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Hier sehen Sie alle Pressekonferenzen von Borussia Dortmund aus der Rückrunde der Saison 2020/2021


Zeit für Abschiede

Am letzten Spieltag der Bundesliga stand nach langer Zeit mal nicht der sportliche Aspekt im Mittelpunkt.

Schon vor dem letzten Spieltag waren bereits alle sportlichen Entscheidungen gefallen, denn sowohl Borussia Dortmund als auch Bayer 04 Leverkusen konnten ihre Saisonziele erreichen. Es überwiegten daher vorrangig die Freude über ein Wiedersehen zweier alter Weggefährten, denn Edin Terzic und Hannes Wolf arbeiteten nicht nur lange Zeit zusammen als Trainer beim BVB, sondern wurden über die letzten 20 Jahre dicke Freunde. 
Neben Manuel Gräfe, der nach über 30 Jahren und insgesamt 670 Einsätzen als Schiedsrichter, davon 289 Einsätze in der 1. Fußballbundesliga, seine Karriere beenden wird, wurden sowohl Sven und Lars Bender auf Seiten von Bayer 04 Leverkusen, als auch Marcel Schmelzer und Lukas Piszczek auf Seiten von Borussia Dortmund geehrt, die allesamt ihr letztes Bundesligaspiel bestritten und ihre Karrieren nun beenden werden.


Das Team von Sport-Live e.V. wünscht allen Spielern für ihre Zukunft alles erdenklich Gute und gratuliert Borussia Dortmund, davon allen voran Edin Terzic zur grandiosen Aufholjagd am Ende der Saison, zum DFB-Pokalsieg und zum Erreichen der UEFA Champions League! 



 

"Er wird am Samstag spielen!"

Obwohl Edin Terzic für gewöhnlich im Vorfeld nie etwas zur Mannschaftsaufstellung sagt, macht er beim letzten Bundesligaspiel der Saison eine Ausnahme - und das aus gutem Grund!

"Piszczu" spielt am Samstag zum letzten Mal in der Bundesliga. (Foto: Bijan Yaghoubi)

Es kam für jeden BVB-Fan doch noch zu einem versöhnlichen Saisonende, denn Borussia Dortmund hat das geschafft, womit lange Zeit niemand gerechnet hat: Man gewann nicht nur den DFB-Pokal im Finale gegen RB Leipzig, sondern schaffte es auch nach der einstigen Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten um die Champions League Plätze Eintracht Frankfurt alle darauf folgenden Bundesligaspiele zu gewinnen.Auf Platz 5 kann man also nicht mehr abrutschen, was nach vielen Wochen harter Arbeit nicht nur der verdiente Lohn sondern auch eine große Erleichterung ist. 
Großen Anteil am Erfolg hatte auch Lukasz Piszczek, der in den letzten Spielen auf der rechten Abwehrseite kurzerhand für den verletzten Mateu Morey eingesetzt wurde. Er ist neben Marcel Schmelzer und Mats Hummels der einzige Borusse, der noch an der letzten Meisterschaft des BVB 2012 unter Jürgen Klopp als Spieler direkt beteiligt war und sowohl bei den Fans als auch bei den Verantwortlichen von Borussia Dortmund zur lebenden Legende wurde. "Er ist ein unglaublich verdienter Spieler für diesen tollen Verein" sagte Edin Terzic einst über ihn, der beim Spiel gegen den FSV Mainz 05 aus gutem Grund geschont wurde: "Bei Piszczu hatten wir schon in Mainz die Entscheidung getroffen, dass dieses Spiel zu früh kommt, weil wir ihn natürlich in unserem Stadion auf das Feld schicken wollen. Ich rede nicht gerne über die Aufstellung, aber jetzt habt ihr mich einmal und ich gebe es zu: Piszczu wird am Samstag spielen!"
Aber Nichtsdestotrotz bleibt Piszczu beim letzten Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen erstmal nur der "halbe" Abschied. Denn die Umstände, unter denen er den BVB verlässt, sind in Anbetracht der Pandemie sehr suboptimal, sodass sein letztes Bundesligaspiel wieder einmal vor leeren Rängen stattfinden wird. Nur zu gerne hätten sowohl die Fans als auch die Verantwortlichen des BVB ihm ein Abschiedsspiel gewünscht.
"Er hat dem Verein durch die Titel im vergangenen Jahrzehnt auch sehr geholfen das nächste Level zu erreichen und Lukasz war dabei ein extrem wichtiger Teil dieser Mannschaft" sagte Edin Terzic vor dem Spiel gegen Mainz über Lukasz. "Er verdient ein Abschiedsspiel vor ausverkauftem Haus. Ich hoffe einfach, dass Lukasz den absolut verdienten Abschied vor ausverkauftem Haus bekommen wird, wenn wir die Pandemie in den Griff bekommen haben und wieder ins Stadion dürfen!" Inwieweit sein Wunsch doch noch Realität werden könnte, ist erstmal ungewiss.
"Das ist auch für jemanden wie Piszczu keine einfache Situation, der am Samstag im Stadion steht und einfach supergerne vor 80 Tausend Leuten das feiern wollen würde" erklärte dazu Pressesprecher Sascha Fligge. Aber desbezüglich ist wohl noch nicht das letzte Wort gesprochen. "Es gibt auf jeden Fall Planungen dafür, dass wir die Spieler, die uns verlassen, gebührend verabschieden werden" fügte Sascha Fligge hinzu. Aber was genau wann geplant ist, soll eine Überraschung werden. (BY)




 

"101 Jahre vor mir gab es schon den BVB!"

Nach dem spektakulärem DFB-Pokalsieg im Finale gegen RB Leipzig bleibt dem BVB nicht viel Zeit zum Feiern, denn es stehen noch wichtige Bundesligaspiele an. Viele BVB-Fans beschäftigen aber derzeit viel intensiver mit einem anderen Thema.

Borussia Dortmund legt derzeit mit seinem Cheftrainer Edin Terzic einen fulminanten Schlussspurt in der Saison hin. Man gewann die letzten 7 Pflichtspiele und das Saisonziel, das nach der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt in weite Ferne gerückt zu sein schien, ist mittlerweile wieder greifbar nah. Mit Siegen gegen den 1. FSV Mainz 05 und Bayer 04 Leverkusen hätte man es in den letzten beiden Saisonspielen in der eigenen Hand, sich ohne fremde Hilfe auch für die nächste Saison für die Königsklasse zu qualifizieren. Und dessen ist sich Edin Terzic mehr als bewusst: "Wir sind direkt nach dem Spiel nach Mainz gereist, weil wir noch 2 wichtige Aufgaben haben. Wir haben uns auch versprochen die 2 Aufgaben so anzunehmen, dass wir auch mit 6 Punkten da heraus gehen, sodass wir dann nicht nur den Pokalsieg ausgiebig feiern, sondern auch die Champions League Qualifikation."

Die jüngsten Erfolge wecken aber natürlich auch Begehrlichkeiten. Die Frage nach der Zukunft von Edin Terzic wurde in dem Zusammenhang in der jüngsten Vergangenheit so oft wie keine andere diskutuiert. Spekulationen, der Sauerländer könne den BVB verlassen und in einer Funktion als Cheftrainer möglicherweise zum VfL Wolfsburg oder zu Bayer 04 Leverkusen wechseln, machen die Runde. Dass Marco Rose als neuer Cheftrainer in der nächsten Saison zum BVB wechseln wird, steht schon lange fest. Dass aber Edin Terzic ihm als Assistenztrainer zur Seite stehen wird, wie es ursprünglich angedacht war, ist mittlerweile mehr als zweifelhaft. Edin Terzic bestätigte zwar eine Vertragsverlängerung beim BVB, machte dabei aber auch klar, dass das schon etwas länger her ist. Wenn man zwischen den Zeilen seiner Aussagen liest, dann sieht es derzeit wohl so aus, dass die Zeichen eher auf Abschied stehen:  "Der Weg, den ich beim BVB gewählt habe, war sehr langfristig angedacht. Dann war das auch einfach nur logisch, dass man den Weg da auch weiter so bestreitet und dann haben wir auch die Voraussetzungen dafür geschaffen. Das ist aber schon etwas länger her und seitdem ist sehr viel passiert, sehr viel Gutes aber auch sehr viel Schlechtes! (...) Ich bin unglaublich stolz Teil dieses großartigen Vereins zu sein. Das mag in den letzten 6 Monaten vielleicht in der Öffentlichkeit ein etwas größeres Thema sein, aber man darf nicht vergessen, dass ich 2010 zum ersten mal als Mitarbeiter zum BVB gewechselt habe. 101 Jahre vor mir gab es schon den BVB und es war eine sehr coole Zeit ohne mich und ich hoffe auch, dass der BVB 500 Jahre nachdem ich weg sein werde, noch eine unglaublich gute Zeit haben wird. Ich kann nur versprechen, dass ich die Zeit, die ich beim BVB habe, bestmöglich nutzen werde, um den Verein zu helfen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann." (BY)



 

"Viel Mut und Selbstvertrauen"

Mit dem wichtigen 3:2 Sieg gegen RB Leipzig hat Borussia Dortmund den nächsten Grundstein für das Erreichen der UEFA Champions League gelegt.

Zum Schluss wurde es nochmal sehr eng, denn der BVB, der die erste Halbzeit gegen RB Leipzig deutlich dominierte und schon früh durch ein sehr schön herausgespieltes Tor von Marco Reus mit 1:0 in Führung ging, ließ in der 2. Halbzeit leider deutlich nach, überließ den Sachsen weitestgehend das Spiel und gab eine zwischenzeitliche und ansich sichere 2:0-Führung aus der Hand. Doch nach einer tollen Balleroberung im Mittelfeld durch Julian Brandt und einem guten Zusammenspiel zwischen Raphaël Guerreiro und Jadon Sancho durfte der BVB kurz vor Schluss doch nochmal jubeln und fuhr mit seinem 5. Sieg in der Liga infolge extrem wichtige 3 Punkte ein. 

