TV- und Videoproduktion
Verein zur Förderung von Sport und Kultur im Medienbereich

Neuigkeiten aus der Rückrunde 


Ein Hinweis: Beachten Sie bitte, dass wir immer die aktuellste Pressekonferenz an erster Stelle platzieren!

 Ex BVB-Profi Otto Addo spricht mit Journalisten über seine jetzige Arbeit als Talente-Trainer von Borussia Dortmund sowie über das Thema Rassismus im Fußball und in der Gesellschaft.



Sehen Sie hier die Aufzeichnung der Pressekonferenz von Borussia Dortmund im Vorfeld des Auswärtsspiels bei RB Leipzig.

Sportdirektor Michael Zorc und Chef-Trainer Lucien Favre beantworten die Fragen der anwesenden Journalisten.

Pläne in der Offensive

Die letzten Spiele gegen Hertha BSC und auch speziell das gegen Fortuna Düsseldorf entsprachen trotz der Siege von Borussia Dortmund laut Sportdirektor Michael Zorc nicht denen aus der "Feinkostabteilung" des Fußballs. Cheftrainer Lucien Favre hat dafür eine Erklärung und offenbart dabei auch seine Wünsche.

Nach dem 1:0-Sieg in Düsseldorf steht fest, dass der BVB auch in der nächsten Saison an der UEFA Champions League teilnehmen wird. Obwohl man das große Saisonziel der Deutschen Meisterschaft wohl verpasst hat, ist diese Teilnahme am bedeutenden internationalen europäischen Wettbewerb für den BVB ein großer Erfolg und immens wichtig. Rein tabellarisch befindet man sich derzeit mit 4 Punkten Vorsprung auf RB Leipzig auf dem 2. Platz, den man auch bis zum Saisonende verteidigen möchte. "Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken, denn die Konkurrenz wird peu a peu auch immer besser" betonte dabei der BVB-Cheftrainer und warnte gleichzeitig vor dem kommenden Gegner aus Mainz: "Es wird weiter ein schwieriges Spiel, weil sie gegen den Abstieg kämpfen. (...) Sie haben nach vorne viel Power und sie sind gefährlich. Sie werden gegen uns alles geben." Ähnlich wie Fortuna Düsseldorf, die in dieser Saison genauso im Tabellenkeller stehen und gegen den Abstieg kämpfen, kann man erwarten, dass man gegen Mainz ebenso auf einen tief stehenden Gegner auflaufen wird.

Nun sagen Kritiker, dass beim BVB in den letzten Spielen "die Luft raus" sei, denn - im Gegensatz zu einigen anderen Teams, für die es entweder um die Teilnahme an internationalen Wettbewerben oder gegen den Abstieg in die 2. Liga geht - scheint die Situation beim BVB in dieser Saison fixiert zu sein. "Man könnte das so sagen, denn die Saison ist bald zu Ende, aber das entspricht nicht meiner Analyse" widersprach Lucien Favre dieser These. "Wir haben einfach nicht unsere Stürmer gefunden" gab er weiter zu verstehen und übte indirekte Kritik an seiner Offensive beim Spiel in Düsseldorf. "Es war sehr, sehr schwer und da müssen wir Fortschritte machen. Wir müssen uns in den richtigen Momenten zwischen den Linien besser zeigen. (...) Ich freue mich auch mal einen Stürmer zu sehen, der mit seiner Power und ein bis zwei Dribblings zwischen zwei Innenverteidigern durchdringt. Und das haben wir nicht gesehen!" Nur mit reinem Passspiel sei es gerade gegen tief stehende Gegner sehr schwierig, die nötigen Räume zu gewinnen. Das Fehlen von Erling Haaland hat sich also bis zu seiner Einwechslung sehr bemerkbar gemacht - nicht nur, weil er das entscheidende Tor erzielen konnte. Lucien Favre möchte ihn jedoch nicht überstrapazieren und spricht dabei das Thema Belastungssteuerung an. "Er ist gerade mal 19 Jahre alt und es ist normal, dass er manchmal müde ist und er auch nicht eine Englische Woche komplett bestreiten kann. (...) Er hat sich schon 2 bis 3 mal verletzt, seitdem er da ist. Deswegen müssen wir aufpassen und seine Belastung dosieren, sonst wäre es zu gefährlich." Es gelte also, den jungen und talentierten Norweger langsam aufzubauen. 
Die Frage, ob er sich für die nächste Saison neben Erling Haaland noch einen zweiten echten Stürmer wünscht, beantwortet Lucien Favre klar und deutlich mit: "Ja, ich denke, dass das alle wissen!"




 "Wir sind bemüht und haben Interesse!"

Die Saison neigt sich dem Ende und die Entscheidung zur Deutschen Meisterschaft scheint 4 Spieltage vor Schluss bereits gefallen zu sein. Nun geraten viele Ereignisse in den Fokus, die sich auch außerhalb des Platzes abspielen.

Seien es diverse Friseurbesuche verschiedener Spieler oder Botschaften gegen Rassismus, die viele kurz vor Ende der Saison unter ihren Trikots zeigen: Das Interesse einiger Medien, aber auch der Fans liegt nun oftmals außerhalb der sportlichen Leistungen auf dem Platz. Und wie es zum Ende einer Saison immer so ist, interessieren sich viele für Transfergerüchte, die sich derzeit breit machen. Wechselt Jadon Sancho im Sommer nach England? Wie lange bleibt Erling Haaland dem BVB noch erhalten? Wohin wechselt Mario Götze zum Ende der Saison? Das sind Fragen, der derzeit noch niemand beantworten kann - oder will.

