienstag. "Wir müssen zusehen, dass wir bei Mannschaften, von denen wir wissen, dass sie sehr tief stehen und unser Spiel zerstören wollen, andere Optionen auf den Platz bringen." Und genau da liegt das Problem: gegen die Spitzenclubs kann sich der BVB für gewöhnlich relativ gut behaupten, während man sich gegen die vermeintlichen Underdogs oft sehr schwer tut. Gerade gegen sehr tief verteidigende Teams hat man oft Probleme die nötigen Räume zu kreieren um zu Torchancen zu kommen. "In Augsburg hatten wir nicht so viele Torchancen" sagte BVB-Cheftrainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz. Und das, obwohl der BVB mit 80 Prozent Ballbesitz die deutlich größeren Spielanteile hatte. "Wir sollten mehr Geduld haben", fuhr Lucien Favre fort. Man müsse öfter und schneller über die Flügel kommen um zu mehren und besseren Torchancen zu kommen, so das Rezept des BVB-Cheftrainers.




Das Besondere beim BVB

BVB-Cheftrainer Lucien Favre und Sportdirektor Michael Zorc sprechen bei der Spieltags-Pk nicht nur über die bevorstehende Partie gegen den FC Augsburg, sondern auch über die besondere Struktur ihres Kaders.



"Vorbereitung ist wie Trockenschwimmen"

Endlich geht es wieder los und die neue Bundesligasaison steht vor ihrem ersten Spieltag. Der BVB gilt in der Öffentlichkeit als "Bayernjäger" Nummer 1 und viele Fans in der gesamten Republik hoffen auf eine spannende Saison. Allerdings gab es beim BVB nicht nur durch die weltweite Coronakrise bedingt eine etwas ungewöhnliche Saisonvorbereitung.

Es ist ein wenig überraschend, dass der stellvertretende Pressesprecher Daniel Stolpe die 10.000 Zuschauer, die am Samstag zum ersten Heimspiel der Saison gegen Borussia Mönchengladbach das Westfalenstadion bzw. den Signal-Iduna-Park besuchen, bittet, für die Anreise das Auto oder das Fahrrad zu benutzen oder einfach zu Fuß zu kommen. Auf die sonst übliche Empfehlung, mit Bus und Bahn anzureisen, verzichtet er dieses Mal. Und das hat auch seinen Grund, denn auch wenn man sich im Alltag schon längst an die Coronakrise gewohnt hat, so sorgt sie nach wie vor für neue und teils ungewohnte Abläufe. Nichtsdestotrotz freut man sich beim BVB auf den Saisonstart und auf die Tatsache, dass wieder Zuschauer da sein dürfen, auch wenn die Vorbereitungen zum Saisonstart ein wenig holprig waren. "Ich bin erstmal froh, dass die Saison wieder losgeht, weil die ganze Vorbereitung eher sowas wie Trockenschwimmen ist" sagte Sportdirektor Michael Zorc mit einem leichten Schmunzeln und erwähnte dabei die Unterbrechung durch die Länderspielpause. Mit dem Start im Pokalspiel gegen den MSV Duisburg zeigte er sich aber sichtlich zufrieden: "Wir haben von der ersten Minute an klar gemacht, dass wir auch als Favorit das Spiel gewinnen und dem Gegner keine Chance geben wollen." Nichtsdestotrotz weiß er natürlich auch, dass Borussia Mönchengladbach "eine andere Qualität verkörpert" als der MSV  und man gegen die Borussen vom Niederrhein eine "absolute Topleistung" benötige um das Spiel zu gewinnen.
Eine große Hilfe mag dabei die Teilzulassung von Zuschauern sein, über die der Sportdirektor sehr glücklich zeigte: "Wir haben das im Trainingslager in der Schweiz gemerkt: da waren 1250 Zuschauer zugelassen und das war trotzdem etwas komplett anderes als wenn Du komplett ohne spielst. Man hat so mehr Atmosphäre und mehr Stimmung im Stadion und deshalb freuen wir uns sehr, dass es wieder losgeht - wenn auch nicht unter optimalen Bedingungen."



Dortmund, 06.08.2020: Der belgische Fußballnationalspieler Thomas Meunier erzählt über seine Beweggründe zum Wechsel von Paris Saint-Germain zu Borussia Dortmund.

 
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