Wohl auch in Anbetracht der vielen öffentlichen Diskussionen, wie lange Erling Haaland und Jadon Sancho dem BVB wohl noch erhalten bleiben werden, betonte Cheftrainer Edin Terzic bei der Pressekonferenz nach der Partie den Teamspirit innerhalb der Mannschaft, der die Truppe zum Ende der Saison fester zusammengeschweißt hat:
"Ich glaube, das hat sich in den letzten Monaten in eine sehr gute Richtung entwickelt. Auch bei den anderen Toren wurde gemeinsam gejubelt. Da haben heute Erling Haaland, Jude Bellingham und Dan Axel Zagadou (alle 3 Spieler konnten bzw. durften nicht mitspielen und saßen daher auf der Tribüne) komplett mitgefiebert. Das ist genau das, was wir wollten. Dass man so einen Sieg noch kurz vor Schluss bejubeln darf, ist natürlich umso schöner. Aber ich glaube, dass das in den letzten Monaten entstanden ist. Wir haben uns als Gruppe sehr gut gefunden und gearbeitet. Wenn man die Entwicklung und die Art und Weise sieht, wie wir die Siege eingefahren haben, wenn man die letzten 3 Spiele nimmt, wie zu Beispiel den Sieg in Wolfsburg, wo wir zu Zehnt als Mannschaft sehr gut gegen eine starke Mannschaft auswärts verteidigt haben und dort 2:0 gewinnen konnten, dann die letzte Aufgabe gegen unangenehme Kieler, bei der wir es geschafft haben früh in Führung zu gehen und dann auf dem Gaspedal zu bleiben, und dann den heutigen Sieg mit einem späten Siegtreffer sieht, dann schweißt das uns natürlich zusammen. Daraus können wir ganz viel Selbstvertrauen und ganz viel Mut für die nächsten Aufgaben mitnehmen. Wir wissen noch noch nicht, welche Art von Spiel am Donnerstag auf uns zukommen wird. Wir wissen aber, dass wir für alle Arten bereit sind."





 

Das Versprechen an Mateu Morey

"Die Operation verlief sehr erfolgreich" postete Mateu Morey kürzlich auf seinem Instagram Account und zeigte dabei mit beiden Daumen zuversichtlich nach oben. Sein Cheftrainer Edin Terzic machte ihm bei der Pressekonferenz ein Versprechen. 

Der spanische Abwehrspieler, der beim letzten Pokalspiel gegen Holstein Kiel in der 2. Halbzeit nach seiner Einwechslung äußerst unglücklich mit dem Fuß umgeknickt ist und sich dabei schwer verletzt hat, wurde am gestrigen Tag zum ersten Mal operiert. BVB-Pressesprecher Sascha Fligge gab folgende Diagnose bekannt: "Es ist das Außenband betroffen, die Kapsel und das vordere Kreuzband. Außenband und Kapsel sind in der ersten OP gemacht worden. Wir warten jetzt den Heilungsverlauf ab. Es kann nicht alles in einer OP gemacht werden und das vordere Kreuzband wird dann in einem weiteren Eingriff angegangen. Die konkrete Ausfallzeit kann man jetzt nicht seriös beziffern." Auch wenn man zwar derzeit keine "konkreten" Angaben zur Dauer des Heilungsprozesses des Abwehrspielers machen kann, so ist doch klar, dass er nicht nur noch öfter operiert werden muss, sondern dass er für seinen Heilungsprozess auch deutlich mehr Zeit benötigen wird. "Es ist zwar zu früh um eine genaue Einschätzung abzugeben", gab BVB-Cheftrainer Edin Terzic desbezüglich bekannt, "aber wir sind uns sicher, dass er eine längere Ausfallzeit haben wird." 

Alles in allem ginge es Mateu aber "den Umständen entsprechend gut". Man habe in den letzten Tagen desöfteren Kontakt zu ihm gehalten und sich dabei gegenseitige Versprechen abgegeben: "Wir können nur sagen, dass der erste Eingriff gestern sehr gut verlaufen ist, dass der Junge sehr positiv mit der Situation umgeht und uns allen versprochen hat, dass er stärker zurück kommt als er gegangen ist. Wir haben ihm dafür versprochen, dass - wenn er wieder zurück kommt - er wieder Champions League spielen kann. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, dass der Junge die Reha gut überstehen wird." 

In Abetracht des Restprogramms von Borussia Dortmund (es stehen noch die Spiele gegen RB Leipzig, gegen den FSV Mainz 05 und zuletzt gegen Bayer 04 Leverkusen an) mag dieses Versprechen des Trainers an seinen Spieler etwas mutig klingen, aber man wisse, wie man sowohl gegen "die Bullen" als auch gegen die kommenden Gegner aufzutreten hat. "Wir nehmen jede Aufgabe an wie sie ist. (...) Wir brauchen gegen Leipzig eine Top-Leistung als gesamte Mannschaft. Leipzig ist bekannt dafür, dass sie sehr flexibel sind - sowohl vom System als auch vom Personal. Sie haben einen sehr breiten Kader mit verschiedenen Spielerprofilen, sodass sie immer wieder während des Spiels schnell und flexibel reagieren können. Und alleine die Tatsache, dass sie die wenigsten Gegentore kassiert haben, zeigt, wie stabil sie verteidigen können. Um die stabile Defensive der Leipziger zu knacken brauchen wir natürlich einen Marco Reus und alle anderen in Topform. Darauf wird es ankommen, denn wir wollen unbedingt die 3 Punkte in Dortmund behalten." (BY)



 

Verschiedene Optionen

Edin Terzic verrät, wie er den Ausfall von Mats Hummels kompensieren könnte.

Die gute Nachricht ist: der BVB konnte die letzten 3 Bundesligaspiele gewinnen und ist somit noch im Rennen im Kampf um die begehrten Champions League Plätze. Die schlechte Nachricht ist: Abwehrchef Mats Hummels, der als Innenverteidiger beim BVB seit eh und je gesetzt ist, wird wegen einer Gelbsperre fehlen. Und außer Manuel Akanji und Emre Can, der zwar schon desöfteren im Abwehrzentrum gespielt hat, aber für gewöhnlich als zentraler Mittelfeldspieler doch eher vor der Abwehr spielt, gibt es bei Borussia Dortmund keine echten Innenverteidiger mehr. "Wenn man mit einer Viererkette spielt, dann bleiben einem nicht viele Optionen über, aber wir haben schon häufiger in dieser Saison das System gewechselt" war die Antwort von BVB-Cheftrainer Edin Terzic zu diesem Problem. Dabei sieht er ein Systemwechsel von einer Vierer- auf eine Dreierkette in der Abwehr als eine Option:  "Und wenn man mit 3 Innenverteidigern spielt, dann sind die Aufgaben für sie etwas anders. Da hat schon mal der ein oder andere ausgeholfen und deswegen lassen wir uns die Option auch offen, ob wir (im Abwehrzentrum) zu dritt oder zu viert agieren. Dementsprechend sind wir da guter Dinge, dass wir da eine richtige Entscheidung treffen werden um das gut zu machen. (...) Dass wir uns gewünscht hätten, dass Mats für so ein wichtiges Spiel zur Verfügung steht, ist auch klar. Er spielt eine sehr gute Saison und ist in sehr vielen Statistiken führend. Natürlich wird er uns morgen fehlen. Aber auch da denken wir darüber nach, wie wir das Ganze kompensieren und auffangen können. Da sind wir ganz guter Dinge, weil wir das auch in der Vergangenheit gezeigt haben. (...) Wir sind weiter guter Dinge, dass wir auch einen Sieg ohne Mats einfahren und dass er dann in Topform zurück kommt und uns für die letzten Aufgaben in dieser Saison zur Verfügung steht." (BY)



 

Sieg mit einem kleinen Wehrmutstropfen

Nach dem Sieg gegen den 1. FC Union Berlin zeigt sich BVB-Cheftrainer Edin Terzic mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden - bis auf einen Umstand, der ihn durchaus ärgert.

Mats Hummels fehlt nach seiner 5. gelben Karte beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg.

Die Partie begann so, wie Edin Terzic es vorhergesagt hatte. Union Berlin startete äußerst druckvoll, verteidigte sehr hoch, presste und zwang den BVB so zu Fehlern, die man durch schnelles Umschaltespiel auszunutzen versuchte. Bereits in der 1. Spielminute kam Marcus Ingvartsen nach einem Fehler von Emre Can zum Abschluss und traf mit seinem sehr platzierten Schuss aber nur die Latte vom Gehäuse von Marwin Hitz. Die Borussen waren somit gewarnt und versuchten ihrerseits etwas Ruhe ins Spiel zu bekommen, was ihnen aber zunächst nur phasenweise gelang. Denn die Eisernen aus Berlin verstanden es weiter hoch zu verteidigen und durch schnelles Umschaltspiel den ein oder anderen Nadelstich zu setzen. Doch nach gut 10 Minuten schafften es die Westfalen sich aus der Umklammerung zu befreien und kamen ihrerseits zu Torchancen. Nach einem äußerst zweifelhaften Strafstoß in der 25. Minute konnte Marco Reus erst im Nachsetzen den 1:0 Führungstreffer erzielen, nachdem Erling Haaland im Duell mit Andreas Luthe zunächst das Nachsehen hatte. Danach behielten die Westfalen weitestgehend die Kontrolle über das Spiel. Lediglich ein durch Marco Reus verursachter Freistoß unmittelbar vor dem eigenen Strafraum in recht zentraler Position brachte in der 66. Minute nochmals Gefahr für den BVB. Doch Marwin Hitz konnte den von Max Kruse perfekt platzierten Schuss noch so eben an den Pfosten lenken, sodass die knappe Führung der Borussen weiter Bestand hatte. Kurz vor Schluss konnte Raphaël Guerreiro nach einem gut ausgespielten Konter und einer tollen Vorlage von Julian Brandt den Sieg der Borussen sicher eintüten.
Einziger Wehrmutstropfen ist die bereits 5. gelbe Karte für Mats Hummels, sodass der Innenverteidiger beim kommenden wichtigen Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg fehlen wird. "Das ist so ein bisschen das Ärgerliche am heutigen Abend. Vor dem Spiel war uns bewusst, dass wir dieses Risiko eingehen müssen, denn sowohl Manuel Akanji als auch Mats Hummels sind mit jeweils 4 gelben Karten in dieses Spiel gegangen sind. Dass sich Innenverteidiger kurz vor Saisonende die 5. gelbe Karte abholen, ist nicht so unüblich. Das ist halt der Sport. Dass das sanktioniert wird, ist auch logisch. (...) Es war aber nur die unnötigste gelbe Karte, die man sich so vorstellen kann. Aber wir werden sie so annehmen und Mats wird sich etwas ausruhen. Dann haben wir nach dem Wolfsburg Spiel noch weitere wichtige Spiele und hoffen, dass Mats dann wieder in Topform ist." (BY)





 

Der "Schlüssel" zum Spiel

Dass der FC Union Berlin ein unangenehmer Gegner ist, der dem BVB nicht so richtig liegt, haben die Westfalen schon mehrfach erfahren müssen. Cheftrainer Edin Terzic spricht über den "Schlüssel" für ein erfogreicheres Auftreten gegen die "Eisernen".