Nur eine Frage schien schon von Anfang an geklärt zu sein. Und zwar, dass Achraf Hakimi, der einst als hoffnungsvoller Nachwuchsspieler galt, für 2 Jahre von Real Madrid an den BVB ausgeliehen wurde, wieder nach Madrid zurück kehren muss. In der spanischen Hauptstadt waren die für Hakimi potenziellen Außenverteidigerpositionen bereits durch Daniel Carvajal und Marcello fest vergeben, sodass man beschlossen hatte, den gerade mal 19-jährigen marokkanischen Nationalspieler zum Sammeln von Erfahrung und Wettkampfpraxis zu verleihen. Innerhalb von kürzester Zeit konnte sich das Ausnahmetalent aber bei Borussia Dortmund weiter entwickeln und sich zu einem wichtigen Stammspieler etablieren. Seine Sprintstärke, sein Spielwitz und seine - für einen Abwehrspieler beeindruckenden - Offensivqualitäten wurden schnell erkannt. 5 selbst erzielte Tore und 10 Torvorlagen nur in der laufenden Bundesligasaison sowie 4 Tore in der UEFA Champions League für den BVB sprechen eine deutliche Sprache, die ihn zu einem wichtigen Baustein im Spielsystem von Lucien Favre werden ließ. Seinen bisherigen Höhepunkt erreicht er am 5. November letzten Jahres, als er mit einem Doppelpack im Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand entscheidend zum wichtigen 3:2-Sieg beitrug, der dann letztlich die Qualifikation der Borussen für das UCL-Achtelfinale bedeutete.

Achraf Hakimi (rechts) ist nicht nur bei den Fans sehr begehrt!

Doch zum Ende der Saison endet auch das Leihgeschäft und der mittlerweile 21-Jährige müsste wieder zurück zu den "Königlichen" nach Madrid kehren. Dass die Verantwortlichen von Borussia Dortmund genau das verhindern möchten, lies Sportdirektor Michael Zorc schon des Öfteren durchblicken. "Es ist noch nichts entschieden" sagte er bislang dazu. Auch heute betonte er bei der Pressekonferenz nochmals das Interesse des BVB, Achraf Hakimi weiter zu verpflichten, wies aber auf die doch recht schwierige Situation hin: "Die vertragliche Situation ist eindeutig, dass er nach der Leihe an uns zu Real zurück kehrt. Aber natürlich sind wir bemüht und haben Interesse, ihn auch in der neuen Saison weiter beim BVB spielen zu sehen. Aber das ist jetzt noch viel zu früh, als dass wir dazu etwas Profundes zu sagen können."



 "Er hat sehr gut gespielt und machte ein Tor!" 

Nach dem 1:0-Arbeitssieg gegen Hertha BSC fand BVB-Cheftrainer Lucien Favre für einen seiner Spieler besonders lobende Worte.

Die zentralen Fragen vor dem Spiel waren: Wer wird den gelb-gesperrten Mats Hummels im Abwehrzentrum ersetzen und wird Erling Haaland trotz seines verletzungsbedingten Trainingsrückstands wieder zurück in die Startelf rücken? Mats Hummels wurde durch Emre Can im Zentrum einer 3er-Abwehrkette ersetzt und Erling Haaland wurde -wie in der Woche zuvor- im Sturm durch Thorgan Hazard ersetzt. 
Das Spiel hatte Borussia Dortmund weitestgehend in der eigenen Hand, in der man sich über 90 Minuten deutlich mehr und auch bessere Torchancen erspielen konnte. Nach einer etwas schwächeren ersten Halbzeit folgte eine deutlich bessere 2. Halbzeit, in der auch die Hertha aus Berlin zur ein oder anderen Torchance kam. Der BVB dominierte jedoch das Spiel weitestgehend und gewann letztlich durch ein Tor von Emre Can nach einem Pass von Jadon Sancho in der 58. Minute verdient die Partie. Rein tabellarisch ändert sich dadurch nicht allzu viel. Den Rückstand auf den FC Bayern München konnte man dadurch zwar nicht verkürzen, aber man konnte sich von der Konkurrenz aus Leipzig und Mönchengladbach weiter absetzen, sodass das Ziel sich für die UEFA Champions League zu qualifizieren und den 2. Tabellenplatz weiter zu etablieren immer greifbarer wird. "Das war gut, dass wir heute gewonnen haben. Wir haben jetzt 7 Punkte Vorsprung auf Platz 5, aber das ist uns egal" sagte BVB-Cheftrainer Lucien Favre nach dem Spiel. Es gehe darum sich weiter auf die nächsten 4 Spiele zu konzentrieren und noch das Beste aus der Saison herauszuholen.
Der Cheftrainer von Borussia Dortmund fand aber besonders lobende Worte für die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Emre Can, die sowohl im Abwehrzentrum als auch im zentralen Mittelfeld sind: "Wir haben defensiv sehr gut gespielt, was auch nötig war. Er hat sehr gut gespielt und machte dazu ein Tor, obwohl es für ihn nicht so einfach war, da er es in der Abwehr eher gewohnt ist auf der halblinken oder halbrechten Seite zu spielen. Zuletzt spielte er in Wolfsburg auf dieser Position (im direkten Abwehrzentrum, Anmerkung der Redaktion), auf der es schon sehr gut gemacht hat."


 Eine haarige Angelegenheit

Wie so oft gibt es das ein oder andere Gerücht um den ein oder anderen recht bekannten Fußballspieler, der auch außerhalb des Platzes für Schlagzeilen sorgt. BVB-Sportdirektor Michael Zorc nahm Stellung zu einigen Vorwürfen, die bei einem BVB-Star derzeit im Raum stehen.

Jadon Sancho sorgt nicht nur sportlich für Schlagzeilen.

Mit einer ungewöhnlich hohen Verspätung von 15 Minuten betraten BVB-Cheftrainer Lucien Favre und Sportdirektor Michael Zorc den Presseraum auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel. Und diese Verzögerung hatte auch ihren Grund: Man habe kurz zuvor Gespräche mit ihrem Mittelfeldstar Jadon Sancho geführt, von dem auf sozialen Netzwerken Fotos von ihm bei einem Friseurbesuch auftauchten. Dagegen ist zwar grundsätzlich nichts einzuwenden, jedoch sah man auf den Bildern deutlich, dass weder der Friseur noch Jadon Sancho jeweils eine Mund-Nasenschutzmaske trugen, wie sie nun mal gesetzlich vorgeschrieben sind. "Alle versichern, dass während des Haareschneidens die Hygienemaßnahmen eingehalten wurden", sagte Michael Zorc auf der Pressekonferenz. Man habe nur für das Foto die Gesichtsmasken abgenommen. "Das ist aber auch nicht richtig. Das haben wir dem Spieler dann auch klar gemacht!" versicherte er anschließend und betonte dabei die Wichtigkeit, sich an die Hygieneregeln der DFL zu halten. Man befände sich auch desbezüglich im Dialog mit der Deutschen Fußballiga um den Sachverhalt aufzuklären. Desweiteren steht der Verdacht im Raum, Jadon Sancho habe sich zwischenzeitlich unerlaubt von der Mannschaft entfernt und sei nach England geflogen. Michael Zorc dementierte das allerdings deutlich: "Das ist komplett falsch! Jadon hatte eine wochenlange Wadenverletzung und konnte aus diesem Grund nicht am Mannschaftstraining teilnehmen."
Volle Rückendeckung erhielt der englische Nationalspieler allerdings für seine Botschaft "Justice for George Floyd (Gerechtigkeit für George Floyd)", die er während des Spiels gegen den SC Paderborn unter dem Trikot trug und während seines Torjubels deutlich zeigte. Damit machte er auf den weltbekannten Vorfall in den USA aufmerksam, bei dem ein dunkelhäutiger Mann während einer Polizeikontrolle von einem Polizisten wohl völlig unverhältnismäßig angegangen und letztlich getötet wurde. Obwohl sowohl der DFB als auch Borussia Dortmund sich stark gegen jegliche Form von Rassismus einsetzen, ist auch dieses Verhalten von Sancho fragwürdig. Denn es gibt beim DFB eine klare Regel, die folgendes besagt: "Spieler dürfen keine Unterwäsche mit politischen, religiösen oder persönlichen Slogans, Botschaften oder Bildern oder Werbeaufschriften mit Ausnahme des Herstellerlogos zur Schau stellen". Dennoch verzichtete man beim DFB in diesem Fall auf weitere Maßnahmen gegen Jadon Sancho. "Ich finde es sehr gut, dass der DFB-Präsident sich Gedanken darüber macht, da sehr flexibel ist und aktuelle Vorfälle da mit einfließen lässt", lobte Michael Zorc die Entscheidung des Deutschen Fußballbundes. Bei dieser Botschaft ginge es ja nicht explizit um eine politische Aussage, sondern viel mehr um "Menschlichkeit und Gerechtigkeit" und auch einem klaren Zeichen gegen Rassismus. "Wie viele Kampagnen haben wir schon gemeinsam mit dem DFB gemacht? Vielleicht ist auch neben der ganzen Kritik an Jadon Sancho mal der Punkt erreicht zu sagen, dass er einer der Ersten ist, die dazu klar Stellung bezogen haben und in Paderborn ein klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt hat!"   



"Nie wieder so wie in der ersten Halbzeit gegen Paderborn!"

Nach der letztlich enttäuschenden Niederlage gegen den Rekordmeister aus München hat der BVB seine Meisterschaftsträume quasi begraben. Doch die Meisterschaft wurde nicht zwingend gegen Bayern München verloren.

Es war für alle Beteiligten - die Spieler auf dem Platz, die Trainer auf der Bank und die Zuschauer zuhause vor dem Fernseher - eine herbe Enttäuschung, als Schiedsrichter Tobias Stieler am Dienstag Abend die Partie des BVB gegen Bayern München abgepiffen hatte, denn das wichtige sogenannte "6-Punkte-Spiel" konnten die Münchner trotz einer weitestgehend ansprechenden Leistung von Borussia Dortmund für sich entscheiden. Der Kampf um die Deutsche Meisterschaft ist also so gut wie entschieden. Nun gilt es, die Spannung und Konzentration in der Mannschaft von Borussia Dortmund trotz der jüngsten Enttäuschung weiter hoch zu halten. "Die nächsten 6 Spiele werden sehr schwer werden. Das wissen wir", prophezeite Cheftrainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz. 

Mo Dahoud fällt wegen einer Verletzung am Knie für den Rest der Saison aus.

Aber bei genauem Hinsehen stellt man fest, dass die Meisterschaft bereits in der Hinrunde der Saison aufgrund teils durchwachsender Leistungen verspielt wurde. Man denke dabei an die völlig unerwartete 1:3-Niederlage gegen den Aufsteiger von Union Berlin, an das 0:4 in München, aber auch an das direkt darauf folgende 3:3 im Heimspiel gegen den Tabellenletzten des SC Paderborn, bei dem der BVB bereits in der Halbzeit 0:3 zurück lag. Dieses Spiel betrachten einige auch als "Tiefpunkt" in der Saison. "Ich glaube, dass sich nach dem Spiel einige Prozesse in der Mannschaft abgespielt haben", sagte Sportdirektor Michael Zorc dazu. "Die Mannschaft hat sich danach zusammengesetzt (...) und hat untereinander viel diskutiert. Da sind Prozesse losgeschlagen worden und es entwickelte sich eine Eigendynamik nach dem Motto: Nie wieder so wie in der ersten Halbzeit gegen Paderborn!" Er bestätigt, dass man im Hinspiel "unterirdisch" gespielt habe und der Gegner permanent auf das Dortmunder Tor zugelaufen ist. Dieses Hinspiel war nach Ansicht von Sportdirektor Michael Zorc der Schlüssel, der in der Mannschaft insgesamt ein Umdenken zum Positiven verursacht hat.

"Wir waren nicht gut, aber es ist vorbei!"

Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München gilt seit Jahren schon als der "Deutsche Klassiker" schlechthin, bei der der BVB gerade in München des Öfteren unter die Räder geriet. Lucien Favre und Michael Zorc nennen gute Gründe, warum dieser Klassiker dieses Mal anders ausgehen sollte.

Mats Hummmels ist gegen die Bayern zu "99 Prozent" wieder einsatzbereit!

Es geht in die Schlussphase einer Saison von der man bis vor kurzem noch gar nicht wusste, ob es überhaupt eine Schlussphase geben wird. Und für Borussia Dortmund geht es nun darum, den entscheidenden Grundstein zum Erreichen des Saisonziels zu legen, der da lautet: Deutscher Meister 2020 zu werden! 
Rein personell sieht es wieder deutlich besser aus, denn die zuletzt angeschlagenen Mats Hummels im Abwehrzentrum und auch Axel Witsel im zentralen Mittelfeld sind ins Mannschaftstraining zurück gekehrt und könnten somit auch für das Spiel gegen den FC Bayern München eingesetzt werden.