Durch die letzten beiden Siege in der Bundesliga konnte der BVB den Abstand auf den ersehnten 4. Tabellenplatz bis auf 4 Punkte reduzieren. Für das Team von Edin Terzic stehen aber noch einige schwere Brocken vor der Brust. Dazu gehört auch in der laufenden Englischen Woche das Heimspiel gegen den FC Union Berlin, die nach ihrem Aufstieg aus der 2. Liga vor knapp 2 Jahren sich nicht nur in der 1. Liga fest etablieren konnten, sondern auch um die Plätze, die zur Teilnahme an der UEFA Europa League berechtigen, mitspielen. Und gegen das Team von Urs Fischer hat der BVB sich schon einige Male schwer getan. Beim letzten Aufeinandertreffen verloren die Westfalen in Berlin an der "Alten Försterei" mit 2:1 nach 2 Gegentoren durch jeweils einen Eckball. "In Berlin haben wir das Spiel durch 2 Standards verloren, wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass sie in der ersten Halbzeit nach unserem Ballverlust 2 bis 3 richtig gefährliche Konter gehabt haben", gab Edin Terzic zu. "Es ist jetzt aber nicht so, dass man Union Berlin nur auf ihre Standards reduzieren sollte. Sie bringen auch aus dem Spiel heraus immer wieder gefährliche Flanken über die beiden sehr hoch stehenden Außenverteidiger, haben im Sturmzentrum sehr kopfballstarke Spieler und Mittelfeldspieler, die dann immer wieder in die Box nachrücken. Und dadurch kommen sie zu den Standards. Es kommen sehr viele Flanken zu uns in den 16er geflogen, die man nicht immer sauber verteidigen kann und dadurch entstehen dann Ecken oder Freistöße. Und natürlich werden wir auch da nochmal gezielt darauf hinweisen und auf dem Trainingsplatz daran arbeiten, weil wir wissen, dass es ein Schlüssel sein wird, dies morgen zu verhindern."
Aber es sind nicht nur die gegnerischen Standards, die dem BVB oft das Leben etwas schwer machen. Denn trotz der jüngsten Siege gegen den VfB Stuttgart und den SV Werder Bremen lief es in der laufenden Saison nicht immer so ganz rund. Das zeigen auch die vielen Niederlagen aus der jüngeren Vergangenheit, die oft durch eigene Ballverluste und Kontertoren der jeweiligen Gegner verursacht wurden. 17 Gegentore in den letzten 9 Spielen entsprechen ansich nicht den Ansprüchen von Borussia Dortmund. "Das ist zum einen die Zahl der Gegentore und zum anderen die Entstehung der Gegentore", sagte Dortmunds Cheftrainer auf der Pressekonferenz. "Wir sind damit natürlich nicht zufrieden und versuchen das abzustellen und zu verbessern. Wir haben in den letzten Wochen versucht das Zentrum etwas besser abzusichern. Das hat dann auch phasenweise sehr gut funktioniert, besonders in den Spielen gegen Man City. Aber auch da haben wir in den beiden Spielen 4 Gegentore kassiert, was aber gegen Man City nicht verwunderlich ist. Auf der anderen Seite hatten wir das Thema Konterabsicherung. Und dazu zählen mehrere Faktoren: in allererster Linie gilt es, den Ball nicht zu häufig abgeben zu wollen, denn dadurch startet das Ganze, nämlich dass der Gegner in Ballbesitz kommt und wie er in Ballbesitz kommt. Wenn wir dann die individuellen Fehler minimieren können und es dann dem Gegner so schwer wie möglich machen an den Ball zu kommen, dann sind wir schon mal einen Schritt nach vorne gekommen. (...) Das Problem an der Sache ist, dass es nicht mehr viel Zeit für den Schlussspurt in der Bundesliga geben wird, sondern wir müssen versuchen, die Themen, die wir aus den Spielen bekommen, bestmöglich auf dem Trainingsgelände in der Kürze der Zeit umzusetzen, um es dann wieder am Spieltag sofort zu zeigen." (BY)




 

                "Wir sind enger zusammengerückt"

Borussia Dortmund hat mit dem Sieg gegen den SV Werder Bremen den Abstand zum angestrebten 4. Tabellenplatz verringern können.





 

"Wir wollen von diesem Ziel nicht abrücken!"

Borussia Dortmund hat in der laufenden Saison noch einige Hürden zu überwinden und gibt sein selbst gestecktes Saisonziel nicht auf.

Die 58. Saison der Fußballbundesliga nähert sich mit noch 6 Spieltagen so langsam aber sicher der Zielgeraden. Und der Rückstand des BVB auf den so heiß ersehnten 4. Tabellenplatz beträgt trotz des letzten Sieges gegen den VfB Stuttgart nach wie vor 7 Punkte. Und die gegen Eintracht Frankfurt noch aufzuholen ist verdammt schwierig, aber nicht unmöglich. Das weiß auch Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc: "Wir wissen, dass die Aufgabe schwer ist, aber wir wollen von diesem Ziel nicht abrücken, solange es immer noch möglich ist. Es gibt auch Beispiele aus der Vergangenheit, in denen ähnliche Situationen gemeistert wurden. Wir müssen versuchen, diesen Glauben in die Mannschaft hineinzubringen."

Aber dazu muss der BVB natürlich in erster Linie seine eigenen Hausaufgaben erledigen. Und die haben es in sich: Nach dem Heimspiel gegen den SV Werder Bremen muss man gegen Union Berlin ran, dann gegen den VfL Wolfsburg, gegen RB Leipzig, in Mainz und zuletzt gegen Bayer 04 Leverkusen, die derzeit mit nur 2 Punkten Rückstand auf den BVB den 6. Tabellenplatz belegen. Bis auf den 1. FSV Mainz 05 spielen alle Mannschaften im oberen Tabellendrittel und für alle Teams geht es noch darum, das jeweils gesetzte Saisonziele zu erreichen. 
Borussia Dortmund hat außerdem das letzte Champions League Spiel im Viertelfinale gegen Manchester City in den Beinen. Hinzu kommt die Enttäuschung und Verärgerung über den unglücklichen Verlauf des Ausscheidens inklusive einer äußerst umstrittenen Schiedsrichterentscheidung. "Zufrieden sind wir definitiv nicht. Wir sind zwar mit der Leistung in vielen Phasen einverstanden, aber wir haben beide Spiele gegen Man City verloren und sind verdientermaßen ausgeschieden, auch wenn wir natürlich die Hoffnung hatten, in die nächste Runde einzuziehen" resümierte BVB-Cheftrainer Edin Terzic das Spiel und beschrieb die derzeitige Stimmung in der Mannschaft: "So sah es ja auch nach der ersten Halbzeit aus, dass das möglich ist. Dementsprechend ist die Enttäuschung natürlich groß gewesen, aber da haben wir so viele gute Dinge gezeigt. Und wir haben uns so viele gute Dinge vorgenommen, die wir auf die nächsten Aufgaben projizieren wollen. Wir haben in dieser Saison noch mindestens 7 Spiele, davon 6 unglaublich wichtige Spiele in der Bundesliga. Und diese Zuversicht, die wir aus dem Vergleich gegen Man City mitgenommen haben, gegen eine Mannnschaft, die definitiv mit zu den Favoriten zählt, wenn es darum geht, am Ende der Saison den Henkelpott in die Luft zu halten. Aber diese Zuversicht reicht uns nicht und wir müssen weiter hart daran arbeiten und wir sind es uns jetzt schuldig, diese Leistung auch in den nächsten 6 Bundesligaspielen und auch mindestens in dem einen Pokalspiel zu zeigen. Das ist das, was wir aus dem Spiel mitnehmen. Die Enttäuschung war da und die müssen wir auch verarbeiten. Aber die Zuversicht ist genauso da, das wir es in den nächsten Aufgaben auch so zeigen wollen."




 

Er kam, sah und siegte

Beim immens wichtigen 3:2 Auswärtssieg sorgte beim BVB der Youngster erst kurz vor Schluss für die Entscheidung.

Ansgar Knauff ist der "Man of the match"

"Ich habe ihm zum Tor gratuliert und ihm gesagt, dass er heute ganz viele Nachrichten bekommen wird. Das soll er genießen." sagte BVB-Cheftrainer Edin Terzic nach dem Spiel in Stuttgart bei der Pressekonferenz.

Wie schon bereits beim Spiel gegen den 1. FC Köln wurde der gebürtige Göttinger erst in der 2. Halbzeit - dieses Mal für Marco Reus - eingewechselt. Und auch dieses Mal erwies sich diese Entscheidung von Edin Terzic als ein Glücksgriff. Ansgar Knauff bereitete das Tor nicht nur vor, sondern schoss es gleich selbst. Dieser entscheidende Treffer des 19-jährigen Perspektivspielers, der erst vor einem halben Jahr beim BVB einen Profivertrag erhielt und nun bei seinem 3. Bundesligaeinsatz zum ersten Mal selber traf, ist natürlich immens wichtig. Denn so bewahrt die BVB noch seine Chance sich eventuell doch noch für die UEFA Champions League für die nächste Saison zu qualifizieren. 





 

Die richtige Balance finden

Borussia Dortmund hinkt nach 27 Spieltagen in der Liga deutlich seinen Erwartungen hinterher. Sportdirektor Michael Zorc übt deutliche Kritik seitens der Vereinsführung an die Mannschaft.

Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart ist eine Begegnung, in der normalerweise der Aspirant auf die Champions League Plätze gegenüber dem Aufsteiger aus der 2. Liga der deutliche Favorit sein sollte, doch was ist schon normal? Denn eine absolut überraschende und desolate 1:5-Heimschlappe beim letzten Aufeinandertreffen gegen die Schwaben, die letztlich Ex-BVB-Trainer Lucien Favre auch den Job gekostet hat, war nur schwer zu verdauen. "Das Hinspiel auszublenden ist unmöglich!" erklärte Edin Terzic, der direkt darauf vom Co-Trainer zum BVB-Cheftrainers befördert wurde, vor dem Rückspiel in Stuttgart. "Wir waren nach dem Spiel so enttäuscht, sodass es bei uns auch ein Thema wurde. (...) Es war nicht nur in dieser Saison, sondern in den letzten Jahren die schlechteste Leistung, die wir gezeigt haben. Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen, haben die erste halbe Stunde komplett verschlafen und hatten das Glück, dass es erst nur 1:0 stand. Dann hatten wir eine etwas bessere Phase und mit Gio Reyna ein tolles Tor gemacht und es ging mit 1:1 in die Pause. Das war das Beste in der ersten Halbzeit, nämlich das Ergebnis. (...) Wir hatten einen verdammt schlechten Tag und alles vermissen lassen, was wir hätten zeigen müssen." Aber dabei blieb es ja nicht. Die eher durchwachsenden Leistungen der Mannschaft in der Liga, die sich auch auf dem Punktekonto und dem Tabellenplatz wiederspiegeln, zogen sich bislang wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Die Frage nach dem warum stellen sich natürlich nicht nur die Fans des BVB. "Wir haben es nach dem Spiel schon sehr deutlich gemacht, dass wir mit dieser Art der Leistung nicht zufrieden sein können und dass uns ein paar Prozentpunkte in allen Bereichen gefehlt haben" erklärte Sportdirektor Michael Zorc bei der Pressekonferenz. "Das ist aber keine neue Frage, die wir uns stellen: Warum haben wir nicht diese Konstanz in der Bundesliga? Das lässt einen auch etwas ratlos zurück, weil es natürlich nicht zu verstehen ist." Denn bei den UCL Spielen gegen den FC Sevilla und auch Manchester City ist man doch deutlich "kompakter" aufgetreten, während es in der Liga genau umgekehrt ist. "Wir haben zu 60 bis 70 Prozent Balbesitz und müssen das Spiel machen. Aber da die richtige Balance zu finden ist das, was uns nicht häufig genug gelingt. Und das ist das, was wir einfordern und sehen müssen. Aber es geht in erster Linie darum - und das hat Aki Watzke auch eingefordert - dass man nicht das Gefühl haben darf, da fehlt es an Spannung, an der richtigen Haltung und an der Körpersprache, die auf dem Platz an den Tag gelegt wird."
Ein weiterer Aspekt ist das Spielsystem und die Besetzung der einzelnen Positionen. Es gibt Stimmen, die sagen, dass durch ständige Rotationen auf den einzelnen Positionen in der Abwehr und im Mittelfeld es letztlich schwierig ist, den Spielfluss und das Spielverständnis auf allerhöchstem Niveau aufrecht zu erhalten. Anderereits muss gerade in den vielen Englischen Wochen ausreichend rotiert werden um die Belastungen eines jeden Einzelnen in Grenzen zu halten und Verletzungen vorzubeugen. "Uns fehlt definitiv die Konstanz. Und wie will man Konstanz erreichen, wenn man permanent rotiert?" fragte sich auch Edin Terzic. "Aber wie vor jedem Spiel werden wir uns auch Gedanken machen zu unserer Mannschaft. Und dabei berücksichtigen wir immer mehrere Faktoren: die Form eines jeden einzelnen Spielers, die Trainingsleistung eines jeden einzelnen Spielers und dann natürlich der Gegner. (...) Und auch da werden wir für die kommende Aufgabe am Samstag in Stuttgart uns sehr viele Gedanken machen, die bestmögliche Mannschaft zu finden, die die Wahrscheinlichkeit erhöht um dieses spiel zu gewinnen." (BY)



 

"Wir haben unsere Angriffe nicht sauber zu Ende gespielt!"

Nach der bitteren Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Frankfurt im Kampf um den begehrten 4. Platz in der Tabelle, der in er nächsten Saison zur Teilnahme an der UEFA Champions League berechtigt, sind die Hoffnungen für den BVB, das Saisonziel doch noch zu erreichen, bis auf ein Minimum gesunken. Edin Terzic sprach die derzeitigen Probleme im Spiel seiner Mannschaft bei der Pressekonferenz deutlich an.

Es war das "wilde Spiel" der Eintracht aus Frankfurt, das Edin Terzic ursprünglich verhindern wollte, doch letztlich muss man leider zugeben, dass der Sieg der Gäste gegen einen nicht immer souverän und sicher agierenden BVB völlig verdient war. Die Frankfurter wirkten insgesamt etwas griffiger und hatten letztlich auch mehr und bessere Torchancen als die Schwarz-Gelben. "Durch die Vielzahl an Chancen dürfen wir uns nicht darüber beschweren, dass wir 2 Gegentore kassiert haben!" gab auch Edin Terzic nach dem Spiel zu und benannte die Probleme im Spiel seiner Mannschaft:
"Wir sind recht gut ins letzte Drittel gekommen, haben es dann aber nicht präzise zu Ende gespielt. Da wo wir schießen mussten, haben wir nochmal versucht zu passen und da wo wir passen mussten, haben wir versucht zu schießen. Da gab es so viele Räume - insbesonders dann, wenn wir die Seiten verlagert haben - und wenn wir dann durchgebrochen sind, fehlte die Präzision in den Flanken und in die Besetzung des Strafraums. Wenn man das mit den Toren, die wir kassiert haben, vergleicht, stellt man fest, die Frankfurter immer mit 4 Leuten im Strafraum waren und die Positionen sehr gut besetzt hatten. Das ist uns heute nicht gelungen und das ist sehr enttäuschend! Ich fand auch, dass wir technisch nicht ganz sauber waren und viele unnötige Ballverluste hatten." Im Angriff hätte man "sauberer" zum Abschluss kommen müssen. "Die Möglichkeiten, die sich in Kontern oder Halbkontern geboten hatten, hatten wir nicht zu Ende gespielt."






"Die beste Lösung finden!"

Die Länderspielpause mit der für die DFB-Elf sehr enttäuschenden 1:2-Niederlage im letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien ist nun zu Ende. Über die bittere Niederlage der Deutschen Nationalmannschaft mag BVB-Cheftrainer Edin Terzic sich sicherlich zwar auch geärgert haben, aber vor dem wichtigen Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt steht sein Fokus bei anderen Themen.

Es mag ein Fluch und ein Segen zugleich sein, dass viele Spieler aus dem Kader von Borussia Dortmund während der Länderspielpause für die Qualifikationsspiele zur Fußball WM 2022 zu ihren Nationalmannschaften berufen wurden, denn für viele Profifußballer ist das Spiel für ihr jeweiliges Nationalteam mit das Wichtigste. Emre Can war zwar der einzige Borusse, der für die DFB-Elf ran musste, aber dafür spielte er innerhalb von nur wenigen Tagen 3 Spiele über die gesamte Länge - und das auf einer für ihn eher ungewohnten Position auf der linken Abwehrseite. Diese laufintensiven Einsätze für die DFB-Elf gingen möglicherweise nicht spurlos an ihm vorüber, sodass neben den derzeit verletzten Axel Witsel, Dan-Axel Zagadou und Jadon Sancho auch er, der zuletzt neben Mats Humels im Abehrzentrum sehr solide wirkte, dem BVB nicht in bester körperlicher Verfassung zur Verfügung stehen könnte.  "Es ist keine einfache Situation - weder aus der Sicht des Trainers, noch aus der Sicht des Spielers, aber das sind Dinge, die wir nicht beeinflussen können" bewertet Edin Terzic diese Ausgangslage. "Ich könnte jetzt über alle möglichen Probleme klagen, aber es geht darum, die beste Lösung zu finden." Emre Can war vor der Länderspielpause ursprünglich nicht als Linksverteidiger eingeplant, wurde aber nach den positiven Coronatests von Niklas Süle und Jonas Hofmann im DFB Team dann aber kurzfristig auf dieser Position eingesetzt. "Das sind die Dinge, die man schwer planen kann, weder bei der Nationalmannschaft, noch bei uns im Verein. Wir werden versuchen, die beste Lösung für uns für das Spiel am Samstag zu finden. Dazu werden wir im engen Austausch mit Emre und allen anderen Spielern stehen, die zu uns zurück kommen" versprach der Cheftrainer.


Positive Nachrichten gab es aber auch zu vermelden: Marco Reus und Raphael Guerreiro konnten zuletzt wieder intensiv und ohne Probleme trainieren. "Das sieht sehr gut aus!" Und auch Mathieu Morey konnte - wenn auch mit leichten Einschränkungen im Zweikampfverhalten - wieder mit trainieren und hat somit gute Chancen am Samstag gegen Eintracht Frankfurt wieder auf der rechten Abwehrseite zu starten.  (BY)





"Wir sind froh, so einen Spieler in unserer Mannschaft zu haben!"

Es sind nicht immer nur die Top-Stars wie Erling Braut Haaland oder Jadon Sancho, die beim BVB den Gar ausmachen. Oft sind Spieler, die nicht so ganz im Fokus stehen, mindestens genauso unverzichtbar für den Erfolg.

"Wir haben eigentlich hier nur Top-Spieler, deswegen fällt es mir ganz leicht!" antwortete Marwin Hitz beim Mediengespräch in Brackel auf die Frage, wie schwierig es für ihn als Torhüter sei, wenn die Spieler im Abwehrzentrum direkt vor ihm regelmäßig durchgetauscht werden. Denn gerade in der Innenverteidigung musste man in der Vergangenheit bei Borussia Dortmund oft mit Verletzungssorgen kämpfen. Einst fiel dort Dan-Axel Zagadou für mehrere Wochen aus und - quasi zu seiner Rückkehr in die Mannschaft - musste man auf Manuel Akanji, der sich vor dem Derby gegen Schalke eine Muskelverletzung zugezogen hat, verzichten. Edin Terzic hatte deswegen gerade im Abwehrzentrum oft viel "Bastelarbeit" zu verrichten, wie er es selber mal so formuliert hat. Die große Konstante in dem Mannschaftsteil war aber bislang immer Mats Hummels, der sich mit seiner langjährigen Erfahrung als Abwehrchef beim BVB zu einem der wichtigsten Führungsspieler etablieren konnte. 
Doch auch Mats Hummels musste zuletzt während der Partie gegen Hertha verletzt ausgewechselt werden und es stand die bange Frage im Raum: Wird auch er in den kommenden Wochen ausfallen? Für Marwin Hitz im Tor des BVB wäre das kein so großes Problem: "Es ist klar, dass ein Spieler einen anderen Spieler nicht 1:1 ersetzen kann, wenn dieser ausfällt, weil er dann eine andere Art zu spielen hat und dass man als Torwart versucht sich auf seine Art einzustellen. Aber das macht auch die ganze Mannschaft. Jeder hat Stärken und Schwächen, aber wichtig ist, dass alles zusammen passt."