Das Hinspiel in München, das man in der Hinrunde noch klar und deutlich mit 4:0 verloren hatte, tut dem BVB allerdings nicht nur wegen der fehlenden Punkte weh. Man konnte wieder einmal nicht die nötige Sicherheit und Strahlkraft auf den Platz bringen, die es für einen Sieg gegen die Bayern benötigt hätte. Der von Michael Zorc noch zuvor geforderte "Männerfußball" wurde schmerzlich vermisst. Trotz dieser deftigen Niederlage im Hinspiel und der nun fehlenden verbalen Unterstützung durch die Zuschauer im eigenen Stadion sind sowohl Cheftrainer Lucien Favre als auch Sportdirektor Michael Zorc zuversichtlich, das wichtige Spiel jetzt für sich entscheiden zu können. Man sieht sich nun in einer anderen Ausgangslage als noch vor einem halben Jahr in München: "Es kommt wieder auf die Werte an, die wir schon in den letzten beiden Spielen ganz gut auf den Platz gebracht haben", sagte Michael Zorc und sprach die jüngsten Erfolge in Wolfsburg und gegen Schalke an. 

Außerdem weist man auf zwei entscheidende Unterschiede zum Hinspiel hin: 

Das ist zum einen die recht erfolgreiche Systemumstellung auf eine "3er Abwehrkette", bei der Lucien Favre seit Ende der Hinrunde mit 3 Innenverteidigern und 2 hochstehenden Außenverteidigern spielen lässt. Und zum anderen sieht man eine deutliche Verstärkung durch 2 wichtige Transfers im Winter. Emre Can gilt nämlich als Allroundtalent sowohl in der Abwehr als auch im defensiven Mittelfeld und Erling Haaland hat im Sturmzentrum schon mehrfach seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Michael Zorc sieht durch die beiden eine deutliche Verstärkung im Kader: "Deshalb haben wir auch mehr Präsenz und sind einfach besser als beim letzten Spiel. (...) Es ist ein ganz wichtiger Faktor, dass wir mit Emre und Erling auch zwei Winner-Typen dazu bekommen haben." 



 "Es ist für mich keine große Überraschung!"

### Update : Aktuelle Bilder vom Mannschaftstraining >> HIER << ###

Nach dem deutlichen Sieg gegen den FC Schalke 04 beim ersten Geisterspiel der Fußballbundesliga konnte der BVB ein klares Signal im Kampf um die Meisterschaft setzen. Dennoch plagen Lucien Favre einige Verletzungsprobleme, für die er auch eine Erklärung hat.

Die erste gute Nachricht ist, dass sowohl der Youngster Gio Reyna im offensiven Mittelfeld als auch Emre Can, der als routinierter "Staubsauger vor der Abwehr" gilt, ins Mannschaftstraining zurück kehren werden ("Emre Can und Gio Reyna können heute voll trainieren.") Ob allerdings ein Einsatz von Gio Reyna in der Startelf möglich sein wird, ist fraglich, denn er konnte bislang nur "sehr leicht" trainieren, sodass eine Entscheidung desbezüglich erst nach dem Abschlusstraining gefällt werden kann. Die zweite gute Nachricht ist, dass sowohl Mo Dahoud, der in der jüngeren Vergangenheit nicht mehr zum Stammkader des BVB gehörte, als auch Thomas Delaney, der eine längere Verletzungspause hinter sich hat, beim Revierderby im zentralen Mittelfeld zu überzeugen wussten und gut miteinander harmonierten ("Mo Dahoud und Thomas Delaney haben es gegen Schalke sehr gut gemacht"), sodass sie auch gegen Wolfsburg eine gute Alternative darstellen könnten. 

Axel Witsel, Dan-Axel Zagadou und Marco Reus werden dem BVB jedoch weiter verletzungsbedingt fehlen. 

Besonders auffällig sind die vielen Muskelverletzungen, die bei den Spielern des öfteren auftreten. "Wir haben vor 6 bis 8 Wochen zunächst in kleinen Gruppen von 2 bis 4 Spielern trainiert", erklärte Lucien Favre die Situation und deutete an, dass durch den generellen Kontaktverbot ein intensiveres Training zuletzt nicht möglich war. Wenn man allerdings "nicht normal" trainieren könne und dann innerhalb von nur wenigen Tagen in den Wettkampfmodus wechseln und somit auch intensives Zweikampfverhalten trainieren müsse, dann sei das Verletzungsrisiko auch entsprechend höher, wie der Schweizer weiter erklärte. "Es ist für mich keine große Überraschung"

So ist also die Frage nach einer möglichen Rotation zwecks Belastungssteuerung in der anstehenden Englischen Woche gerade nach dem Neustart der Liga und dem Trainingsrückstand sowohl für den Trainerstab als auch für die medizinische Abteilung von Borussia Dortmund ein derzeit besonders aktuelles Thema und eine große Herausforderung. Man sei im täglichen Austausch miteinander, wie hoch die Belastung im Training sein sollte, erklärte Sportdirektor Michael Zorc und lobte dabei die Entscheidung der FIFA, nun zu jedem Spiel 5 Einwechslungen zu ermöglichen statt der bislang nur möglichen 3 Einwechslungen. Ebenso zeigte er sich froh über den großen Kader des BVB, denn man werde nun "jeden Spieler brauchen.

"Da blutet einem das Herz"

Das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 gilt als eines der bekanntesten und traditionsreichsten Derbys überhaupt. Es erzählt seit Jahrzehnten viele Dramen und außergewöhnliche Geschichten. Auch die kommende Begegnung zwischen Schwarz-gelb und Blau-weiß wird in die Geschichtsbücher eingehen.

Der sogenannte "Restart" der Bundesligasaison ist gesellschaftlich nicht ganz unumstritten. "Wie kann es sein, dass Kinder, die physischen Kontakt zu anderen Kindern haben, dann nicht mehr am Schulbetrieb teilnehmen dürfen, während gleichzeitig Fußballprofis Ligaspiele durchführen, die zwangsläufig auch mit Körperkontakten verbunden sein werden?" fragt zum Beispiel SPD-Politiker Kevin Kühnert bei SPORT1. Andererseits gibt es viele Fans, die zwar froh darüber sind, dass es endlich weitergeht, aber in den "Geisterspielen" nur einen Kompromiss sehen, der auf lange Sicht dafür sorgen wird, dass das Interesse am Fußball verloren geht.

 BVB-Sportdirektor Michael Zorc freut sich jedenfalls auf den Wiederanpfiff der Bundesligsasaison: "Ich glaube, dass es eine sehr schwierige Zeit war, als man nicht wusste, ob es weitergeht, wann es weitergeht und wie es weitergeht." Die Mannschaft sei darüber froh, wieder endlich auf dem Platz stehen zu dürfen. Doch die Zuschauer werden fehlen, die Stimmung und die Rahmenbedingungen werden ganz andere sein. Die Fans, die gerade in Dortmund für ihren besonderen Jubel, den Applaus, ihre Emotionenen und Anfeuerungen sehr bekannt sind, werden schon vor dem Spiel schmerzlich vermisst! Und das ausgerechnet beim prestigeträchtigen Revierderby! "Es ist strange, es ist fremd und gerade so ein Derby ohne Zuschauer: da blutet einem das Herz! Da brauchen wir uns nichts vorzumachen!" sagte Michael Zorc zum Geisterspiel und fordert in dem Zusammenhang von seinen Spielern ein höheres Maß von "Eigenmotivation und Eigendynamik". Gerade im Westfalenstadion / Signal-Iduna-Park, das als das größte und auch mit bekanntesten Fußballstadion Deutschlands gilt und für seine besondere Atmosphäre bekannt ist, ist es schon eine besondere Herausforderung die Spieler auf die neue und außergewöhnliche Situation einzustellen.

Er ist ein "absolutes Vorbild"

"Spieler kommen und Spieler gehen" heißt es in einem Motto der Fans. Doch das trifft nicht auf alle Spieler zu.

Lukasz Piszczek erfreut sich beim BVB schon sehr lange großer Beliebtheit.

Lukasz Piszczek gehört mit seinen fast 35 Jahren zwar zu den dienstältesten Borussen, aber noch lange nicht zum "alten Eisen", wie Sportdirektor Michael Zorc es bei der heutigen Pressekonferenz ausdrückte. Der gebürtige Pole spielte ab der Saison 2007/2008 bei Hertha BSC sowohl im Sturm als auch auf dem linken Flügel ehe er vom damaligen Cheftrainer der Hertha und heutigen Cheftrainer von Borussia Dortmund Lucien Favre als Rechtsverteidiger umfunktioniert wurde. Auch nach seinem Wechsel zum BVB vor knapp 10 Jahren wurde er stets auf der rechten Abwehrseite eingesetzt, sodass er sich auf dieser Position langfristig etablieren konnte. "Er ist immer bereit, er will immer traineren und er verhält sich top-professionell" lobte ihn sein Trainer. "Er ist ein absolutes Vorbild gerade für die jungen Profis sowohl auf dem Platz als auch außerhalb des Platzes" fügte Sportdirektor Michael Zorc über seinen Vizekapitän hinzu. Trotz seines für einen Profifußballer etwas fortgeschrittenen Alters wusste er in der 3er Abwehrkette neben Abwehrchef Mats Hummels und Dan-Axel Zagadou zu überzeugen und trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass die Anzahl der Gegentore in den letzten Pflichtspielen durchaus überschaubar blieb. Allerdings läuft der Vertrag von Lukasz Piszczek zum Saisonende aus und Michael Zorc machte zur Frage nach der Zukunft des ehemaligen polnischen Nationalspielers noch keine weiteren Angaben: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich das zuerst mit ihm besprechen möchte." 

1:0-Arbeitssieg: "Wir haben zu kompliziert gespielt"

Nach dem fulminanten Auftreten des BVB gegen gegen Frankfurt, Paris und Bremen wartete an diesem Wochenende ein deutlich dickerer Brocken aus dem Breisgau auf die Mannen um Cheftrainer Lucien Favre. Dieser sah seine Mannschaft zwar über weite Strecken spiel-bestimmend, war am Ende aber nicht zufrieden: Seine Mannschaft habe "zu kompliziert gespielt" so Favre nach dem Abpfiff.

Schwarz-Gelb hatte von Beginn an alles im Griff. Für eine halbe Stunde schienen die Breisgauer Gäste komplett abgemeldet zu sein, während sich der BVB zahlreiche Chancen erarbeitete. Die Chancenverwertung ließ allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten erkennen. So bekam Axel Witsel unerwartet den Ball, nach dem ein Freiburger Verteidiger ein Luftloch im eigenen Strafraum getreten hatte, konnte allerdings die Chance nicht nutzen, weil er selbst über den Ball trat (10. Minute).

Doch davon ließen sich die Hausherren nicht abschrecken. Im Gegenteil! In der 15. Minute servierten Julian Brand und Thorgan Hazard ihrem Mannschaftskameraden Jadon Sancho im Freiburger Fünf-Meter-Raum so genau, dass dieser lediglich das Leder über die Linie drücken musste. 

Von Freiburg war bis dato relativ wenig zu sehen. Die beste SC-Chance hatte Vincenzo Grifo in der 26. Minute: Grifo frei vor Roman Bürki, jagte das Spielgerät aber gut einen Meter über die Querlatte.

So ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste immer mutiger, sodass Dortmund gelegentlich durch Konter immer wieder in den Freiburger Strafraum gelangte, konnte aber nichts weiter zählbares auf die Anzeigetafel bringen. Berichtenswert ist jedoch noch eine unschöne Sache: In der 50. Minute waren von den Rängen vermehrt Schmähgesänge gegen Hoffenheims Dietmar Hopp zu hören. Die Partie wurde daraufhin minutenlang unterbrochen, am Ende jedoch nach ein paar Minuten zu Ende gespielt.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel sahen beide Trainer deutliches Verbesserungspotential. So war Freiburgs Trainer Streich vor allem mit der Abschlussschwäche seiner Mannschaft unzufrieden. Zitat Streich: "wieder ein Spiel wo Freiburg kein Tor geschossen" habe. Als Grund für die fehlende Freiburger Effizienz sah Streich in der momentanen Problematik, dass die Mannschaft seit dem Trainingslager "Probleme mit Verletzung und Krankheit" habe, "sodass im Moment einfach die Breite in der Mannschaft" fehle.

Sein Gegenüber Lucien Favre haderte vor allem mit der Chancenverwertung des BVB. Seine Mannschaft habe "zu kompliziert gespielt."

Wichtiges Thema außerdem die Unterbrechung des Spiels wegen Schmähgesängen gegen Hoffenheims Dietmar Hopp. Hier hatte Freiburgs Trainer Christian Streich eine ganz klare Meinung. 