Emre Can ist für den BVB als Allroundtalent zu einem wichtigen Führungsspieler gereift.

Die vielen Englischen Wochen in den letzten Monaten haben nunmal ihren Preis: wegen der hohen Belastungen fallen immer mehr Spieler - oft wegen einer Muskelverletzung - aus. Neben den Langzeitverletzten Axel Witsel und Jadon Sancho ist nach dem Foul von Darida beim letzten Spiel gegen Hertha BSC auch Kapitän Marco Reus angeschlagen.
Daher ist es natürlich für jeden Trainer immer gut, dank eines großen und breiten Kaders jederzeit auf jede Situation reagieren zu können. Wichtig sind aber auch Allround-Talente, die stets auf verschiedenen Positionen eingesetzt werden können ohne dass die Mannschaft dabei an Qualität verliert. Einer dieser Allroundtalente ist zweifelsfrei Emre Can, wie BVB-Cheftrainer Edin Terzic es selbst bestätigt:
"Emre ist einer unser Führungsspieler, das ist unbestritten. Er stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und egal und er hat uns sehr geholfen, egal ob es auf der 6er Position war, auf der 8er Position, als rechter Außenverteidiger oder als Innenverteidiger.
Er hat es wirklich sehr gut gemacht und wir sind sehr froh und glücklich darüber, so einen Spieler in der Mannschaft zu haben, der seine Qualität in jeder Position auf den Platz bringen kann. Wir werden auch in Zukunft von Spiel zu Spiel entscheiden, auf welcher Position wir ihn jeweils einsetzten werden."
Die gute Nachricht ist, dass man gegen den 1. FC Köln zumindest im Abwehrzentrum nicht mehr ganz soviel "basteln" muss, denn sowohl Mats Hummels, als auch Manuel Akanji und Dan-Axel zagadou stehen dem BVB für das Spiel in der Domstadt zu Verfügung. (BY)




 

Borussia Dortmund gewinnt durch die Tore von Julian Brandt und Youssoufa Moukoko im Heimspiel gegen Hertha BSC.






"Es ist gut auf gewisse Dinge zu reagieren!"

Borussia Dortmund plagen derzeit einige Verletzungssorgen. Neben den Ausfällen von Jadon Sancho und Gio Reyna im offensiven Mittelfeld gibt es in anderen Mannschaftsteilen Ausfälle, die auch zu Problemen führen könnten.

Mats Hummels ist in der Abwehr derzeit unverzichtbar. (Foto: Bijan Yaghoubi)

Borussia Dortmund hat in den vergangenen Wochen viele wichtige und aufregende Spiele hinter sich, die man zum größten Teil auch erfolgreich bestreiten konnte. Die wichtigen K.O.-Spiele im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach und auch im Achtelfinale der UEFA Champions League hatten die Westfalen - wenn jeweils auch nur knapp - gewinnen können, sodass Edin Terzic als BVB-Cheftrainer durchaus noch die realistische Chance hat, die Saison mit einem Titel zu beenden. Der Preis für diesen Erfolg sind aber leider viele Spieler, die wegen Muskelverletzungen derzeit nicht spielen können. Neben Axel Witsel, der wegen Achillessehnenriss schon seit einigen Wochen ausfällt und sich derzeit in der Reha-Phase befindet, fehlen noch Manuel Akanji im Abwehrzentrum und Jadon Sancho als Flügelspieler im offensiven Mittelfeld.
Auch Raphaël Guerreiro auf der linken Abwehrseite und Gio Reyna werden aller Voraussicht nach gegen Hertha BSC weiter fehlen. Nun gilt es zu versuchen, diese nicht gerade wenigen Ausfälle zu kompensieren. Doch dabei fällt auf, dass es in einigen Mannschaftsbereichen Spieler gibt, auf die man eigentlich nur extrem ungern verzichten möchte. Und dazu gehört unter anderem auch Mats Hummels in der Innenverteidigung. Der 32-jährige Abwehrchef spielt nach seiner Rückkehr aus München vor 2 Jahren wieder im Dress von Borussia Dortmund. Wegen seiner langjährigen Erfahrung ist er nicht nur beim BVB ein heißer Kandidat im Abwehrzentrum, sondern auch aller Wahrscheinlichkeit nach bei der kommenden EM im DFB-Team. BVB-Sportdirektor Michael Zorc erachtet diese Entwicklung als "folgerichtig", weil Mats "über Wochen und Monate sehr gute Leistungen gezeigt hat und nach wie vor zu den besten deutschen Innenverteidigern gehört."


Doch wie weit kann man ihn belasten? Denn gerade im Abwehrzentrum fehlt es dem BVB nach dem Ausfall von Manuel Akanji und der Rückkehr von Dan-Axel Zagadou, den man wieder langsam aufbauen und erstmal nicht zuviel zumuten möchte, an echten Alternativen. "Es ist immer gut als Trainer die Möglichkeit zu haben auf gewisse Dinge zu reagieren" antwortete BVB-Cheftrainer Edin Terzic auf die Frage, ob er sich mehr Rotationsmöglichkeiten im Abwehrzentrum wünsche. "Manchmal fehlen diese Möglichkeiten durch Verletzungen oder Sperren. Dan-Axel Zagadou ist wieder zurück gekommen und wir haben ihn sowohl im Training als auch in den Spielen behutsam aufgebaut. (...) Wir werden analysieren wie die Daten aussehen und wie sich der ein oder andere fühlt, sind im täglichen Austausch mit allen Spielern und werden dann die perfekte Aufstellung finden." (BY)



 

"Es waren die Kleinigkeiten!"

Edin Terzic kennt die eher bescheidenen Auftritte des BVB in München aus der Vergangenheit und benennt das Verbesserungspotenzial seiner Mannschaft.

Das bisherige Auftreten der Borussia in München gleicht in der Liga der letzten Jahren einer einzigen Katastrophe. Man muss es leider so deutlich sagen. 2:24 Tore aus den letzten 5 Bundesligaspielen ist eine "einzige Horrorbilanz", wie es BVB-Sportdirektor Michael Zorc mal einst formulierte. Aber immerhin konnten die Westfalen ihre Niederlagen bei den letzten beiden Aufeinandertreffen gegen den FC Bayern München vom Ergebnis etwas freundlicher gestalten - so blöde es auch klingen mag. Man verlor sowohl im Supercup als auch im Ligahinspiel jeweils knapp mit 2:3.

"Dass Bayern München eine unglaubliche Qualität hat, ist nicht nur in Deutschland bekannt" erklärte BVB-Cheftrainer Edin Terzic, der auf den "großen Werkzeugkasten in der Offensive des FC Bayern München" verwies. Aber man habe es immerhin geschafft, sich etwas an die derzeit vermeintlich beste Fußballmannschaft der Welt heranzutasten. "Wir haben in beiden Spielen in dieser Saison - sowohl im Supercup als auch im Hinspiel - gezeigt, dass wir näher herangekommen sind. Beide Spiele wurden verloren, bei denen man gesehen hat, dass es die Kleinigkeiten waren, die diese Spiele entschieden hatten. Aber wir hatten in beiden Spielen auch die Chance in Führung zu gehen bzw. das Siegtor zu erzielen. Das ist uns nicht gelungen. Man muss höllisch wach sein. Wenn man einen Ball im Zentrum verliert, dann kann es sofort klingeln. Sie waren auch bei Standards gegen uns sehr erfolgreich. Da müssen wir höllisch aufpassen. (...) Das Allerwichtigste ist aber, dass wir auch Dinge machen, die sie nicht verhindern können. (...) Es ist der klare Auftrag, dass wir unseren Mut und unseren Teamgeist auf den Platz bekommen wollen um dann erfolgreich vom Platz runter zu gehen." Es ginge mittlerweile darum, genau diese "Kleinigkeiten" in den Griff zu bekommen. "Wir müssen an den Dingen festhalten, die wir gut machen und akzeptieren, dass es Phasen gibt, bei denen wir leiden müssen. Aber das bedeutet nicht, dass man nicht mutig und gefährlich sein kann. Ich habe mir die letzten beiden Spiele nochmal angeschaut und gesehen, wie viele Chancen wir da hatten. Wir sind 2 oder 3 mal alleine auf den Torwart zugelaufen, bei denen die Kleinigkeiten nicht funktioniert haben. Und dann verlieren wir in der 82. Minute den Ball auf Höhe der Mittellinie und es klingelt. Das sind die Dinge, die wir abstellen müssen. Das sind die Dinge, die wir angehen müssen, denn das sind diese Kleinigkeiten, die diese engen Spiele dann entscheiden können." Dazu zählen das Verteidigen von gegnerischen Standardsituationen, keine "blöden Ballverluste" im Mittelfeld, die dem Gegner schnelle Konter ermöglichen, zu verursachen. "Das sind die Dinge an denen wir arbeiten müssen und das wird dann den Ausschlag geben, ob wir mit Punkten nach Hause fliegen." (BY)




 

"Fußball ist ein Fehlersport"

Trotz des souveränen Erfolgs gegen Arminia Bielefeld ist man mit der eigenen Leistung beim BVB nicht so ganz zufrieden.

Edin Terzic freut sich über Kopfschmerzen, wie er es selbst schon mehrfach betont hat. Dabei meint er nicht die Kopfschmerzen, die aus einer Erkältung oder einer Krankheit heraus entstehen, sondern die Kopfschmerzen, die man bekommt, wenn man aus einem Kader vieler guter Spieler die 11 aussondern muss, die von Beginn an spielen dürfen. Er macht dabei keinen Hehl daraus, dass er kein Problem mit dieser Art von "Kopfschmerzen" hat, die man im Allgemeinen auch als "Luxusproblem" bezeichnet. 