Was er darüber sagt, sehen Sie in der Aufzeichnung der Pressekonferenz nach dem Spiel:

Das große Geheimnis

Dass BVB-Cheftrainer Lucien Favre kein großer Redner ist, ist allen BVB-Fans hinlänglich bekannt. Auch heute machte er eine Andeutung, die er aber trotz Nachfrage nicht weiter konkretisieren wollte. 

Viele Journalisten wunderten sich am Dienstag Vormittag als auf dem Trainingsgelände in Dortmund Brackel die Spieler von Borussia Dortmund zum Öffentlichen Training auf den Platz liefen. Denn man vermisste sowohl zum einen Thorgan Hazard als auch Shooting Star Erling Haaland, der spätestens nach seinen beiden Treffern gegen PSG für ordentlich Furore gesorgt hatte. Natürlich stand bei allen die bange Frage im Raum, ob eventuell eine Verletzung vorliegen könne. Die Pressestelle von Borussia Dortmund gab allerdings recht schnell Entwarnung. "Die Spieler, die heute nicht auf dem Platz waren, haben in Abstimmung mit den Reha- und Torwarttrainern allesamt individuell und im Gebäude gearbeitet bzw. hatten Pflege und Behandlung.(...) Nichts Ernstes." Nichtsdestotrotz machte BVB-Cheftrainer Lucien Favre bei der heutigen Pressekonferenz eine Andeutung, dass " 1 bis 2 Spieler die Woche nicht trainiert" haben. Auf Nachfrage um wen es sich dabei handelt, überlegte Lucien Favre kurz, schaute verlegen zu Presesprecher Daniel Stolpe und antwortete dann: "Nein, ich will nicht darüber sprechen. (...) Es waren 2 Spieler, die wegen Magenschmerzen 2 Tage nicht trainert haben. (...) Aber es geht schon viel besser." Der BVB lässt die Frage also unbeantwortet, sodass nun spekuliert werden darf, ob es sich dabei nun um Thorgan Hazard und Erling Haaland handelt oder nicht. 

In dem Zusammenhang stand das Thema "Belastungssteuerung" im Raum. Denn in den kommenden Wochen hat der BVB einige Spiele auf dem Programm: Am Samstag empfängt man im heimischen Westfalenstadion / Signal-Iduna-Park den SC Freiburg, eine Woche später muss man im Borussiapark gegen den Tabellenachbarn aus Mönchengladbach antreten um dann 4 Tage später das wichtige UCL Achtelfinalfinalrückspiel gegen Paris Saint-Germain zu absolvieren. Wie so oft wird überlegt, inwieweit man das zuletzt doch recht erfolgreiche Team so beibehalten soll und inwieweit eine Systemänderung bzw. Rotation sinnvoll wäre. "Ich kann darauf noch nicht klar antworten, aber: gute Frage!" schmunzelte Lucien Favre. Der Schweizer Trainer bleibt also seiner Strategie treu.


"Wichtig ist, dass wir alle zusammen verteidigen!"

Nach den bitteren Niederlagen in Bremen und Leverkusen folgten wettbewerbsübergreifend Siege gegen Eintracht Frankfurt und Paris Saint-Germain. Lucien Favre weiß, wie er seine Mannschaft einstellen muss.

Die Schwächen in der Abwehr, die einst beim BVB sehr viele Gegentore verursachten, waren lange Zeit das große Thema. Cheftrainer Lucien Favre nahm sich der Thematik an und versprach Verbesserung. Und siehe da: Nach den Niederlagen beim Pokalspiel in Bremen und den 4 Gegentoren in Leverkusen folgten eine weiße Weste in Frankfurt und "nur" ein Gegentor im Champions League Spiel gegen Paris Saint-Germanin, das mit Weltklassespielern wie Kylian Mbappé, Neymar und mit Ángel Di María über geballte Offensivkraft verfügt. Eine stabile Abwehr sei "der Schlüssel zum Erfolg" betonte Favre zuletzt häufiger und er verstand es zuletzt sie mit einer 3er bzw. 5er Kette zu stabilisieren. Ein entscheidender Faktor dabei ist Lukasz Piszcek, der zuletzt öfter neben Mats Hummels im Abwehrzentrum "clever" verteidigte. Aber auch Emre Can, der zuletzt den verletzten Julian Brandt ersetzte und auf der Sechserposition direkt vor der Abwehr eingesetzt wurde, wusste als "Staubsauger" zu überzeugen.
Nun muss Borussia Dortmund erneut an die Weser und man gilt trotz der erst vor kurzem erlebten 2:3-Niederlage gegen die abstiegsbedrohten Hanseaten als klarer Favorit. Aber es gilt nicht wieder in diesen "Auswärtstrott" zu verfallen, indem man viele unnötige Gegentore kassiert. "Wir müssen weiter die Konzentration halten und es ist wichtig, dass wir alle zusammen verteidigen und dann wird es auch weiter gut gehen!" versprach Lucien Favre auf der Pressekonferenz.

 "Wir kriegen zu viele Gegentore!"

Nach dem Pokal-Aus gegen Werder Bremen und der Last-Minute-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen sitzt der Frust beim BVB natürlich tief. Demzufolge gab es ein Thema, das die Pressekonferenz durchgehend dominierte.

Mit sehr viel Verwunderung stellten einige Pressevertreter am Mittwoch Vormittag auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund in Brackel fest, dass sowohl Achraf Hakimi als auch Emre Can nicht am Mannschaftstraining teilnahmen. Sollten tatsächlich beide Spieler ausfallen, würde das für die ohnehin gebeutelte BVB-Abwehr einen herben Rückschlag bedeuten. Doch es wurde in beiden Fällen schnelle Entwarnung gegeben. Achraf Hakimi ist als stolzer Vater seines neu geborenen Sohnes zu seiner Familie nach Madrid gereist und Emre Can sollte aus Gründen der Belastungssteuerung am Nachmittag individuell trainieren. Nichtsdestotrotz bleibt die BVB-Abwehr das zentrale Thema bei der Pressekonferenz. "Wir können nicht immer 5 Tore schießen!" sagte Lucien Favre einst vor ein paar Wochen. Und diese Aussage ist in Anbetracht der letzten Spiele von Borussia Dortmund aktueller denn je. 7 Gegentore in nur 2 aufeinander folgenden Spielen ist definitiv viel zu viel. Das weiß auch Cheftrainer Lucien Favre. Er stimmt darin überein, dass man es in der Abwehr "definitiv viel besser machen" müsse. "Wir haben zu viele Tore gekriegt, das wissen wir schon. Wir müssen weiter daran arbeiten. Das ist die einzige Lösung: Arbeit, Arbeit, Arbeit!" Man müsse sich besser auf verschiedene Situationen einstellen, wie zum Beispiel im 1 gegen 1, 2 gegen 2 und so weiter. Viel konkreter wurde der Schweizer Cheftrainer dabei allerdings nicht.


"Ich bin der Erste, der ihn von Anfang an brächte!"

Nach dem furiosen Auftakt in der Bundesliga muss der BVB die Niederlage im Pokalachtelfinale gegen den SV Werder Bremen verarbeiten. Dabei steht sowohl bei den Fans als auch bei den Medien eine Personalie besonders im Mittelpunkt.

Es waren die berühmten "Jungen und Wilden", die im Pokalspiel gegen Bremen die entscheidenden Akzente im Spiel des BVB setzen konnten. Damit sind vorrangig Giovanni "Gio" Reyna und Erling Haaland gemeint, die nicht nur wegen ihrer erzielten Tore zu den Hoffnungsträgern von Borussia Dortmund gehören. Doch leider schafften sie es in dem Spiel nicht, ihre Mannschaftskameraden mitzureißen, denn insgesamt offenbarte man zu viele eigene Schwächen.
Zum einen ist da die Auswärtsschwäche, auf die der BVB zwar kein Exklusivrecht hat, die aber doch auffällt und für einen Meisterschaftsanwärter letztlich zu ausgeprägt ist. Und zum anderen gab es Unsicherheiten im Spiel nach vorne, zu viele verlorene Zweikämpfe und zu leicht eingefangene Gegentore. All das gilt es im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen besser zu machen.

Der größte Kritikpunkt vieler Fans richtet sich aber gegen die Aufstellung von BVB-Cheftrainer Lucien Favre. Warum setzt man einen 19-jährigen Topstürmer, der seine Qualitäten mehrfach unter Beweis gestellt hat, auf die Bank und wechselt ihn erst nachträglich im Spiel ein - wenn es eigentlich schon zu spät ist? 

Es ist die Kernfrage der Pressekonferenz, denn Erling Haaland bleibt derzeit ein stets aktuelles Thema.


 "Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen"

Mit einem souveränen 5:0 machten die Borussen am 20. Spieltag deutlich, dass die Tabellenspitze noch nicht aufgegeben wurde. Dabei durften sich die Hausherren von Cheftrainer Lucien Favre einerseits bei ihrem torhungrigen Teenager-Duo Haarland/Sancho, aber auch bei Julian Brandt bedanken. Letzterer hatte über 90 Minuten die Fäden im zentralen Mittelfeld in der Hand, sodass der Sieg zu keiner Zeit in Gefahr war. 

Lucien Favre zeigte sich nach dem Spiel entsprechend zufrieden. Seine Mannschaft wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Und so ließen die schwarz-gelben bereits nach dem Anpfiff klar erkennen, in welche Richtung es gehen sollte. Neuzugang Haarland brauchte gerade einmal neun Minuten, um in die Partie zu finden. So lange dauerte es, bis der Norweger zum ersten Mal vor dem Schlußmann der Gäste auftauchte. 

Den ersten Jubel der BVB-Fans besorgte aber jemand anderes: Jaden Sancho setzte sich im Union-Strafraum durch, hatte aber etwas Glück, dass sein Schuss auf den Union-Kasten am Ende noch von einem Berliner Verteidiger abgefälscht wurde (1:0, 13.). Ab hier agierten die Hausherren nach Belieben. Guerreiro war dann der nächste, der sich am Berliner Giekiewicz probierte, aber noch scheiterte (17.) ehe Haarland in einem schnellen Angriff durch die Hintermannschaft der Gäste schlüpfte und seinen sechsten Bundesliga-Treffer markierte (2:0, 18.) 

Danach hatten die Borussen noch weitere Chancen, die jedoch nicht weiter zählbares lieferten, sodass es am Ende beim 2:0 blieb.

Nach der Pause versuchten die Gäste aus Berlin noch mit zu halten und kamen ein ums andere Mal gefährlich vor den Dortmunder Kasten (52., 55., 56.) ehe Dortmund seinerseits innerhalb innerhalb von zehn Minuten für klare Verhältnisse sorgte (3:0 Reus (FE), 68.; 4:0 Witsel, 70. und erneut Haarland 76.).

>> Hier << gibt es noch Bilder aus dem Spiel gegen Union Berlin.

Was die beiden Trainer nach dem Spiel zu sagen hatten, können Sie in unserer Aufzeichnung noch einmal nachverfolgen:

 

 Es sieht nach einem Abschied aus

### UPDATE: Der BVB hat heute den Wechsel von Paco Alcacer bestätigt ###

>> HIER GEHT'S ZUR MELDUNG << 

Heute fand auf dem Trainingsgelände in Dortmund Brackel ein medienöffentliches Training statt. Doch die anwesenden Journalisten bekamen einen einst wichtigen Spieler nicht mehr zu Gesicht. 

Sportdirektor Michael Zorc bleibt nur noch ein Tag Zeit um die Kaderplanung für die Rückrunde abzuschließen. Und es gibt noch einiges zu tun: zum einen steht ein möglicher Wechsel von Emre Can zum BVB im Raum, zum anderen wird dem wechselwilligen Paco Alcacer die Möglichkeit gegeben, sich einen neuen Verein zu suchen. "Wir haben Paco heute frei gestellt, um finale Gespräche mit einem Klub aus Spanien zu führen" erklärte dazu Sportdirektor Michael Zorc. Viele Medien berichteten in letzter Zeit übereinstimmend, dass sich der 26-jährige Spanier hier in Dortmund nicht mehr richtig wohl fühle und den Verein wechseln möchte. Für die BVB-Fans ist das eine eher traurige Nachricht, denn der spanische Nationalspieler schlug einst ein wie eine Bombe, wurde in den Spielen stets eingewechselt und schoss anschließend seine Tore wie am Fließband. Doch genau diese Rolle hat nun ein 19-jähriger Norweger beim BVB eingenommen: Erling Haaland! 