Reinier schoss gegen Arminia Bielefeld sein erstes Bundesligator! (Foto: Bijan Yaghoubi)

Aber trotz des 3:0-Sieges gegen die Arminia aus Bielefeld ist man bei Borussia Dortmund nicht ganz zufrieden. "Wir spielen zwar schon etwas zielstrebiger, aber nicht so, wie wir es auch könnten" gab Abwehrchef Mats Hummels nach dem Spiel gegenüber SKY zu. "Wir haben gesehen, dass wir in der ersten Halbzeit nach Ballverlust eine Riesenchance von Sergio Córdova zugelassen haben, die er machen muss! (...) Wir hatten in der 2. Halbzeit noch eine brenzlige Situation mit Doan und noch ein bis 2 Szenen. Wir haben trotz der Führung noch viele Konter kassiert. Wir haben uns zwar verbessert, aber es sind noch so Kleinigkeiten, die fehlen und somit sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen, denke ich." Auch Cheftrainer Edin Terzic zeigte sich trotz des verdienten 3:0-Sieges nicht ganz zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: "Das Spiel hat eigentlich ganz ordentlich angefangen. In den ersten 3-4 Minuten bekamen wir den Ball schon 2 mal gefährlich in den gegnerischen Strafraum und hatten aber nicht den Abschluss gefunden. Dann hatten wir so ein bisschen den Faden verloren und konnten dann bis zur 25. Minute nicht so klare Torchancen heraus spielen. Aber von der 25. bis zur 45 Minute hatten wir viele Torchancen herausgespielt, bei denen wir nicht so ganz effektiv waren und klarer und zielstrebiger den Abschluss hätten suchen müssen. (...) In der 2. Halbzeit wurde es dann deutlich besser. Wir hatten ungefähr eine ähnliche Anzahl von Torchancen, waren dann aber deutlich effktiver." 

Mo Dahoud entwickelt sich immer mehr zu einer festen Größe beim BVB. (Foto: Bijan Yaghoubi)

Der Distanzschuss von Mo Dahoud zum 1:0 war dann der "Dosenöffner". "In der ersten Halbzeit gab es diese eine Situation, in der Sergio Córdova quasi frei zum Abschluss kommt. Das war nach einem unnötigen Ballverlust im Zentrum, von denen wir uns in der ersten Halbzeit ein paar zuviel geleistet haben. Wir hatten es von da aus zu sehr forciert zu früh ins Zentrum, insbesonders auf die 10 zu spielen anstatt in den Halbraum. Und das sind die Dinge, die wir auch in der Halbzeitpause angesprochen haben." 

Im Zentrum deutlich weniger ins Risiko gehen und unnötige Ballverluste vermeiden, mehr Gefahr aus der Distanz ausstrahlen, zum Abschluss kommen und nicht immer wieder den Ball nochmal quer legen wollen. 

Das sind die Kernthemen, die in der Halbzeitpause besprochen wurden. "Fußball ist ein Fehlersport. Wir verlieren circa 90 bis 120 mal den Ball pro Spiel und es geht immer darum, welche Reaktion wir zeigen. Und da geht es darum, den Ball sofort wieder zurückzuerobern."

"Wir müssen immer wieder harte Entscheidungen treffen"

"Marwin spielt, weil er gut ist!" (Foto: Bijan Yaghoubi)

Ein weiteres Thema, das seit ein paar Wochen die Gazetten schmückt, ist die derzeitige Torhüterposition beim BVB. Roman Bürki ist nach einigen Unsicherheiten in seinen letzten Spielern bei Edin Terzic nicht mehr die unangefochtene Nummer 1. "Wir müssen immer wieder harte Entscheidungen treffen. Wichtig dabei ist, dass wir immer offen und ehrlich und transparent miteinander umgehen. Wir haben mit beiden Torhütern gesprochen und ihnen immer wieder gesagt, wie sie der Mannschaft helfen und wo sie sich selbst verbessern können. Grundsätzlich wollen wir eine Leistungskultur schaffen, in denen gute Leistungen belohnt werden und demzufolge haben wir uns für Marwin Hitz entschieden. Das war die Entscheidung für heute. Wir haben noch so viele Aufgaben. Es ist noch ein so langes Rennen in der Bundesliga und wir sind noch in 2 Wettbewerben, in denen wir sehr ambitionierte Ziele haben. Was die Zukunft bringt, wird man dann sehen. Es geht so schnell im Fußball!" (BY)



 


 

"Wir planen weiter mit ihm!"

Wenn ein Spieler außergewöhnlich gute Leistungen zeigt, dann kann man in dem Zusammenhang vom "Fluch der guten Tat" sprechen. Denn oft muss der Verein sich anschließend mit Transfergerüchten herumschlagen. Und die kommen dieses Mal nicht von ungefähr. 

Jeder Derbysieg ist für die Fans immer etwas ganz Besonderes - völlig unabhängig von der gegenwärtigen Tabellenkonstellation und den bis dato gezeigten Leistungen auf dem Platz. Der jüngste Derbysieg gegen den FC Schalke 04 ist aber für die BVB-Fans aus 2 Gründen etwas ganz Besonderes: zum einen rechnen sie in Anbetracht der gegenwärtigen Lage beim Reviernachbarn aus Gelsenkirchen fest mit dessen Abstieg aus der Liga und der damit verbundenen Tatsache, dass es so schnell keine "Mutter aller Derbys" mehr geben wird. Und zum anderen konnte Erling Haaland mit seinen Toren wieder einmal auf sich aufmerksam machen. 

Nicht nur auf dem Platz sorgt Erling Braut Haaland für viel Wirbel. (Foto: Bijan Yaghoubi)

Gerade der Seitfallzieher zum zwischenzeitlichen 0:2 für den BVB beeindruckte die Fußballwelt für die der Norweger grandiose Kritiken erhielt. Dass Erling Braut Haaland mit seinen erst 20 Jahren bereits kein unbeschriebenes Blatt mehr ist, ist allgemein bekannt. Und die schon seit seiner BVB-Verpflichtung im Januar 2020 immer wieder aufkehrende Frage: "Wie lange kann Borussia Dortmund ihn noch halten?" genießt wieder große Aktualität. Haalands Berater Mino Raiola meldete sich in einem Interview mit der englischen BBC zu Wort: 
"Es ist offensichtlich, dass Erling das Zeug dazu hat, zu einem neuen großen Star heranzureifen. Denn das was er in seinem Alter bereits gezeigt hat, ist sehr einzigartig. Bei seinen Leistungen wird er einer der zukünftigen Stars des Jahrzehnts sein. (...) Es ist offensichtlich, dass es sich höchstens 10 Vereine leisten können, Erling Haaland dem BVB abzukaufen. Und 4 dieser Vereine kommen aus England. Ich glaube, dass es kaum einen Sportdirektor oder Trainer auf der Welt gibt, der kein Interesse daran hätte ihn zu verpflichten." Starke Worte, die ziemlich deutlich das bekräftigen, was viele bereits seit langem prophezeien: dass Borussia Dortmund für den 20-jährigen Stürmer letztlich ein Sprungbrett ist, um auf kurz oder lang bei einem europäischen Top-Klub anzuklopfen.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der bei der Pressekonferenz mit den Aussagen von Mino Raiola konfrontiert wurde, reagierte darauf sehr souverän und sogar mit einer Portion Humor: "Ich komme noch nicht einmal auf 10 Vereine, wenn ich ehrlich bin" und lachte. Für ihn gehört so etwas zum Tagesgeschäft: "Ich muss sagen, dass mich das überhaupt nicht nervt! Ich empfinde diese Aussagen auch nicht als so aufregend bzw. als für Aufsehen erregend. Dass Erling Haaland nach seiner Zeit bei Borussia Dortmund irgendwann nicht zu jedem Klub wechseln möchte, erschließt sich jedem und ist sonnenklar! (...) Wir sind happy, dass wir Erling hier haben, dass er in den letzten Spielen wieder vermehrt getroffen hat und sein Wert für uns unter Beweis gestellt hat. Ich kann nur sagen, dass wir weiter mit ihm planen. Ich glaube auch, dass er sich hier in Dortmund nicht so unwohl fühlt." Es bleibt also aus Sicht der BVB-Fans die Hoffnung, dass Erling sich in Dortmund noch möglichst lange "wohlfühlen" wird. (BY)


 


 

"Es gibt nichts Schöneres als ein Derbysieg!"

Für die einen bedeutet ein Derbysieg 3 Punkte mehr auf dem Konto, für die anderen ist es das wichtigste Spiel das Jahres. BVB-Cheftrainer Edin Terzic kennt die besondere Bedeutung dieses Spiels für die Fans.

Nach den doch insgesamt recht enttäuschenden Leistungen von Borussia Dortmund zuletzt in der Liga bibbern viele Fans dem Derby entgegen, obwohl der FC Schalke 04 derzeit nur noch um das nackte Überleben kämpft. Die Gründe dafür sind vielfältig: zum einen schaffen es die Borussen auf dem Platz derzeit nicht immer, konstant gute Leistungen zu bringen und tuen sich gerade gegen die vermeintlichen Kellerkinder der Liga, wie zum Beispiel beim letzten Heimspiel gegen den FSV Mainz 05, recht schwer. Und zum anderen spielen die bis dato erspielten Punkte und die jeweiligen Tabellenstände bei einem Derby meistens keine große Rolle, wie es die Vergangenheit schon desöfteren gezeigt hat. Für Edin Terzic, der nicht nur Cheftrainer sondern auch mit Leib und Seele Fan von Borussia Dortmund ist, ist es das erste Derby in seiner neuen Funktion. Er kennt die besondere Bedeutung dieses Spiels für die Fans: "Es gibt im Leben eines Borussen nichts Schöneres als ein Derbysieg. Darauf bereiten wir uns vor um alles dafür zu tun, um dieses Gefühl morgen auch zu erreichen. (...) Es ist das emotionalste Spiel, das man in der Saison hat. (...) Es sind auf beiden Seiten ähnliche Vorzeichen. Die Fans wollen sehen, dass man sich für das Trikot zerreisst, dass man alles gibt und alles investiert und dass man das Derby halt gewinnt. Das sind die Aufgaben als BVB Spieler. (...) Wir versprechen unseren Fans, dass wir immer für sie da sein werden, aller raushauen werden um ihnen das Glücksgefühl nach dem Spiel zu geben." (BY)




 

"Darüber sind wir nicht glücklich!"

Recht nüchtern analysiert Edin Terzic das Spiel gegen die TSG und sieht dabei zwar Licht, aber noch mehr Schatten.

Trotz des späten Ausgleichtreffers durch Erling Haaland, der dem BVB immerhin einen Punkt gerettet hat, ist man beim BVB mit der Partie nicht zufrieden - wie so oft. Man hadert kurz vor dem 1:1-Ausgleichstreffer der Hoffenheimer durch Munas Dabbur mit einer Schiedsrichterentscheidung, sieht aber den Großteil der Probleme als Ursache für die vielen Misserfolge in der letzten Zeit bei sich selbst - auch wenn Edin Terzic die Gründe dafür sehr vielfältig sieht: "Es ist nicht eine Antwort. Es ist etwas komplexer" sagte er und bemängelte dabei unter anderem die hohe Anzahl an individuellen Fehlern. "Es ist nicht die leichteste Phase für jeden einzelnen Spieler und dann ist es auch nicht einfach für jeden komplett stabil zu sein um wenig Torchancen zuzulassen." Diese Stabilität, die man sowohl gegen den Vfl Wolfsburg, aber auch gegen RB Leipzig gezeigt habe, könne man zurzeit "nicht konstant abrufen." Dazu kommen mal wieder die leidigen Probleme bei gegnerischen Standardsituationen, aus denen auch das zwischenzeitliche 1:2 für die TSG Hoffenheim entstand. "Bei der ersten Ecke kommen sie schon zum Abschluss und daraus resultiert die 2. Ecke. Und dann kommt die 2. Ecke, bei der wir nicht auf der Höhe sind, obwohl ganz klar abgesprochen ist, wo jeder seinen Job hat." 

Große Unzufriedenheit also bei der Abwehrarbeit, beim Verteidigen von gegnerischen Standards und beim Zweikampfverhalten! Das bedeutet für den BVB viel Arbeit, denn am Mittwoch geht es zum UCL Achtelfinalspiel gegen den FC Sevilla! (BY)
  




Eine deutliche Aussprache

Nach der letzten enttäuschen Niederlage gegen den SC Freiburg gab es beim BVB am darauf folgenden Sonntag eine Aussprache der etwas anderen Art.

Seit Sonntag ist es in weiten teilen Deutschlands sehr eisig und kalt geworden. Die Temperaturen sanken deutlich unter Null Grad und starker Schneefall beeinträchtigt seitdem neben den durch die Pandemie ohnehin sehr eingeschränkten Alltag die Situation und vor allem die Mobilität der Menschen zusätzlich. Bei Borussia Dortmund ist allerdings an diesem Tag nach der Niederlage gegen den SC Freiburg einen Tag zuvor ein kleiner Vulkan ausgebrochen. BVB-Cheftrainer Edin Terzic, den man als einen sehr ruhigen und freundlichen jungen Mann kennengelernt hat, zeigte sich wohl von seiner eher bissigen Seite und sah deutlichen Redebedarf mit seinem Team. Er schien dabei nach den vielen Niederlagen in den vergangenen Wochen seinem Unmut Luft machen zu wollen:  

"Wir haben die Dinge nicht nur nach dem Freiburg-Spiel, sondern auch in den Wochen zuvor deutlich angesprochen. Wir gehen immer offen und ehrlich miteinander um und versuchen die Mannschaft und jeden Einzelnen zu verbessern. Am Sonntag hatte ich das Gefühl, dass ich das etwas ausführlicher machen sollte. Als Trainer gibt es in dieser Position etwas, das mir nicht so passt: Du hast das Gefühl, dass jeder auf Dich sauer sein darf, wenn er mal nicht spielt oder aus- bzw. eingewechselt wird. Aber den Anspruch, dass der Trainer mal sauer sein darf, hat niemand. Der muss dem einzelnen Spieler immer das Vertrauen schenken und ihm noch eine Chance geben und ihn immer wieder beschützen. Das ist auch so. Das werde ich auch weiter so tun, aber eben nicht am Sonntag nach dem Spiel gegen Freiburg. Das war mir halt wichtig, dass ich da einige Dinge los werde. Das haben wir dann sehr ausführlich und sehr deutlich getan. Jeder wurde direkt angesprochen und jeder, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er etwas mitnehmen sollte, wurde dann auch persönlich von mir angesprochen. (...) Es geht darum, dass wir gemeinsam wieder erfolgreich werden und in die gleiche Richtung arbeiten und da haben wir am Sonntag einen guten Schritt getan."

"Jeder kann sich nochmal zeigen!"

Youssoufa Moukoko darf gegen Hoffenheim auf einen Startelfeinsatz hoffen. (Foto: Bijan Yaghoubi)

Der Cheftrainer machte weiter deutlich, dass er die Mannschaftsaufstellung neu aufmischen möchte. Mit einigen etablierten Spielern schien er nach dem Freiburg-Spiel unzufrieden gewesen zu sein, denn erst der 16-jährige Youssoufa Moukoko schaffte es nach seiner Einwechslung Mitte der 2. Halbzeit für deutlich mehr Druck auf das gegnerische Tor zu sorgen. Das blieb natürlich auch nicht dem Trainerteam verborgen: 

"Seit Novemer darf er (Youssoufa) für uns mitspielen und mitmischen und das macht er gut! Youssoufa hatte eine sehr gute Einwechslung, hatte viele Abschlüsse, sehr viel Gefahr gebracht und sich dann mit dem Tor belohnt. Youssoufa ist definitiv eine Option, über die wir auch für das Spiel am Samstag nachdenken. (...) Jeder Spieler hat nach den letzten Ergebnissen die berechtigte Hoffnung mehr Einsatzzeiten zu bekommen und wir werden uns gut überlegen, wie wir das Ganze in den nächsten 2 Tagen angehen werden. Wir haben noch 2 Einheiten, jeder kann sich nochmal zeigen und jeder kann sich nochmal beweisen und wir werden dann nochmal versuchen, die bestmögliche Mischung zu finden um das Spiel am Samstag erfolgreich zu gestalten." (BY)





Es ist kein "Softwareproblem"

Trotz des Sieges gegen den SC Paderborn im DFB-Pokal-Achtelfinale sind viele BVB-Fans mit der derzeitigen Leistung ihrer Borussia nicht immer einverstanden. BVB-Cheftrainer Edin Terzic nimmt auch dazu Stellung.

Es war ein deutlich schwierigeres und kräftezehrenderes DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den SC Paderborn als man es sich beim BVB ursprünglich gewünscht hätte. "Es war ein sehr intensives Spiel, definitiv eine halbe Stunde zu lang! Wir sind - laut Statistik - als Team 165 Kilometer gelaufen. Dementsprechend müde sind wir aus dem Spiel heraus gegangen", erlärte Edin Terzic bei der Pressekonferenz. Personell gäbe es keine größeren Neuigkeiten, aber man hofft, dass Mats Hummels, der sich im Laufe der Jahre immer mehr zum Führungsspieler entwickelt hat und gegen den SC Paderborn gefehlt hat, am Smstag wieder dabei sein wird. "Es gab - wie immer - den ein oder anderen Schlag, aber sonst ist nichts Dramatisches passiert", hieß es zur Personallage beim BVB.

Das große Problem, das viele derzeit jedoch beim BVB sehen, sind nicht unbedingt einige verletzungsbedingte Ausfälle, sondern die 2 Gesichter, die man auf dem Platz sieht. Teilweise spielen die Borussen richtig guten Fußball, verstehen es die Räume eng zu machen, gehen im Mittelfeld intensiv ins Gegenpressing und schaffen es nach Balleroberung oft blitzschnell umzuschalten und sich sehr gute Torchancen herauszuspielen, wie sie es zum Beispiel gegen RB Leipzig gezeigt haben. Dann aber sieht man auch oft das zweite Gesicht vom BVB: man wirkt demotiviert, macht teilweise unnötige Fehler und wirkt ab und wann etwas ratlos, wie es zum Beipiel lange Zeit in der ersten Halbzeit im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen, aber auch nach der 2:0-Führung im Pokalspiel gegen den SC Paderborn zu sehen war. "Wie schafft man es, diesen Schlendrian aus der Mannschaft herauszubekommen?" wurde Edin Terzic gefragt. 
Doch diese eine Lösung, mit der man alle Probleme und Fehler abstellen könne, gäbe es nicht. "Wir arbeiten mit Menschen zusammen und nicht mit Maschinen. Das ist jetzt nicht ein Softwareproblem, sondern es sind menchliche Emotionen, menschliche Eigenschaften, die dafür verantwortlich sind", antwortete er darauf und verwies auf das letzte Ligaspiel gegen den FC Augsburg, mit dem er sich sehr zufrieden zeigt und das er als Maßstab für die Leistung seines Teams definiert: "Das beste Beispiel haben wir letzte Woche Samstag gezeigt, als wir es gegen Augsburg von der ersten bis zur 90. Minute gegen alle Widerstände - mit dem verschossenen Elfmeter und mit dem Gegentor - durchgezogen haben und das ist unser Anspruch. (...) Wir versuchen jede Woche beim Training eine gewisse Konstanz einzufordern, die wir nicht nur am Wochenende abrufen wollen, sondern die jeden Tag unser eigener Anspruch ist." (BY)


 


 

"Das wird uns nicht immer gelingen!"

Der BVB konnte nach einer Minikrise seine Durststrecke endlich beenden und gewann hochverdient gegen den FC Augsburg. Dennoch hatte man zu Beginn der Partie nicht immer gutes Gefühl, das auch Edin Terzic bei der Pk auch zu verstehen gab.

Das Spiel wirkte zunächst wie ein Deja-Vu-Erlebnis, denn wieder startete der BVB gut in die Partie und erspielte sich die ein oder andere gute Torchance. Und wieder schoss der Gegner direkt bei seiner ersten Torchance das 0:1, sodass der BVB wieder einem Rückstand hinterherlaufen musste. Und wieder verschoss man darauf einen Strafstoß, dieses mal durch Erling Haaland, der in diesem Fall den Ausgleich bedeutet hätte. "Wir haben mittlerweile auch die Schnauze voll mit den verschossenen Elfmetern", resümierte dazu Edin Terzic nach dem Spiel.