Eigentlich wollte man ursprünglich mit Erling Haaland neben Paco Alcacer noch einen 2. Stürmer ins Team holen, doch daraus scheint wohl nichts zu werden. "Wir haben mehrere Lösungen!" versicherte Cheftrainer Lucien Favre. "Wir haben auch schon mit Thorgan Hazard im Sturm gespielt oder mit Mario Götze. Wir haben viele Alternativen." Allerdings habe auch das System Favre, das zuletzt oftmals recht erfolgreich mit einer 3er Abwehrkette und ohne echten Stürmer fungierte, dazu geführt, dass der Bedarf an einem 2. echten Stürmer nicht mehr zwangsläufig gegeben sei. "Wir müssen am Ende auch immer abwägen: Was bekomme ich noch von einem Spieler? Was kann ich noch von ihm erwarten?" erklärte Michael Zorc in dem Zusammenhang und fügte hinzu: "Wenn die wirtschaftlichen Parameter stimmen, werden wir auch einem Transfer zustimmen." Soll heißen: Wenn die Ablösesumme stimmt, dann darf Paco Alcacer auch den BVB verlassen. 

 "Er ist nicht zu bremsen!"

Nach einem letztlich deutlichen 5:1 Erfolg gegen den 1. FC Köln konnte mal wieder beim BVB ein alter neuer Bekannter besonders auf sich aufmerksam machen.

Erling Haaland sorgte spätestens nach seinem besonders sehenswerten 5:1 wieder einmal für Furore!

 

Der BVB begann wie gewohnt mit einer 3er bzw. 5er Abwehrkette in der Mats Hummels, Lukasz Piszczek und Manuel Akanji das Abwehrzentrum bildeten und Achraf Hakimi und Raphaël Guerreiro jeweils die Außenpositionen besetzten. Julian Brandt und Axel Witsel spielten im zentralen Mittelfeld und Marco Reus, Jadon Sancho und Thorgan Hazard spielten im offensiven Mittelfeld. Wie schon gegen den FC Augsburg verzichtete BVB-Cheftrainer Lucien Favre zunächste auf eine echte Sturmspitze. 

Das Spiel sollte sich ganz im Sinne von Borussia Dortmund entwickeln. Zu keiner Zeit der Partie lies der BVB Zweifel daran erkennen, das Spiel zu gewinnen. Der "Man of the match" war wieder einmal Borussias neuer Sturmstar Erling Haaland, der in der 65. Minute gegen Thorgan Hazard eingewechselt wurde. Nur kurze Zeit später erzielte er seine nächsten 2 Bundesligatreffer. 

5 Tore in 2 Bundesligaspielen und das in insgesamt nur 57 Minuten ist neuer Bundesligarekord! Der norwegische Stürmer scheint sich zum absoluten Glücksgriff von Borussia Dortmund zu  entwickeln. "Er ist nicht zu bremsen. Er will immer trainieren, er will immer gewinnen und für einen Trainer ist es phantastisch so einen Spieler zur Verfügung zu haben!" lobte ihn Lucien Favre nach dem Spiel. 

 

Vorbericht: "Wir müssen besser antizipieren!"

Bei der furiosen Aufholjagd gegen den FC Augsburg konnte Neuzugang Erling Haaland mit seinem 3er-Pack so richtig glänzen und ist beim BVB natürlich eingeschlagen wie eine Bombe. Doch das letzte Bundesligaspiel offenbarte dem BVB auch einige Probleme

"Wir können nicht immer 5 Tore schießen um zu gewinnen, das wissen wir. Aber wenn wir das immer machen, ist es für mich trotzdem okay!" scherzte ein recht gut gelaunter und für seine Verhältnisse sehr redefreudiger Lucien Favre. Doch natürlich sind beim letzten Bundesligaspiel auch ihm die Probleme innerhalb seines Teams aufgefallen - allen voran in der Abwehr. Drei Gegentore in einem Spiel gegen den 10. der Bundesligatabelle sind für ein Spitzenteam mit Meisterschaftsambitionen definitiv viel zu viel. Der mittlerweile 34-jährige Lukasz Piszczek zeigte zum Beispiel deutliche Defizite in Sachen Spritzigkeit. Kurz vor dem ersten Gegentreffer lief er seinem Gegenspieler nur hinterher und der im Abwehrzentrum agierende Manuel Akanji wirkte im Spiel nach vorne sehr unsicher. Nicht zum ersten Mal leistete er sich gravierende Fehlpässe. "Ich will nicht über einzelne Spieler sprechen" antwortete Lucien Favre, als er auf die Schwierigkeiten des Schweizer Innenverteidigers angesprochen wurde. Er nahm die gesamte Mannschaft in die Pflicht und bemängelte dabei die zu geringe Antizipation. Das Team würde nicht schnell genug von Angriff auf Abwehr umschalten und umgekehrt.       

"Er ist ein Spielertyp und Stürmertyp, den wir bislang so noch nicht im Kader hatten!"

Lucien Favre und Michael Zorc sind trotz eines deutlichen Punkterückstandes auf den Tabellenführer der Bundesliga ganz guter Dinge, in der Rückrunde den Anschluss an die Tabellenspitze wiederherstellen zu können. Große Hoffnungen ruhen dabei speziell auf einen wichtigen Neuzugang.

Erling Haaland ist 19 Jahre alt und mit 1,94 m ein sehr großer und kräftiger Stürmer, dem das Fußballspielen durch seinen Vater und ehemaligen norwegischen Nationalspieler Alf-Inge Haaland praktisch in die Wiege gelegt wurde. Er konnte in Norwegen als Jugendspieler bei Bryne FK und Molde FK Erfahrungen sammeln ehe er im Alter von gerade einmal 18 Jahren nach Österreich zu RB Salzburg wechselte. Der Wechsel in die Deutsche Fußballbundesliga zu Borussia Dortmund ist für den jungen Norweger natürlich in gewaltiger Schritt, doch BVB-Sportdirektor Michael Zorc ist sich sicher, dass Erling gut zum BVB passt. "Er ist ein Spielertyp und Stürmertyp, den wir bislang so noch nicht im Kader hatten. Ich glaube, das tut uns ganz gut." Der Wermutstropfen ist allerdings der, dass Erling Haaland bereits mit leichten Knieproblemen nach Dortmund wechselte und deshalb einige Wochen nicht richtig trainieren konnte.

 


 
E-Mail
Anruf
Infos
Instagram