Doch schon in der 1. Halbzeit konnte Thomas Delaney nach einem Freistoß von Marco Reus durch einen Kopfball ins lange Eck den völlig verdienten Ausgleichstreffer für die doch sehr dominant auftretende Borussia erzielen. In der 2. Halbzeit machte der BVB dann den Sack zu. Jadon Sancho besorgte nach einem tollen Chip von Raphaël Guerreiro das 2:1 und später konnte Erling Haaland nach einem Sprint über den halben Platz aus spitzem Winkel das 3:1 für den BVB besorgen. Einziger Wehrmutstropfen ist dabei die Tatsache, dass der letzte Treffer ein Eigentor war, sodass der Norweger sich damit nicht weiter in die Torschützenliste eintragen konnte.
Lobende Worte über das Spiel seiner Mannschaft gab es dann logischerweise von Edin Terzic, der bei der Pressekonferenz über den Spielverlauf und vor allem das Ergebnis sichtlich erleichtert wirkte: "Wie die Mannschaft dann wirklich von Anpfiff bis Abpfiff sowohl offensiv als auch defensiv gearbeitet hat und mit der Art und Weise, mit der Torchancen herausgespielt haben, sind wir sehr glücklich."
Doch die Tatsache, dass seine Jungs jetzt zum vierten Mal in Folge einem 0:1-Rückstand hinterherlaufen mussten, nervte den Cheftrainer: "Das war heute das 4. Spiel in Folge, bei dem wir mit 0:1 in Rückstand geraten sind und heute ist es uns gelungen, das Ganze auch in einen Sieg umzumünzen. Das wird uns auch nicht immer gelingen. Deshalb sollten wir auch zusehen, dass wir uns nicht immer ein blödes Gegentor fangen, aber heute sind wir auch mit der Vielzahl der Chancen, die wir heraus gespielt haben, sehr zufrieden." (BY)






"Wir werden versuchen positiv zu bleiben!"

Die Erfolglosigkeit aus den letzten 3 Bundesligaspielen tut dem BVB natürlich sehr weh. BVB-Cheftrainer Edin Terzic und Sportdirektor Michael Zorc nennen dafür Gründe und erläutern dazu Lösungsansätze.

Fußball hat auch viel mit Psychologie zu tun. Das wissen natürlich auch alle Trainer, sodass es nicht nur darum geht, die Spieler physisch und taktisch auf den nächsten Gegner vorzubereiten, sondern auch mental. Und wenn eine Mannschaft, die wie Borussia Dortmund hoch gehandelt wird, den 2. teuersten Kader in der Bundesliga und dementsprechnd hohe Ziele hat, nur einen Punkt aus 3 aufeinanderfolgenden Spielen holt, dann gilt es diesen Knoten des Misserfolgs und Unzufriedenheit zu lösen. Man muss sich sowohl körperlich als auch moralisch aufrichten und die nächste Aufgabe annehmen. Und die lautet: FC Augsburg - eine Mannschaft, mit der man in der Hinrunde schon mit einer 0:2-Niederlage schlechte Erfahrungen gemacht hat. BVB-Cheftrainer Edin Terzic erwartet wieder ein kompaktes Auftreten der Augsburger, die durch schnelles Umschalten nach eigener Balleroberung versuchen, dem BVB erneute Probleme zu bereiten. "Wir müssen versuchen, den Plan, den Augsburg wahrscheinlich in der Tasche hat, also kompakt zu stehen, uns zu frustrieren, immer wieder die Bälle zu erobern um dann schnell den Konter zu fahren, zu verhindern. Wir müssen besser im Ballbesitz bleiben und diese nicht so einfach weg geben, sodass wir nicht so häufig in die Situation kommen, Konter zu verteidigen. Aber wenn wir sie verteidigen müssen, dann müssen wir da sein." Und genau diese Ballverluste sind nach Meinung des 38-jährigen Trainers neben der Problematik bei Standardsituationen auch ein Grund für die Misserfolge aus der jüngsten Vergangenheit: "Es sind natürlich Fehler bei den Standards passiert. Die müssen wir korrigieren! Es geht aber auch darum, wie so ein Standard entstanden ist. Kurz bevor wir den Freistoß (der zum 2:2 im letzten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach geführt hat) bekommen haben, haben wir den Ball 2 mal innerhalb von wenigen Sekunden wieder abgegeben, obwohl wir ihn 2 mal erobert haben. Und daran müssen wir arbeiten."Hinzu kommt das Problem, dass man trotz einer guten Leistung und vieler Torchancen - wie im Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 - zunächst in Rückstand geriet und somit den Druck der Wiedergutmachung verspürt: "Was aber auffällt ist, dass wir sehr oft Rückschläge aufzuarbeiten haben, oft in Rückstand geraten sind und es uns dann schwer fiel zu reagieren. Wenn man mit 2 Toren im Rückstand liegt, dann ist es schwierig das Spiel noch herumzudrehen. Das ist uns zwar vor einem knappen Jahr schon mal gelungen - auch gegen Augsburg - aber die Wahrscheinlichkeit ist natürlich nicht so groß, dass das wieder klappen kann." 

Dennoch versucht man die positiven Aspekte aus den letzten 3 Spiele in den Vordergrund zu rücken, auch wenn das nicht ganz so leicht scheint und appeliert dabei an die Moral der Mannschaft: "Wir hatten in den ersten beiden Spielen das Gefühl, dass wir waren näher am Sieg als an einem Unentschieden oder einer Niederlage waren." Im letzten Spiel gegen Borussia Mönchengladbach habe man "in der Phase zwischen der 15. und 30. Minute, in der auch die beiden Tore herausgespielt wurden, sehr viel Gutes und Positives gesehen. (...) Wir haben es 3 mal geschafft, den Rückstand wieder aufzuholen. (...) Wir werden versuchen weiter strukturiert zu arbeiten, dabei zu bleiben, was wir gut tun, das Ganze weiter zu forcieren, positiv zu bleiben und immer noch die Bereitschaft zu übernehmen, den Extrameter zu machen." 
Auch Sportdirektor Michael Zorc sieht zwar nicht alles schwarz, fordert aber deutlich mehr Konstanz im Spiel des BVB: "Wir hatten in allen 3 Spielen sehr gute Phasen, aber eben nur maximal 45 Minuten. Und das ist auch gleich der Auftrag für die nächsten Spiele in den kommenden Wochen zu versuchen, diese richtig gute Leistung, die man 30 bis 45 Minuten gesehen hat, durch ein ganzes Spiel zu bringen. Dann ist in der Regel das Ergebnis hinterher auch besser."  (BY)




 

"Wir wissen, dass wir es besser können!"

Sportdirektor Michael Zorc und Cheftrainer Edin Terzic resümieren die Hinrunde der Bundesligasaison und sprechen dabei Themen an, die in der Rückrunde besser funktionieren sollen als zum Beispiel im letzten Spiel der Hinrunde. 

In den sozialen Netzwerken werden schon unter den BVB-Fans satirische Bilder verteilt, in denen der BVB als "Robin Hood" der Liga bezeichnet wird. Man nähme die Punkt von den Reichen, wie zum Beispiel dem Team von RB Leipzig, dem VfL Wolfsburg oder Borussia Mönchengladbach und gäbe sie den Armen, wie zum Beispiel dem 1. FC Köln oder Mainz 05. Dass dieses Bild nicht immer so ganz stimmt, hat zum Beispiel das letzte Spiel in Leverkusen gezeigt. "Wir waren mit der Körpersprache in der 1. Halbzeit nicht einverstanden" erklärte Cheftrainer Edin Terzic zum Spiel gegen die Werkself. "Wir waren nicht damit einverstanden, wie wir mit kleinen Misserfolgen umgeganden sind, wie schnell wir dann negativ wurden." Und schon kommt einem dabei ein gewisses Deja Vu aus mangelnder Konstanz in den Sinn, denn die Borussen zeigten in der Hinrunde bereits desöfteren Spiele, die man durchaus als "suboptimal" bezeichnen kann. Gerade in den englischen Wochen vor Weihnachten lief Vieles nicht rund. Das weiß auch Sportdirektor Michael Zorc, der einen Blick auf die gesamte Hinrunde warf: "Es ist nicht viel Zeit darüber nachzudenken, weil es direkt 3 Tage später wieder weiter geht. Aber wir sind schon alle der Meinung, dass wir in der Champions League und im DFB Pokal unsere Leistung gebracht und unsere Hausaufgaben erledigt haben." In der Liga hingegen hinke man aber schon deutlich "den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen" hinterher. Auch Ceftrainer Edin Terzic zeigt sich nicht ganz zufrieden: "Wir sind definitiv nicht glücklich darüber, wie die Heimspiele gelaufen sind. 6 Niederlagen sind in der Hinrunde deutlich zuviel! Das wollen wir definitiv ändern." Das Problem sei unter anderem die Dichte an Spielen. "Wir haben nicht viel Zeit große Analysen durchzuführen und uns zu sammeln, denn es geht nahtlos weiter. Wir haben morgen wieder die gute Möglichkeit, die 3 Punkte zu sammeln und die würden uns gut tun!"


Ein weiterer Grund sei die "negative Körpersprache der Jungs" gewesen, die in der 1. Halbzeit im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen zu sehen war. Edin Terzic thematisierte genau das beim letzten Training im Team: "Wir haben die Dinge klar angesprochen und beim Namen genannt. Wir haben die Jungs darüber sprechen lassen, wie sie es selbst empfunden haben. Manchmal empfindet man Dinge auf dem Platz anders als sie dann tatsächlich stattgefunden haben und was ganz wichtig war: Wieso das Ganze - diese negative Körpersprache - entstanden ist." Es ginge darum, negative Erlebnisse in positive Energie umzuwandeln und er nahm  das Spiel gegen Leipzig dabei zum Vergleich. "Da haben wir 112 Fehlpäse gespielt, aber nicht einmal diese Reaktion gezeigt. Dementsprechend haben wir auch gute und positive Dinge, an denen wir uns festhalten können. Wir wissen, dass wir es besser können! Und darum geht es: jetzt schnell den Schalter umzulegen und das nicht mehr zuzulassen. Wir versuchen das jeden Tag vorzuleben, dass wir es in jedem Training an uns selbst einfordern und uns immer daran erinnern. Denn sonst verlieren wir Zeit um ein Tor zu schießen, das Ergebnis zu korrigieren und 3 Punkte einzufahren."
Auch Sportdirektor Michael Zorc sieht zwar viel Modifizierungsbedarf in seiner Mannschaft, aber keineswegs ein grundsätzliches Problem: "Natürlich gibt es immer wieder gewisse Verhaltensweisen, die sich dann wiederholen. Es ist unsere Aufgabe daran zu arbeiten, dass es besser wird. Das versuchen wir - natürlich in erster Linie das Trainerteam - jeden Tag. Aber da jetzt ein generelles Statement draus zu machen lehne ich ab."  (BY)







 

 
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